Umfassende Einblicke und Fachdiskussionen zur Fassadenbegrünung
Über 50 Teilnehmer diskutierten während der Veranstaltung zahlreiche Fachfragen. Prof. Dr. Manfred Köhler eröffnete das Symposium mit einem Vortrag über die Historie und die positiven Effekte von Fassadenbegrünungen. Er hob hervor, dass begrünte Fassaden durch Verdunstung kühlen, wobei etwa 200 Liter Wasser pro Quadratmeter innerhalb einer Vegetationsperiode verdunstet werden. Zudem können Energieeinsparungen von bis zu 25 % und Lärmreduzierungen von bis zu 5 dB(A) erzielt werden. Dr. Manfred Thönnessen präsentierte detaillierte Ergebnisse zur Feinstaubbindung durch Kletterpflanzen. Ein Vergleich mit Staubniederschlagsdaten verschiedener Städte belegte die Filterleistung von Fassadenbegrünungen, insbesondere mit Wildem Wein.
Prof. Dr. Frank Ulrich Vogdt beleuchtete die bautechnischen Voraussetzungen begrünbarer Fassaden. Er betonte, dass die Wahl der Fassadenbegrünung auf die Außenwandkonstruktion abgestimmt werden muss, da nicht jede Konstruktion einen Bewuchs durch Selbstklimmer zulässt. Die Planung von Fassadenbegrünungen erfordert zudem die Berücksichtigung der Standsicherheit.
Gestaltung, Mängel und Pflege von begrünten Fassaden
Prof. Christoph Althaus demonstrierte in seinem Vortrag die Gestaltungsmöglichkeiten mit Fassadenbegrünungen. Er stellte fest, dass passende Kletterhilfen von Herstellerseite weitgehend verfügbar sind. Die Verantwortung der Planer liegt darin, die Eignung der Systeme für den jeweiligen Planungsfall zu prüfen, da Fassadenbegrünung nur bedingt standardisierbar ist. Thorwald Brandwein beschrieb typische Mängel und Schäden an begrünten Fassaden. Er wies darauf hin, dass eine angemessene Ausführung und Langzeitbetreuung Schäden in der Regel ausschließen und den Nutzen steigern. Die Qualität der Ausführung beeinflusst den Aufwand für Pflege und Instandhaltung.
Sven Taraba widmete sich dem Thema Pflege und Wartung. Er erläuterte, dass der maximale Pflegeaufwand je nach Pflanzenart in unterschiedlichen Phasen des Lebenszyklus auftritt und unterschiedlich lange anhält. Die Kosten steigen proportional zur Begrünungsfläche, jedoch sprunghaft mit der Begrünungshöhe. Die Veranstaltung, die von Dr. Ursel Oberschelp moderiert wurde, endete mit Berichten von Firmen und Instituten über spezielle Produkte und Systeme zur Fassadenbegrünung.
