Fachgartencenter wachsen stärker als Baumärkte im Gartenbereich
Die deutsche Gartenindustrie blickt optimistisch in die Zukunft. Auf dem 3. IVG-Forum in Düsseldorf wurde deutlich, dass sich verändertes Freizeitverhalten und der wachsende Onlinehandel zunehmend als Wachstumstreiber erweisen. Für Unternehmen aus dem Gartenbau und dem Garten- & Landschaftsbau ergeben sich daraus neue Marktchancen.
Gartenarbeit fest im Freizeitverhalten verankert
48 von 100 deutschen Gartenliebhabern arbeiten mindestens einmal pro Woche aus Freude an ihrem Garten – ebenso viele Menschen treiben mindestens einmal wöchentlich Sport. Weitere 31 Prozent der Gartenbesitzer würden ihre Zeit im Grünen sogar gerne noch ausweiten. Diese Zahlen stellte Prof. Dr. Ulrich Reinhardt von der Stiftung für Zukunftsfragen im Rahmen des Forums vor.
Besonders stark engagieren sich derzeit die über 50-Jährigen im eigenen Garten. Angesichts der demografischen Entwicklung gewinnt diese Zielgruppe weiter an Bedeutung: Im Jahr 2050 werden mehr als 40 Prozent der Bevölkerung in Deutschland über 60 Jahre alt sein. Für Anbieter von Pflanzen, Technik und Ausstattung im Gartenbereich eröffnet sich damit langfristiges Potenzial.
Internet als Wachstumstreiber
Den größten Zuwachs unter den Freizeitaktivitäten verzeichnen weiterhin Internet und Computer. Dieser Bedeutungsgewinn digitaler Kanäle spiegelt sich auch im Konsumverhalten wider. Sven Suberg von Suberg Strategy Consultants betonte die zentrale Rolle des Internets für die strategische Ausrichtung der Branche.
Der E-Commerce wächst dynamisch – auch im Garten- und Heimwerkermarkt. Trotz logistischer Herausforderungen bei sperrigen Produkten entwickeln sich Onlinevertrieb und digitale Produktpräsentation zu wichtigen Erfolgsfaktoren. Hersteller von Gartenprodukten können aktiv Einfluss auf Produktsuche, Darstellung und Preispositionierung im Netz nehmen.
Ziel ist es, Produkte online optimal zu präsentieren und zugleich stabile Preise zu sichern, ohne den stationären Fachhandel zu schwächen. Denn dieser bleibt für Endkunden weiterhin relevant. Vor Ort lassen sich Sortimente, Beratung und Serviceleistungen effizient kombinieren und emotionale Kaufbedürfnisse bedienen.
Fachgartencenter mit überdurchschnittlichem Wachstum
Die Marktzahlen unterstreichen diese Einschätzung. Die Umsätze der Fachgartencenter stiegen 2012 um 5,1 Prozent auf 2,27 Milliarden Euro und entwickelten sich damit stärker als andere Vertriebskanäle. Baumärkte hielten ihre Umsätze im Bereich Gartencenter und -abteilungen mit 4,69 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau.
Über alle Vertriebskanäle hinweg wird für 2012 ein Wachstum des gesamten Gartenmarktes von 1,1 Prozent auf ein Volumen von 18,272 Milliarden Euro erwartet. Damit zeigt sich die Branche insgesamt stabil und wachstumsfähig – getragen von einer gartenaffinen Bevölkerung und der zunehmenden Verzahnung von stationärem Handel und Onlinegeschäft.