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ZVG-Podiumsdiskussion: Künstliche Intelligenz im Gartenbau auf dem Vormarsch

Eine Podiumsdiskussion des Zentralverbandes Gartenbau (ZVG) beleuchtete die zunehmende Bedeutung von KI und Robotik im Gartenbau. Experten diskutierten über Innovationen, Automatisierung und die Notwendigkeit von Planungssicherheit für die Branche.

Potenziale und Herausforderungen der KI im Gartenbau

Der Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) und selbstlernender Robotik im Gartenbau wird voraussichtlich zunehmen. Diese Einschätzung teilten die Teilnehmer einer Podiumsdiskussion im Rahmen der öffentlichen Mitgliederversammlung des Zentralverbandes Gartenbau (ZVG) am 8. September 2023 in Mannheim.

ZVG-Präsident Jürgen Mertz hob die Innovationen und Vernetzungsmöglichkeiten hervor, betonte jedoch gleichzeitig, dass eine verstärkte Automatisierung und Digitalisierung Planungssicherheit über einen längeren Zeithorizont erfordere. Dr. Holger Schmidt von der TU Darmstadt erläuterte den Durchbruch der generativen KI, wie sie beispielsweise in ChatGPT zum Einsatz kommt.

Auswirkungen auf Wirtschaft und Gartenbau

Schmidt ist überzeugt, dass KI als digitaler Helfer dienen kann, sofern man lernt, die Technologie zu nutzen. Er wies darauf hin, dass erstmals nicht manuelle, sondern kognitive Tätigkeiten in großem Umfang automatisiert werden könnten. Marc Schubhan, KI-Trainer vom Mittelstand-Digital Zentrum Handel und Researcher am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), gab einen Ausblick auf die Digitalisierung und den KI-Einsatz im Handel. Er nannte als Beispiel eine intelligente Obstschräge mit Stückzahlerkennung und Bestandsmanagement.

Florian Haselbeck von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf konzentrierte sich auf die Wertschöpfungsketten von Zierpflanzen, Schnittblumen und Stauden. Er berichtete über das Projekt PlantGrid, in dem ein digitales Management-Unterstützungssystem entwickelt wird. Haselbeck unterstrich, dass KI-gestützte Absatzprognosen kleinen und mittleren Gartenbauunternehmen helfen könnten, einem Strukturwandel entgegenzuwirken.

KI in Bewässerung und Robotik

Prof. Jana Zinkernagel von der Hochschule Geisenheim stellte die Potenziale des KI-Einsatzes in der Bewässerungssteuerung des Freilandgemüsebaus vor. Sie betonte, dass die komplexen Anforderungen präzise und robuste digitale Entscheidungshilfesysteme für Anwender erforderten. Das neuronale Netz ANNI ermögliche eine reduzierte Parametereingabe bei gleichzeitig höherer Automatisierbarkeit der Bewässerungsempfehlung.

Im Projekt GeoSenSys hat sich künstliche Intelligenz am Beispiel von Spinat für die Steuerung von Düngung und Bewässerung bewährt. Stefan Obser vom Unternehmen Innok Robotics präsentierte die Einsatzmöglichkeiten des Bewässerungsroboters RAINOS. Er hob hervor, dass innovative und autonome Roboter auch ohne KI lernen und intelligent agieren könnten.

Dr. Klaus Müller vom Institut für Echtzeit Lernsysteme der Universität Siegen berichtete über die Entwicklung eines Roboters für den Weihnachtsbaumanbau im WeBaRo-Projekt. Dieser Roboter agiert autonom und soll bei Pflanzung, Düngung und Unkrautregulierung unterstützen.

08.09.2023

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