Büroorganisation und Verwaltung

Digitalisierung im Baugewerbe: Potenziale und Herausforderungen

Eine aktuelle Studie zeigt, dass die Digitalisierung im Baugewerbe zunimmt, aber noch Aufholbedarf besteht. Unternehmen setzen vermehrt auf digitale Werkzeuge und Cloud-Lösungen, um Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Die Investitionen zahlen sich aus, doch die digitale Kompetenz der Mitarbeiter muss noch verbessert werden.

Zunehmender Einsatz digitaler Werkzeuge im Baugewerbe

Die Digitalisierung rückt in der Bauindustrie stärker in den Fokus: 33 Prozent der befragten Unternehmen haben die Digitalisierung fest in ihrer Geschäftsstrategie verankert. Dies deutet auf ein wachsendes Bewusstsein für die Vorteile digitaler Prozesse hin. Im Gesamtdurchschnitt anderer Branchen ist die digitale Zukunft bereits in 45 Prozent der Unternehmen strategisch verankert.

Kunden erwarten heute ständige Erreichbarkeit. Um dieser Anforderung gerecht zu werden, müssen Mitarbeiter auf der Baustelle über mobile Endgeräte wie Laptops oder Smartphones auf Baupläne und Kundeninformationen zugreifen können. Erste Unternehmen nutzen mobile Endgeräte auch zur Erfassung von Arbeitsstunden, wodurch manuelle Nachbearbeitung entfällt.

Unternehmen, die mobilen Zugriff auf Geschäftsanwendungen wie die Auftragsverwaltung ermöglichen, berichten von einer Effizienzsteigerung (89 Prozent) und einer schnelleren Reaktionsfähigkeit auf Anfragen (84 Prozent). Bei Unternehmen, deren Mitarbeiter unterwegs Kommunikationsanwendungen wie E-Mail, Kalender und Konferenzlösungen nutzen können, antworten 85 Prozent rascher auf Anfragen.

Für mittelständische Bauunternehmen steht bei der Digitalisierung die Optimierung von Sicherheit und Datenschutz im Vordergrund, mit 60 Punkten als eindeutiger Priorität. Dies ist auch eine Folge der im Frühjahr 2018 in Kraft getretenen Europäischen Datenschutzgrundverordnung.

Vorteile der digitalen Transformation für Baubetriebe

Die digitale Transformation hat sich für Baubetriebe bereits ausgezahlt. Immer mehr Bauunternehmen greifen auf Cloud-Lösungen zurück, da diese skalierbar, kostensparend und flexibel sind. 29 Prozent der Bauunternehmen nutzen IT-Infrastrukturen aus der Cloud, im Vergleich zu 17 Prozent im Jahr 2017. Cloud-Plattformen sind für 30 Prozent der Befragten Realität (2017: 18 Prozent), und Cloud-Anwendungen kommen bei 31 Prozent der Betriebe zum Einsatz.

Unternehmen mit Cloud-Anwendungen können leichter neue Geschäftsideen entwickeln (76 Prozent) und erreichen effizientere interne Prozesse sowie eine höhere organisatorische Flexibilität (77 Prozent).

Dies zeigt: Investitionen in digitale Lösungen, wie zum Beispiel die Cloud, rentieren sich. Sie tragen dazu bei, den Umsatz zu steigern oder helfen, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln.

Diese Aussage unterstreicht die Bedeutung digitaler Investitionen für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen.

Digitale Kompetenz der Mitarbeiter als Erfolgsfaktor

Für den digitalen Wandel sind Mitarbeiter mit entsprechender digitaler Kompetenz erforderlich. Im Baubereich ist hier noch Nachholbedarf erkennbar: Nur 30 Prozent der Unternehmen halten ihre Mitarbeiter für die digitale Transformation optimal qualifiziert, während der Branchendurchschnitt bei 35 Prozent liegt. Unternehmen bieten daher gezielte Weiterbildungen an. 64 Prozent schicken ihre Beschäftigten zu klassischen Maßnahmen wie Seminaren. In den kommenden zwei Jahren sollen diese zunehmend durch Webinare und andere Online-Lernformate ersetzt werden, da diese kostengünstiger und zeitlich flexibler sind.

Kosten-Nutzen-Verhältnis der Digitalisierung im Baugewerbe

Die digitale Transformation erfordert Investitionen in neue Technologien und digitales Know-how. Die Studie belegt jedoch, dass sich der Einsatz lohnt: Bei 38 Prozent der Bauunternehmen übersteigt der Nutzen der Digitalisierungsmaßnahmen die Aufwendungen. Weitere 38 Prozent der Unternehmen weisen ein ausgeglichenes Kosten-Nutzen-Verhältnis auf. Insbesondere Unternehmen, die frühzeitig und konsequent die digitale Transformation vorangetrieben haben, profitieren davon. Bei den sogenannten Digital Leadern geben 67 Prozent an, dass der Nutzen die Kosten übersteigt.

30.11.2018

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