Naturschutz

Wälder im Klimawandel: Schutz und Anpassung gefordert

Der IPCC-Bericht zeigt gravierende Folgen der Erderwärmung. Wälder sind stark betroffen, weshalb schnelle Hilfen und langfristige Anpassungsstrategien nötig sind. Der Wald spielt eine zentrale Rolle im Klimaschutz, doch seine Funktion ist gefährdet.

Dramatische Auswirkungen auf die Wälder

Der aktuelle Bericht des Weltklimarats IPCC verdeutlicht, dass die Erderwärmung gravierendere Folgen hat als bisher angenommen. Bereits bei einer Erwärmung um 1,5 Grad Celsius sind erhebliche Schäden für Mensch und Natur zu erwarten. Jedes weitere halbe Grad würde die Auswirkungen deutlich verstärken.

Philipp zu Guttenberg, Präsident der AGDW – Die Waldeigentümer, weist darauf hin, dass der Klimawandel auch in den Wäldern dramatische Auswirkungen zeigt. Wetterextreme wie die jüngste Dürrekatastrophe und schwere Stürme haben bereits erhebliche Verwüstungen verursacht.

Die Stabilisierung unserer Wälder vor dem Hintergrund des Klimawandels zählt zur Daseinsvorsorge für unsere Gesellschaft und für den ländlichen Raum.

Daher sind schnelle Hilfen zur Bewältigung der Dürrefolgen sowie eine langfristige Unterstützung zur Anpassung an diese Wetterextreme notwendig. Der Wald spielt eine zentrale Rolle im Klimaschutz, indem er laut Bundeswaldinventur die Atmosphäre in Deutschland jährlich um rund 52 Millionen Tonnen Kohlendioxid entlastet. Diese Funktion des Waldes ist jedoch gefährdet.

Zu Guttenberg fordert daher schnelle Hilfen zur Sicherung der Wälder nach der Dürrekatastrophe und eine langfristige Unterstützung für die Anpassung an den Klimawandel. Angesichts der Erfahrungen mit Dürre, Orkanen und Schädlingsbefall sei es notwendig, sich auf weitere Wetterextreme einzustellen. Insbesondere der Kleinprivatwald benötigt finanzielle Unterstützung für den Schutz der Wälder.

Maßnahmen für den Waldschutz

Zu den notwendigen Maßnahmen gehören die Bereitstellung von Sondermitteln für die Katastrophenbewältigung, die Stärkung und finanzielle Förderung forstwirtschaftlicher Zusammenschlüsse als Selbsthilfeeinrichtungen der Waldbesitzer sowie die gezielte Forschung und Züchtung klimaresistenter Baumarten.

Eine weitere zentrale Forderung ist die verstärkte Nutzung von Holz als nachwachsendem Rohstoff, erneuerbarem Energieträger und Kohlenstoff-Speicher.

Holz ist ein vielseitiger Rohstoff und damit ein wichtiger Pfeiler für den Klimaschutz. Zu einem konsequenten Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas leistet der Einsatz von Holz etwa im Bau- und Energiesektor einen starken Beitrag.

In Deutschland liegt die Holzbauquote bei etwa 18 Prozent, während sie in Schweden und Österreich mehr als doppelt so hoch ist. Deutschland verfügt laut Waldbericht 2017 der Bundesregierung mit einem Vorrat von 336 Kubikmetern pro Hektar über die größten Holzvorräte in Europa. Durch einen nachhaltigen Holzeinsatz kann Deutschland einen wichtigen Beitrag zur Minderung der Treibhausgase leisten und eine Vorbildfunktion einnehmen.

Kernaussagen des IPCC-Berichts

Der IPCC-Bericht basiert auf rund 6000 wissenschaftlichen Veröffentlichungen. Die Wissenschaftler betonen, dass der weltweite Kohlendioxidausstoß bis 2020 seinen Höhepunkt erreichen und danach deutlich sinken muss. Bis 2050 ist Treibhausgasneutralität erforderlich.

  • Um das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen, müssen die CO2-Emissionen bis 2030 um 45 Prozent sinken (im Vergleich zu 20 Prozent bei einem 2-Grad-Ziel).
  • Mit den derzeitigen Emissionen würde das 1,5-Grad-Ziel bereits in den 2040er Jahren überschritten.
  • Auch bei einem Anstieg der globalen Temperatur um 1,5 Grad Celsius müssen Menschen künftig mit wetterbedingten Extremen rechnen, die jedoch noch beherrschbar seien.
  • Würde die Temperatur die Zwei-Grad-Marke erreichen, erhöhte sich die Gefahr unumkehrbarer Klimaveränderungen, sogenannter Kippelemente, über die keine Kontrolle mehr bestünde.
  • Die bisherigen nationalen Minderungsziele der Staatengemeinschaft würden zu einer globalen Temperaturerhöhung von etwa drei Grad Celsius führen.

13.10.2018

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