Verbände

5. Norddeutscher Gartenbautag 2012 in Wittenburg (M-V) Verbandstrukturen für den Weg zum Regionalverband Gartenbau Norddeutschland fit gemacht

GVN setzt neue Verbandsstruktur um: Vorstandswahlen, Reformziele, Ausbildung, Gartenbaupolitik und Ausblick auf den Regionalverband Norddeutschland.

Mitgliederversammlung nach neuer Satzung

Erstmals trat die Mitgliederversammlung nach der neuen Satzung zusammen. Damit waren alle ordentlichen und institutionellen Mitglieder stimmberechtigt; das bisherige Delegiertenprinzip entfiel. Im Rahmen der Versammlung wurde der neue Geschäftsführende Vorstand (GVN) gewählt.

Die bisherigen Amtsinhaber wurden dabei im Amt bestätigt. Andreas Lohff, Inhaber eines Friedhofsgartenbaubetriebes in Lübeck, wurde von den Mitgliedern für seine fünfte Amtszeit erneut zum Präsidenten des GVN gewählt. Arno Albers, Schnittblumenproduzent aus Hamburg, übernimmt weiterhin das Amt des Vizepräsidenten. Schatzmeister bleibt Manfred Piepereit, Inhaber eines Gartenfachmarktes in Hamburg.

Umsetzung der Verbandsstrukturreform

Mit der Wahl des Geschäftsführenden Vorstandes wurde die vor zwei Jahren beschlossene Reform der Verbandsstruktur umgesetzt. Ziel der Reform ist es, vor dem Hintergrund des anhaltenden Strukturwandels im norddeutschen Gartenbau die Leistungsfähigkeit des Verbandes als Dienstleister für seine Mitglieder sowie als Ansprechpartner für Politik und Verwaltung zu sichern.

„Es ist vollbracht – wir können nun optimistisch nach vorne schauen und auf den vielleicht ersten Regionalverband Gartenbau Norddeutschland zuarbeiten“, erklärte Präsident Andreas Lohff.

Kernpunkte der neuen Verbandsstruktur

Die beschlossenen Satzungsänderungen tragen dem Mitgliederrückgang und veränderten Rahmenbedingungen Rechnung. Zentrale Elemente der Reform sind:

  • Abschaffung des Delegiertenprinzips auf allen Verbandsebenen und Einführung einer direkten, gleichberechtigten Mitwirkung der Mitglieder.
  • Bildung von drei Landesgruppen (Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern) zur regionalen Interessenvertretung; die Kreisverbände werden von Rechten und Pflichten entbunden.
  • Verschlankung der Verbandsführung durch eine klare Struktur aus Fachgruppen, Landesgruppen und einem dreiköpfigen Geschäftsführenden Vorstand.
  • Wahl des Vorstandes durch die Mitgliederversammlung, weitere Präsidiumsmitglieder durch die jeweiligen Gremien.

Bestätigung des Präsidenten und politische Agenda

In geheimer Wahl bestätigten die Mitgliedervertreter Andreas Lohff mit 92 Prozent Zustimmung als Präsidenten des GVN. Lohff ist zugleich Schatzmeister im Zentralverband Gartenbau (ZVG) e.V. und steht dem nördlichsten Gartenbau-Landesverband mit rund 475 Mitgliedsbetrieben vor.

In seiner Ansprache vor rund 150 Mitgliedern sowie Gästen aus Politik und Verwaltung stellte Lohff aktuelle Herausforderungen für den deutschen Gartenbau dar und formulierte Eckpunkte einer zukünftigen Gartenbaupolitik.

Schwerpunkte für die zukünftige Verbandsarbeit

Als zentrale Ziele benannte Lohff unter anderem:

  • eine arbeitsfähige Verbandsstruktur mit reduziertem Ehrenamtsaufwand,
  • den Erhalt regionaler Gliederungen in einem länderübergreifenden Verband,
  • mehr direkte Demokratie und Mitwirkungsmöglichkeiten für die Mitglieder,
  • eine kleine, flexible Verbandsführung mit gleichberechtigter Interessenvertretung,
  • eine zukunftsfähige Struktur als Grundlage für einen Regionalverband Gartenbau Norddeutschland.

Kompetenzzentrum Gartenbau in Hamburg

Das neue Kompetenzzentrum Gartenbau in Hamburg wurde von Hans-Peter Pohl, Geschäftsführer der Landwirtschaftskammer Hamburg, sowie Andreas Kröger, Präsident der Landwirtschaftskammer Hamburg, vorgestellt. Präsentiert wurden Bauentwurf und Nutzungskonzept.

Nach Ausschreibung und Baubeginn im PPP-Verfahren ist die Einweihung für das Frühjahr 2013 vorgesehen. Das Zentrum entsteht am Sitz des Gartenbauverbandes Nord, dem Haus des Gartenbaues am Brennerhof in Hamburg-Moorfleet.

Ausbildung, Fachkräftesicherung und Branchenthemen

Über aktuelle Probleme in der gärtnerischen Ausbildung sprach Ralf Kretschmer, Vorsitzender des ZVG-Ausschusses „Berufsbildung und Bildungspolitik“. Der demografische Wandel verschärfe den Wettbewerb um Auszubildende und führe zu einem Fachkräftemangel auf allen Ebenen.

Kretschmer stellte mögliche Lösungsansätze vor und rief dazu auf, die Themen Ausbildung und Nachwuchssicherung künftig stärker in den Mittelpunkt der Verbandsarbeit zu rücken.

Internationale Gartenschau Hamburg 2013

Renate Behrmann, ZVG-Ausstellungsbeauftragte, stellte die Internationale Gartenschau Hamburg 2013 sowie das Projekt „Kulturlandschaften der Metropolregion Hamburg“ vor. Erstmals präsentieren sich dort verschiedene Kulturlandschaften der Metropolregion auf rund 1,5 Hektar Fläche.

Ziel des Projektes ist es, Gartenbauwirtschaft, Kulturlandschaft und Tourismus stärker zu vernetzen und regional zu stärken. Die Finanzierung erfolgt durch die Metropolregion Hamburg, die Vorbereitung durch regionale Managementstrukturen.

Forderungen an Politik und Rahmenbedingungen

Abschließend wurden zentrale Forderungen des Berufsstandes formuliert, darunter faire Wettbewerbsbedingungen im liberalisierten Weltmarkt, der Abbau von Wettbewerbsverzerrungen innerhalb der EU sowie verlässliche rechtliche Rahmenbedingungen.

Weitere Schwerpunkte sind die Berücksichtigung des Gartenbaus beim Klimawandel, kontinuierliche Fortbildung der Betriebe und die Stärkung regionaler Lösungen.

02.03.2012

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