Naturschutz

Zweizellige Sandbiene: Neue Wildbienenart im Rheinland entdeckt

Erstmals wurde die Zweizellige Sandbiene in NRW nachgewiesen. Der Fund zeigt, wie wichtig artenreiche Blühflächen und gezielte Pflanzkonzepte sind, um spezialisierte Bestäuber nachhaltig zu fördern – auch im GaLaBau.

Erstnachweis unterstreicht Bedeutung artenreicher Blühflächen

Mit dem erstmaligen Nachweis der Zweizelligen Sandbiene (Andrena lagopus) in Nordrhein-Westfalen gewinnt die Bedeutung artenreicher Blühflächen weiter an Gewicht. Entdeckt wurde die wärmeliebende Wildbienenart im Mai 2016 in Zülpich im Rahmen eines Monitorings im Projekt „Summendes Rheinland – Landwirte für Ackervielfalt“.

Für den Garten- und Landschaftsbau unterstreicht der Fund die Relevanz standortgerechter Pflanzkonzepte und strukturreicher Freiflächen – insbesondere in Übergangsbereichen zwischen Siedlungsraum und Agrarlandschaft. Denn gerade spezialisierte Arten reagieren sensibel auf das verfügbare Nahrungsangebot.

Spezialisierte Art mit klaren Standortansprüchen

Die Zweizellige Sandbiene ist auf Offenlandlebensräume angewiesen und hoch spezialisiert. Sie nutzt ausschließlich Pollen bestimmter Kreuzblütler zur Versorgung ihres Nachwuchses. Dazu zählen unter anderem Raps, Ackersenf und Wiesen-Schaumkraut.

Damit hängt ihr Vorkommen direkt von geeigneten Blühflächen ab. Für die Planung und Pflege im Garten- und Landschaftsbau bedeutet das: Pflanzenverwendung und Pflegekonzepte müssen gezielt auf die Bedürfnisse solcher Arten abgestimmt werden, um dauerhafte Populationen zu ermöglichen.

Projekt zeigt Wirkung in intensiv genutzten Landschaften

Der Nachweis gilt als Erfolg eines Projekts, das gezielt die Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Naturschutz stärkt. Ziel ist es, die Lebensbedingungen für Bestäuber nachhaltig zu verbessern – insbesondere in intensiv genutzten Agrarräumen wie der Niederrheinischen Bucht.

"Es ist nicht alltäglich, dass wir im Rahmen unseres Projektes "Summendes Rheinland" eine solche herausragende Entdeckung machen. Dies bestätigt, dass wir auf einem richtigen und wichtigen Weg sind"

Als möglicher Treiber der Ausbreitung gilt der Klimawandel. Die Art scheint ihr Verbreitungsgebiet nach Norden auszudehnen und profitiert von veränderten klimatischen Bedingungen.

"Die Zweizellige Sandbiene gehört zu den Arten, die offenbar vom Klimawandel profitieren und ihr Verbreitungsgebiet nach Norden ausdehnen. Deshalb müssen wir dafür sorgen, dass auch den spezialisierten Arten die benötigten Nahrungsgrundlagen zur Verfügung stehen"

Monitoring liefert Grundlage für gezielte Maßnahmen

In Nordrhein-Westfalen sind aktuell 364 Wildbienenarten bekannt, während 45 Arten bereits als ausgestorben gelten. Rund 35 Prozent stehen auf der Roten Liste als gefährdet. Entscheidend für den Erhalt ist das Vorkommen geeigneter Pflanzenarten – insbesondere für spezialisierte Arten.

Systematische Bestandserhebungen bilden dabei die Grundlage für wirksame Maßnahmen.

"Es ist von großer Bedeutung, dass wir in diesem Projekt die Möglichkeit haben, Bestandserhebungen durchzuführen, um genau hinzuschauen, welche Tierarten vorkommen und von den Maßnahmen profitieren. Nur so weiß man, was man schützen kann"

Auch auf regionaler Ebene wird der Fund als positives Signal gewertet und als Chance gesehen, die Biodiversität langfristig zu stärken.

"Dass bei uns im Kreis Euskirchen eine solch seltene Wildbienenart nachgewiesen wurde, ist außerordentlich erfreulich. Ich hoffe sehr, dass sie auch langfristig in unserem Kreis eine neue Heimat findet."

Impuls für Planung und Pflege von Grünflächen

Das Projekt „Summendes Rheinland“ wird im Bundesprogramm Biologische Vielfalt gefördert und zeigt, wie gezielte Maßnahmen auch in intensiv genutzten Landschaften Wirkung entfalten können. Für den Garten- und Landschaftsbau ergeben sich daraus klare Handlungsfelder.

Artenreiche Blühflächen, vielfältige Strukturen und angepasste Pflegekonzepte tragen entscheidend dazu bei, Bestäuber zu fördern. Gerade in urbanen Räumen und deren Randbereichen können entsprechend gestaltete Flächen einen wichtigen Beitrag zur ökologischen Vernetzung leisten.

Die Entwicklung zeigt: Biodiversität ist kein Randthema, sondern ein integraler Bestandteil moderner Freiraumplanung. Projekte wie dieses liefern dafür belastbare Erkenntnisse und praxisnahe Ansätze.

05.06.2016

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