Herausforderungen und Lösungsansätze in der Baubranche
Die Bau- und GaLaBau-Branche steht vor der Herausforderung, Innovationen voranzutreiben, die Ergonomie, Effizienz, Arbeitssicherheit und Qualität verbessern. Ein Blick über etablierte Wege hinaus ist dabei entscheidend. Zwei Experten beleuchten technische Entwicklungen und deren Vorteile.
Johann Rettenbacher, Verkaufsleiter Direktvertrieb B2B, und Thomas Kraus, Anwendungsberater für Händler und GaLa-Bauer bei Husqvarna Construction Deutschland, diskutieren aktuelle Trends. Die Auftragslage in der Bau- und GaLaBau-Branche ist stabil bis gut. Eine wesentliche Herausforderung stellen jedoch die gestiegenen Kosten für Baustoffe dar. Das Thema „bezahlbares Bauen“ ist für Kunden und Anbieter gleichermaßen relevant.
Unternehmen sollten bei öffentlichen Ausschreibungen auf Stoffpreisgleitklauseln achten, um Preisschwankungen abzufedern. Unabhängig davon ist es wichtig, alle Möglichkeiten zur Steigerung der Effizienz, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit auszuschöpfen.
Elektrisch betriebene Maschinen und Geräte im Fokus
Der Einsatz elektrisch betriebener Maschinen und Geräte hat sich in den letzten Jahren stark entwickelt. Leistung und Akkutechnik ermöglichen ein breites Anwendungsspektrum. Das Bohren, Schneiden, Sägen und Trennen verschiedenster Materialien sowie der Abtransport mit Elektrofahrzeugen sind heute Standard. Die Bedienung erfordert keine umfangreiche Umgewöhnung oder Schulung.
Elektrische Antriebe bieten Vorteile für die Umwelt durch reduzierte Emissionen und verbessern den Arbeitsschutz. In Innenräumen und bei der Arbeit an bestehender Bausubstanz sind sie besonders vorteilhaft, da keine Abgase entstehen. Zudem entfällt die Beschaffung, Lagerung und Handhabung brennbarer Öle und Betriebsmittel.
Ein häufig gehörtes Gegenargument ist die „zu schwache Leistung“. Davon kann keine Rede mehr sein: Neue Antriebsaggregate wie das PP 70 unserer Husqvarna PRIME Produktpalette erzeugen eine Leistung von 6,5 kW.
Diese Leistung ist ausreichend für Bohrmotoren zum Kernbohren in Stahlbeton, Trennschleifer und Kettensägen. Ein Hochvolt-Stromanschluss ist dabei auf Baustellen üblich. Elektrische Geräte sind oft leichter, besser ausbalanciert und arbeiten vibrationsärmer, was eine ermüdungsfreiere und präzisere Bedienung ermöglicht. Dies wirkt sich positiv auf den Anwender und die Arbeitsqualität aus.
Technologie als Antwort auf den Fachkräftemangel
Der Fachkräftemangel stellt eine Herausforderung für Qualität und Arbeitssicherheit dar. Technologie kann hier unterstützen. Für Bereiche wie Abbrucharbeiten, Bodenbearbeitung und Wandsägen stehen ferngesteuerte, elektrisch angetriebene Maschinen, Geräte und Systeme zur Verfügung. Diese können von einer Person bedient werden und ermöglichen eine höhere Arbeitssicherheit, Effizienz und Präzision.
Ein Abbruchroboter kann beispielsweise mit einem Abbruchhammer oder einer Schere ausgestattet werden. Bei Maschinen zur Bodenbearbeitung sind Laufgeschwindigkeit und Anpressdruck voreingestellt, der Anwender muss die Maschine lediglich führen oder fernsteuern. Wandsägen mit Fernbedienung ermöglichen das Sägen von Ecken und kleinen Öffnungen ohne Überschneidungen.
Investitionsschutz und modernes Flottenmanagement
Um den langfristigen Werterhalt von Maschinen und Geräten sicherzustellen, bieten digitale Lösungen Unterstützung. Mit den „Husqvarna Fleet Services“ können Bauunternehmen und Maschinenvermieter ihre Geräteflotte digital verwalten. Dies umfasst einen detaillierten Überblick über den Bestand, Informationen zur Laufzeit, den aktuellen Standort und den Wartungsstatus der Maschinen.
Alle Informationen sind über eine App und das Husqvarna Fleet Services-Portal abrufbar. Dies erhöht die Planungssicherheit für Unternehmen und ist wirtschaftlich interessant, da die Abrechnung über ein monatliches Abonnement erfolgt.

