Erfolgreiches Geschäftsjahr 2021 trotz globaler Herausforderungen
Der Zeppelin Konzern hat das Geschäftsjahr 2021 mit einem Umsatz von 3,7 Milliarden Euro abgeschlossen, was einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr (3,3 Milliarden Euro) entspricht. Das EBITDA erreichte 444 Millionen Euro (Vorjahr: 394 Millionen Euro) und das Ergebnis vor Steuern lag bei 160 Millionen Euro (Vorjahr: 125 Millionen Euro). Für das Geschäftsjahr 2022 erwartet das Unternehmen jedoch einen signifikanten Rückgang des Geschäftsvolumens, bedingt durch den Krieg in der Ukraine.
„Auch 2021 hatte die Gesundheit und Sicherung der Arbeitsplätze unserer Mitarbeiter sowie die Sicherstellung aller gewohnten Leistungen für unsere Kunden oberste Priorität während der anhaltenden pandemischen Lage. Zeppelins Erfolg und das hervorragende Ergebnis beruhen auf dem großen Engagement, der Flexibilität und dem unermüdlichen Einsatz aller Mitarbeiter weltweit“, kommentierte Peter Gerstmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Zeppelin GmbH, das Geschäftsjahr 2021. „Vor dem Hintergrund des Ukraine Kriegs steht jetzt die Sicherheit unserer Mitarbeiter und ihrer Familien vor Ort im Vordergrund. Wir unterstützen sie bei der Evakuierung und Aufnahme in andere Länder. Ich bin besonders stolz auf unsere Belegschaft, die gerade in dieser Zeit so geschlossen und solidarisch für unsere Kollegen und alle Menschen in der Ukraine zusammensteht. Das macht Zeppelin aus: gemeinsam anpacken, ohne zu zögern.“
Christian Dummler, Geschäftsführer und CFO der Zeppelin GmbH, hob die finanzielle Stabilität des Konzerns hervor. Die Creditreform Rating AG bestätigte die Bonität des Konzerns erneut mit der Gesamtnote „A“, auch nach einer jüngsten Überprüfung im Kontext des Ukraine-Krieges, wenngleich mit dem Zusatz WATCH new. Trotz der soliden Basis wird für 2022 und darüber hinaus ein signifikanter Rückgang des Geschäftsvolumens und des Ergebnisses vor Steuern erwartet.
Andreas Brand, Vorsitzender des Aufsichtsrats des Zeppelin Konzerns, betonte die gute Zusammenarbeit zwischen Management, Arbeitnehmervertretern und Aufsichtsrat als Grundlage des Erfolgs. Er bezeichnete 2021 als das beste Jahr der Unternehmensgeschichte und hob hervor, dass die finanzielle und wirtschaftliche Stabilität des Konzerns nun dazu beitrage, die anstehende Krise zu bewältigen. Angesichts der Kriegssituation in der Ukraine hat Zeppelin schnell reagiert, Krisenstäbe eingerichtet und Maßnahmen zur Sicherung der Mitarbeiter sowie zur Unterstützung bei Evakuierungen eingeleitet.
Entwicklung der Strategischen Geschäftseinheiten im Jahr 2021
Die Baubranche zeigte 2021 in nahezu allen Märkten, in denen Zeppelin als Vertriebs- und Servicepartner von Caterpillar tätig ist, eine schnellere Erholung von der COVID-19-Pandemie als erwartet. Die Strategischen Geschäftseinheiten (SGE) Baumaschinen Zentraleuropa, Baumaschinen Nordics und Baumaschinen Eurasia verzeichneten deutliche Umsatz- und Ergebnissteigerungen. Positive Auftragseingänge trugen zur Festigung der Marktanteile bei. Insbesondere in Nordeuropa wurde das Service- und Dienstleistungsangebot ausgebaut. Das Bergbaugeschäft in Schweden profitierte von der gestiegenen Rohstoffnachfrage. In der eurasischen Region führten die hohe Nachfrage nach Roh- und Baustoffen sowie staatliche Infrastrukturinvestitionen zu Umsatzzuwächsen bei neuen Bau-, Land- und Forstmaschinen sowie im Ersatzteil- und Servicebereich.
Die SGE Rental konnte ihre Marktposition festigen und den Umsatz steigern, gestützt durch gute Marktbedingungen in der Baubranche und eine starke Nachfrage nach temporären Infrastruktur- und Verkehrssicherungslösungen.
Die SGE Power Systems erholte sich 2021 weitgehend von dem COVID-19-bedingten Einbruch wichtiger Kernmärkte im Jahr 2020, wie beispielsweise der Kreuzschifffahrt. Ein ausgeprägtes Servicegeschäft und der wieder anlaufende Verkauf von Neumotoren für die Erstausrüstung trugen wesentlich zum Umsatzzuwachs bei. Auch die anhaltende Nachfrage nach Energielösungen für Datencenter unterstützte das Umsatzplus. Produkte der Marke MaK, die mittelschnelllaufende Motoren umfassen, werden aufgrund des Ausstiegs des Partners Caterpillar aus diesem Marktsegment ab Ende 2022 aus dem Portfolio entfallen.
Der Zeppelin Anlagenbau verzeichnete 2021 einen sehr hohen Auftragseingang, der den pandemiebedingten niedrigen Auftragseingang des Vorjahres deutlich überkompensierte. Erfolgsfaktoren waren nachgeholte Auftragsvergaben in China und den USA sowie die Erschließung neuer Märkte, wie die Aufbereitung von Batteriemassen in der E-Mobilität und der Bau von Mälzereien in Brasilien. Durch eine Mehrheitsbeteiligung an der Magdalena Kitzmann GmbH (wirksam zum 1. Januar 2022) sicherte sich Zeppelin weitere Marktanteile im Bereich PVC-Anlagen und Chemie.
Fortsetzung der Digitalisierungsstrategie
Die bereits 2020 beschleunigte Einführung digitaler Tools zur effizienten Zusammenarbeit wurde 2021 fortgesetzt. Dies umfasste den Abschluss des flächendeckenden Roll-Outs der Kollaborationslösung Microsoft 365 und den verstärkten Einsatz von Cloud-Technologien. Die Standardisierung der Prozesslandschaft wurde durch die Einführung der globalen HR-Software „workday“ vorangetrieben. Auch die sukzessive Einführung von SAP in den einzelnen Konzerngesellschaften wurde fortgesetzt. Zum Schutz vor Cyberangriffen wurde der Ausbau des globalen Informationssicherheits-Management-Systems weiter vorangetrieben und entsprechende Schutz- und Überwachungssoftware installiert.
Ausblick auf das Geschäftsjahr 2022
Der Krieg in der Ukraine und die daraus resultierenden Sanktionen sowie Gegenreaktionen werden das Geschäft des Zeppelin Konzerns in den betroffenen Ländern erheblich beeinträchtigen. Neben dem Vertrieb und Service von Bau-, Bergbau- und Landwirtschaftsmaschinen sind auch laufende Aufträge des Anlagenbaus betroffen. Der Auftragsbestand 2021 enthielt nicht unerhebliche Aufträge für Russland und die Ukraine. Sollte deren Abwicklung nicht gewährleistet werden können, was für Teile bereits absehbar ist, wird dies erhebliche Auswirkungen auf den erwarteten Umsatz und das Ergebnis für 2022 haben. Etwa 20 Prozent des Zeppelin Geschäftsvolumens werden in den vom Krieg betroffenen Regionen erwirtschaftet. Dieser Umsatzanteil sowie potenzielle Vermögensverluste bergen Risiken für die Ertragslage.
Für seine weiteren Vertriebs- und Servicegebiete blickt Zeppelin trotz Fachkräftemangels, gestörter Lieferketten und erwarteter Preissteigerungen zuversichtlicher in die Zukunft. Deutschland und viele andere Länder stehen vor großen Herausforderungen beim Ausbau und der Sanierung ihrer Infrastruktur, die zudem klimagerecht gestaltet werden soll. Der Trend zur Elektromobilität erfordert den Ausbau von Stromtrassen, und die erneuerbare Energiegewinnung der Zukunft benötigt infrastrukturelle Begleitung. Diese Faktoren dürften erhöhte öffentliche Investitionen nach sich ziehen und die Nachfrage nach Produkten und Service für die Baubranche beleben. Die Einflüsse des Krieges in der Ukraine auf die Weltwirtschaft sind jedoch schwer abschätzbar. Es wird davon ausgegangen, dass das Wachstum nicht in der erwarteten Höhe ausfallen wird und Markteinbrüche möglich sind.
Im Oktober 2022 wird Zeppelin auf der Bauma, der weltweit größten Leitmesse für die Bauwirtschaft, eine Reihe elektrifizierter Caterpillar Baumaschinen präsentieren. Das Angebot für Kunden im Mietbereich wird erweitert, mit einem Schwerpunkt auf temporären Lösungen mit CO2-armem Equipment. Im Anlagenbau investiert der Konzern gezielt in Recycling-Lösungen für Kunststoffe und Autoreifen und entwickelt den Bereich zur Aufbereitung von Materialien für die Batterieherstellung weiter. Insgesamt ist der Konzern mit seinen Produkten und Dienstleistungen für die Herausforderungen der Zukunft gerüstet, auch wenn er für 2022 aufgrund des Ukraine-Krieges mit einem starken Rückgang des Umsatzes und des Ergebnisses vor Steuern rechnet.
