Branchenverbände, Naturschutz

Weihnachtsbaumübergabe im Kanzleramt: Fokus auf Waldschäden und nachhaltige Forstwirtschaft

Eine Weißtanne aus Brandenburg ziert das Kanzleramt. Die Übergabe durch Waldeigentümer thematisierte Waldschäden durch Dürre und Stürme. Es wurde auf die Bedeutung nachhaltiger Forstwirtschaft und die Herausforderungen des Klimawandels hingewiesen.

Waldschäden und die Dringlichkeit nachhaltiger Forstwirtschaft

Eine elf Meter hohe Weißtanne aus Brandenburg ziert in diesem Winter den Ehrenhof des Bundeskanzleramtes. Die Übergabe erfolgte durch Philipp zu Guttenberg, Präsident der AGDW – Die Waldeigentümer, und Thomas Weber, Vorsitzender des Waldbesitzerverbandes Brandenburg, an Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Mit dieser Tanne wollen wir neben weihnachtlichen Wünschen auch ein Zeichen setzen und auf die Jahrhundertkatastrophe aufmerksam machen, die dem Wald in diesem Jahr mit Dürre, Stürmen und Massenvermehrungen von Schadinsekten schwer zugesetzt hat.

Die traditionelle Weihnachtsbaumübergabe durch den Bundesverband der Waldeigentümer fand wenige Tage vor dem ersten Advent statt. Thomas Weber, Vorsitzender des Waldbesitzerverbandes Brandenburg und Leiter des Stadtforstes in Fürstenwalde, betonte die Dringlichkeit der Situation.

Angesichts der jüngsten Wetterextreme wollen wir vor der Bedrohung unserer Wälder warnen. Gleichzeitig wollen wir unsere lange Tradition der nachhaltigen und generationenübergreifenden Forstwirtschaft deutlich machen.

Zusätzlich zum Weihnachtsbaum erhielt die Bundeskanzlerin zwei Schachfiguren, einen weißen und einen schwarzen Bauern, von der AGDW.

Wer zwei starke Waldbauern an seiner Seite hat, kann alle Herausforderungen bestehen.

Klimawandel und Waldschäden

Bei der Übergabe thematisierte der AGDW-Präsident die aktuellen Schäden in den Wäldern, die durch die Dürre verursacht wurden.

Der Klimawandel ist in unseren Wäldern mit Wucht angekommen. Erstmals waren neben Nadel- auch viele Laubbaumarten betroffen; frühzeitiger Laubverlust, vertrocknete Jungpflanzen und Bäume, Waldbrände und Schädlingsbefall haben die Wälder schwer beschädigt.

Die AGDW schätzt die Waldschäden auf rund 5,4 Milliarden Euro. Klimaforscher prognostizieren eine Zunahme solcher Wetterextreme in den kommenden Jahren und Jahrzehnten.

Die Rettung der Wälder ist eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung, da wir stabile Wälder brauchen für den Klimaschutz, für die Sauerstoffproduktion, für die Bereitstellung von Holz und für die Erholung.

Mit Blick auf die bevorstehende UN-Klimakonferenz in Katowice unterstrich der AGDW-Präsident die Bedeutung der Unterstützung für die Forstwirtschaft, um die Wälder zu erhalten und durch Waldumbaumaßnahmen für zukünftige Wetterextreme zu rüsten.

Herkunft und Bedeutung der Weißtanne als Symbol

Die Weißtanne, die das Bundeskanzleramt schmückt, ist 54 Jahre alt und stammt aus dem Wald der Sauener Forst & Gewerbe GmbH. Dieser Familienbetrieb in Sauen berät Waldeigentümer und Forstbetriebe unter anderem zu Waldentwicklung, Waldpflege, Aufforstung und Jagd. Geleitet wird der Betrieb von Prof. Dr. Conrad Baldamus, der ihn 2013 gründete.

Angesichts der Klimaveränderungen brauchen wir nachhaltige Waldbaukonzepte, die unseren Wäldern zu Stabilität und Zukunftsfähigkeit verhelfen.

Der Forstbetrieb in Sauen verfügt über Erfahrungen, die für die Forstwirtschaft in Brandenburg von Bedeutung sind.

Eigenschaften der Weißtanne

  • Die Weißtanne (Abies alba) ist eine europäische Nadelbaumart aus der Gattung Tannen (Abies) in der Familie der Kieferngewächse (Pinaceae). Ihr Name leitet sich von der hellgrauen Borke ab.
  • Ökologische und ökonomische Einflüsse, darunter der Befall durch eingeschleppte Schädlinge wie die Weißtannentrieblaus, haben in den letzten 200 Jahren zu einem Rückgang des Weißtannenbestandes geführt.
  • Die Tanne zählt zu den Nadelbäumen mit den tiefsten Wurzeln. Je nach Standort kann sie in Deutschland Wurzeltiefen von bis zu 1,50 Metern erreichen.

30.11.2018

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