Naturschutz

Neue Projekte zur Kohlenstoffspeicherung in der Landnutzung

Das BMEL fördert neue Projekte zur Kohlenstoffspeicherung in der Landwirtschaft. Ziel ist die Stärkung des Klimaschutzes und die Anpassung an die Klimakrise durch Humusaufbau und Pflanzenkohle-Anwendung. Dies soll wissenschaftliche Erkenntnisse in die Praxis überführen.

Förderung von Klimaschutzmaßnahmen in Landwirtschaft und Gartenbau

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat zwei Förderbekanntmachungen veröffentlicht, die den Klimaschutz in der Landnutzung stärken sollen. Die Projekte zielen darauf ab, wissenschaftliche Erkenntnisse zu erweitern und diese in die land- und gartenbauliche Praxis zu überführen. Dies soll sowohl dem Klimaschutz dienen als auch die Anpassung an die Klimakrise unterstützen.

Die beiden Förderbereiche umfassen den Humusaufbau im Obst- und Gemüsebau sowie im Anbau von Wein und Hopfen und die Anwendung von Pflanzenkohle für eine Landwirtschaft im Klimawandel.

Modell- und Demonstrationsvorhaben zum Humusaufbau

Im Rahmen des Projekts „Humusaufbau im Obst- und Gemüsebau sowie im Anbau von Wein und Hopfen“ sollen innovative und langfristig wirkende Maßnahmen zum Humuserhalt und -aufbau umgesetzt werden, die über die aktuelle Praxis hinausgehen. Die beteiligten Demonstrationsbetriebe fungieren dabei als Multiplikatoren und Lernorte.

Diese Vorhaben ergänzen ein bereits bestehendes Modell- und Demonstrationsvorhaben zum Humusaufbau in landwirtschaftlich genutzten Böden, das sich auf Ackerbau und Mischbetriebe konzentriert. Die neuen Projekte sind als Modellvorhaben auf landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Praxisbetrieben in verschiedenen Regionen Deutschlands geplant.

Forschung zur Anwendung von Pflanzenkohle

Das zweite Förderprojekt „Anwendung von Pflanzenkohle für eine Landwirtschaft im Klimawandel“ unterstützt Forschungs- und Entwicklungsvorhaben. Diese sollen die Potenziale und Auswirkungen des landwirtschaftlichen Pflanzenkohleeinsatzes im Kontext des Klimawandels untersuchen und bewerten. Ziel ist die Entwicklung von Konzepten für eine zielgerichtete Anwendung sowie die Erarbeitung von Handlungsempfehlungen für die Praxis.

Hintergrund: Kohlenstoffspeicherung in Böden

Das Klimaschutzprogramm 2030 der Bundesregierung sieht vor, das Kohlenstoffspeicherpotenzial landwirtschaftlich genutzter Böden verstärkt zu aktivieren. Böden zählen zu den größten Kohlenstoffsenken der Erde. Nach Angaben des Thünen-Instituts sind in den landwirtschaftlich genutzten Böden Deutschlands (Acker und Grünland) bis zu einer Tiefe von einem Meter etwa 2,5 Milliarden Tonnen Kohlenstoff gespeichert.

Kohlenstoff wird im Boden hauptsächlich in Form von organischer Substanz, insbesondere Humus, eingelagert. Humus in landwirtschaftlichen Böden ist entscheidend für Funktionen wie das Bodenleben, die Bodenfruchtbarkeit, den Wasserhaushalt, die Nährstoffverfügbarkeit und die Erosionsminderung. Ein gezieltes und kontinuierliches Management ist erforderlich, um Humus aufzubauen und langfristig hohe Vorräte im Boden zu sichern.

26.03.2022

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