Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Gemeinsam mit sieben weiteren Unterzeichnern der Charta Zukunft Stadt und Grün traf sich BGL-Vizepräsident Eiko Leitsch am Donnerstag, den 25. September 2014, mit dem Beigeordneten des Deutschen Städtetags (DST), Hilmar von Lojewski, Leiter des Dezernats Stadtentwicklung, Bauen, Wohnen und Verkehr, in Köln, um über die Notwendigkeit von grüner Stadtentwicklung mit mehr lebendigem Grün zu sprechen.

v.r.n.l.: Hilmar von Lojewski, DST, Eiko Leitsch, BGL, Stephan Lenzen, BDLA, Beatrice Bülter, Kölner Grün Stiftung, Götz Stehr, GALK, Peter Menke, Stiftung DIE GRÜNE STADT, Peter Buchenau, Fa. eibe, Christian Siegel, DOSB und Harald Lwowski, DST.

In der Diskussion wies Eiko Leitsch explizit auf die vielfältigen Lösungsansätze von Stadtgrün, wie sie die Charta Zukunft Stadt und Grün aufzeigt, hin. Von Lojewski zeigte sich überrascht angesichts des breiten Unterstützerkreises der Charta und erkannte zudem eine geistige Nähe zu den Inhalten der Charta. Das Positionspapier „Anpassung an den Klimawandel“ des Deutschen Städtetages greift eine Vielzahl der Handlungsfelder aus der Charta auf.

Eiko Leitsch: „Grün ist auf dem Weg zum Symbol fürs gute Leben! Für immer mehr Menschen in der Stadt ist echtes Grün inzwischen unverzichtbar für eine gute Atmosphäre, ein besseres Klima und ein höheres Wohlbefinden im öffentlichen, gewerblichen und privaten Umfeld. Mit der Charta „Zukunft Stadt und Grün“ zeigen wir das Potenzial und den Nutzen von städtischem Grün auf.“ Dem pflichtete auch Christian Siegel, Vertreter des DOSB mit 28 Millionen Mitgliedern bei: „Die Menschen in grünen Städten fühlen sich wohler und gesünder. Sie nutzen öffentliche Grünräume als Treffpunkt für Spiel und Sport, gleichzeitig dienen Parkanlagen als Orte der Begegnung für Menschen unterschiedlicher Kulturen und Religionen.“

Auch Stefan Lenzen, Vizepräsident des BDLA, betonte, dass der Berufsstand die Bedeutungshoheit einer grünen Stadt zurückgewinnen müsse. Wir müssen echtes, lebendiges Grün besetzen, nicht grüne technische Lösungen rund um Energieeinsparung und Mobilität. Götz Stehr, Vorsitzender der GALK, hob die Notwendigkeit des Erhalts und des Unterhalts der städtischen Grünflächen hervor, der Pflegezustand der Freianlagen sei ein größeres Anliegen der Gartenamtsleiter als deren Neubau. Laut von Lojewski ist auch ein verändertes Bürgerverhalten festzustellen. Bürgerengagement und das Stiftungswesen wird in Zukunft im Zusammenspiel mit den Stadtverwaltungen eine immer wichtigere Rolle spielen. Von Lojewski bot den Anwesenden an, die Charta in den Gremien des Städtetages zu beraten und bei positiver Prüfung auch durch den Deutschen Städtetag zu unterzeichnen.

Ziele und Inhalte der Charta Zukunft Stadt und Grün

Die Charta wird mittlerweile von 37 Unterzeichnern getragen und benennt in insgesamt acht Wirkungs- und Handlungsfeldern die vielfältigen Lösungsbeiträge von urbanem Grün für eine nachhaltige Stadtentwicklung: Abmilderung der Folgen des Klimawandels, Gesundheits-förderung, Sicherung sozialer Funktionen, Steigerung der Standortqualität, Schutz des Bodens, des Wassers und der Luft, Erhalt des Artenreichtums, Förderung von bau- und vegetations-technischer Forschung sowie Schaffung gesetzlicher und fiskalischer Anreize.

 

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