Austausch und Fortschritt im landwirtschaftlichen Versuchswesen
Die 43. DLG-Technikertagung, veranstaltet vom Ausschuss Versuchswesen in der Pflanzenproduktion der DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) und dem Fachbereich Agrarwirtschaft der Fachhochschule Südwestfalen, fand am 24. und 25. Januar in Soest statt. Über 700 Teilnehmer aus Deutschland und den Nachbarländern besuchten die jährliche Arbeitstagung.
Die Tagung umfasste 25 Referate und Erfahrungsberichte aus der Praxis. Ergänzt wurde das Programm durch Lehrfilme, eine Gebrauchtmaschinen- und Stellenbörse sowie Informationswände zu weiteren Projekten. Die Vorträge behandelten aktuelle Themen aus den Bereichen Pflanzenbau, Pflanzenzüchtung und Pflanzenschutz. Führende Hersteller von Versuchstechnik präsentierten zudem ihre neuesten Entwicklungen und Trends für Feldversuche und Labore. Eine Technikschau bot den Teilnehmern die Möglichkeit, sich direkt über moderne Maschinen und Geräte zu informieren.
Die DLG-Technikertagung dient als Plattform für den Erfahrungsaustausch und die Kontaktpflege im landwirtschaftlichen Versuchswesen. Feldversuche und die Arbeit der Versuchstechniker bilden die Grundlage der landwirtschaftlichen Forschung in der Pflanzenproduktion. Sie schaffen die Basis für die Beratung praktizierender Landwirte. Im Rahmen dieser Versuche werden neue Sorten oder Produkte in den Bereichen Pflanzenzüchtung, Düngung und Pflanzenschutz geprüft. Die gewonnenen Daten sind entscheidend für die amtliche Zulassung und die Empfehlung der Produkte in der Praxis.
Pflanzenzüchter, die Pflanzenschutzindustrie, Beratungsorganisationen, Hochschulen und Dienstleister bearbeiten jährlich eine Vielzahl von Fragestellungen in Freilandversuchen. Dabei müssen zahlreiche Kulturarten in Tausenden von Mikroparzellen, die jeweils etwa zehn Quadratmeter groß sind, separat ausgesät, behandelt, bewertet und geerntet werden. Versuchstechniker sind für die Durchführung und Betreuung dieser Versuche zuständig und setzen dabei spezielle, teils hochkomplexe Maschinen und Gerätetechnik ein. Diese Arbeit erfordert hohe Präzision und eine umfassende Dokumentation aller Maßnahmen und Arbeitsschritte.
Datenerfassung im Feldversuch
Im Feldversuch steht die Erfassung großer Datenmengen im Vordergrund, weniger die physische Ertragsmenge. Die Datensätze einer einzelnen Parzelle können mehrere Hundert Einzelwerte umfassen. Während der Versuchsumfang und die Parzellenzahl in den letzten Jahrzehnten stetig zugenommen haben, verkürzen sich die verfügbaren Feldarbeitstage aufgrund von Wetterkapriolen. Dies führt zu einem vermehrten Einsatz hochtechnisierter Erntemaschinen, die bereits auf dem Feld Erntemengen computergesteuert wiegen und etikettieren.
Hochempfindliche Sensoren analysieren wichtige Parameter des Erntegutes wie Wassergehalt, Öl- oder Proteingehalt bereits während der Ernte. Moderne Erntemaschinen können heute zwei Parzellen pro Minute ernten und analysieren. Eine weitere Entwicklung ist die Nutzung der Satellitenortung zur Steuerung von Arbeitsgeräten bis hin zur autonomen Betriebsweise. Die hierfür eingesetzte Elektronik und die komplexen Computerprogramme müssen robust genug sein, um den Bedingungen unter Staub, Hitze und Vibration standzuhalten.
Zukünftig könnten Roboter oder unbemannte Kleinflugzeuge (Drohnen) auf Versuchsfeldern zum Einsatz kommen. Sie sollen auf Feldern mit Hunderten oder Tausenden von Parzellen Pflanzeneigenschaften messen und die Daten mittels Satellitenortung präzise zuordnen. In solchen Szenarien würde der Mensch primär Überwachungsfunktionen übernehmen und nur im Bedarfsfall eingreifen.