Neue Vielfalt auf deutschen Feldern
Die Nachfrage nach regionalen Produkten und neuen Geschmackserlebnissen führt dazu, dass deutsche Erzeuger zunehmend exotische Gemüsesorten kultivieren. Diese Entwicklung ermöglicht es, die veränderte Esskultur zu bedienen und gleichzeitig durch kurze Transportwege einen positiven Beitrag zur Ökobilanz zu leisten. Die Produkte können bis zum optimalen Erntezeitpunkt an der Pflanze reifen, was sich geschmacklich auswirkt.
Ein gesunder Lebensstil und eine bewusste Ernährung, bei der Gemüse eine zentrale Rolle spielt, prägen die aktuelle Esskultur. Verbraucher legen Wert auf Genuss und eine abwechslungsreiche Küche. Das Jahr 2022 bringt hierfür verschiedene Neuheiten hervor, die zum Ausprobieren anregen.
Vulkanspargel (Puntarelle)
Der Vulkanspargel, auch als Puntarelle, Spargelchicorée oder Cimata bekannt, ist in Italien eine etablierte Delikatesse. Seit 2020 wird er in der Pfalz nachhaltig angebaut. Optisch erinnert er an Löwenzahnsalat, da er im Inneren Stiele, sogenannte Hüllblätter, ausbildet. Diese ummanteln dicke, hohle Triebe, die Spargelköpfen ähneln. Geschmacklich weist er aufgrund seiner Bitterstoffe Ähnlichkeiten mit Chicorée, Endivie und Radicchio auf.
Das Gemüse enthält wichtige Vitamine und Mineralstoffe wie Vitamin A, Kalzium, Phosphor, Eisen und Karotin. Ihm wird nachgesagt, Verdauung und Kreislauf anzukurbeln, weshalb er auch in der ayurvedischen Heilkunde Anwendung findet. Die Saison des Herbst- und Wintergemüses erstreckt sich von Oktober bis Januar.
In der Gastronomie ist Vulkanspargel bereits beliebt und vielseitig zubereitbar. Er kann als knackiger Wintersalat, warm mit Zucker, Salz und Butter in der Pfanne geschwenkt oder in Kombination mit Pasta genossen werden.
Edamame
Die Sojabohne Edamame stammt ursprünglich aus Japan, findet aber aufgrund des milden Klimas auch in Südwestdeutschland gute Anbaubedingungen. Als „Superfood“ aus deutschem Anbau stellt sie eine nachhaltige Alternative zu importierten Varianten dar, wird jedoch bislang hauptsächlich in der Gastronomie verwendet.
Edamame zeichnen sich durch einen hohen Protein- und Ballaststoffgehalt sowie wichtige Aminosäuren aus. Sie werden im Frühjahr gesät und zwischen August und Oktober geerntet. Traditionell werden Edamame in der Hülse in Salzwasser gekocht, wobei nur das Innere verzehrt wird. Sie eignen sich als Beilage zu Fisch-, Nudel- oder Reisgerichten sowie als Snack, beispielsweise mit Meersalz und Chiliflocken.
SalaCrisp
SalaCrisp ist eine neue Salatsorte, die Eigenschaften von Eisberg- und Mini Romana Salat vereint. Sie gehört zur Familie der Korbblütler und ist seit 2013 für den Freilandanbau verfügbar. Ideale Anbaubedingungen findet sie im Norden Deutschlands, begünstigt durch die Nähe zur Nordsee und die offene Lage nach Westen. Die knackigen Herzblätter erinnern an Eisbergsalat, während die verlängerte Kopfform und der aromatische Geschmack an Mini Romanasalat erinnern. Durch ihre Größe ist sie besonders für kleine Haushalte geeignet.
SalaCrisp ist nach fünf bis zehn Wochen erntereif und ganzjährig verfügbar. Sie ist knackig und haltbar wie Eisbergsalat und geschmackvoll wie Mini Romanasalat. Zur Zubereitung wird der Strunk entfernt und die Blätter kurz abgespült. Anschließend kann der Salat geschnitten und mit Dressing, in gemischten Salaten, auf Sandwiches oder pur als Snack genossen werden. Eine SalaCrisp ist für eine Salatportion ausreichend.
Frische SalaCrisp erkennt man an ihrer knackigen Blattstruktur, die auch nach der Zubereitung erhalten bleibt. Zur Lagerung empfiehlt es sich, den Salat in der Folie verpackt im Gemüsefach des Kühlschranks aufzubewahren, wo er einige Tage haltbar ist.
KaRuby
Die KaRuby ist eine rubinrote Möhre mit intensivem Möhren-Geschmack und knackiger Struktur. Ursprünglich aus Amerika stammend, gedeiht sie auch in den sandigen Böden der Lüneburger Heide. Ihre rubinrote Farbe bleibt auch beim Schälen und Kochen erhalten, im Gegensatz zur violetten Urmöhre, deren Farbstoffe sich im Wasser lösen.
KaRuby wird im September und Oktober geerntet. Sie lässt sich wie orangefarbene Möhren schälen, schneiden und zubereiten. Roh als Snackmöhre, geraspelt im Salat oder als gekochte Gemüsebeilage behält sie ihre Farbe. Frische KaRuby zeichnen sich durch eine feste, knackige Struktur aus und sollten sich nicht biegen lassen. Sie können wie klassische Möhren einige Tage im Kühlschrank gelagert werden.
