Symbol der Zuversicht und Wertschätzung
Ein Weihnachtsbaum der AGDW – Die Waldeigentümer schmückt seit dem 24. November 2021 das Bundeskanzleramt in Berlin. Hans-Georg von der Marwitz, Präsident der AGDW, übergab den Baum wenige Tage vor dem ersten Advent an die geschäftsführende Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Mit dieser Tanne wollen wir angesichts schwieriger Zeiten, wie wir sie mit der Pandemie und dem Klimawandel erleben, Zuversicht vermitteln.
Dies erklärte der Präsident bei der Übergabe. Er wünschte der scheidenden Bundeskanzlerin alles Gute für die Zeit nach dem Regierungswechsel und betonte:
Wir freuen uns, dass wir Ihnen am Ende Ihrer 16-jährigen Amtszeit, die unsere Bundesrepublik stark geprägt hat, diesen Baum übergeben dürfen.
Der diesjährige Weihnachtsbaum ist eine 15 Meter hohe Coloradotanne (Abies Concolor) aus Thüringen, gespendet vom Waldbesitzerverband Thüringen. Begleitend zur Tanne wurde eine Schachfigur, ein heller (Wald-)Bauer, überreicht, der die Kanzlerin in ihren letzten Amtstagen begleiten soll.
Von der Marwitz dankte der Bundesregierung für ihre Unterstützung bei der Beseitigung von Waldschäden und der Förderung des klimaresilienten Waldumbaus. Er hob hervor, dass Wälder ihre vielfältigen Ökosystemleistungen nur erbringen können, wenn sie angesichts des Klimawandels stabilisiert und umgebaut werden. Wälder leisten einen zentralen Beitrag zum Klimaschutz und zur Sauerstoffproduktion, dienen als Erholungsorte, Lebensräume für Tiere und Pflanzen und stellen den Rohstoff Holz bereit.
Honorierung der Klimaschutzleistung des Waldes
Eine Kernforderung der AGDW an die kommende Bundesregierung ist die Honorierung der Klimaschutzleistung des Waldes. Der Wald speichert jährlich etwa 127 Millionen Tonnen CO2, was 14 Prozent der gesamten CO2-Emissionen in Deutschland entspricht.
Wälder sind nicht nur der Klimaschützer Nummer 1, sie sind auch erstes Opfer der Klimawandels.
Dies stellte Jörg Göring, Präsident des Waldbesitzerverbandes Thüringen, fest. Insbesondere in der Mitte Deutschlands, von Nordrhein-Westfalen über Niedersachsen bis Thüringen, haben Stürme, Trockenheit und Schädlinge große Waldflächen zerstört. Thüringen war nach Nordrhein-Westfalen am schwersten betroffen.
Eine Honorierung der Klimaschutzleistung würde Waldbesitzern helfen, durch nachhaltige Waldwirtschaft klimastabile Mischwälder zu schaffen. Eine weitere Voraussetzung dafür ist die Möglichkeit, auch Baumarten aus anderen Ländern in Deutschland anzupflanzen, sofern sie standortgerecht sind. Die Coloradotanne aus Thüringen, die nun das Bundeskanzleramt schmückt, ist ein Beispiel dafür.
Wir müssen offen sein für allen Baumarten, die standortgerecht sind, die in unsere Wälder passen und ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten.
So von der Marwitz. Die Coloradotanne stammt aus dem Westen Nordamerikas, den Rocky Mountains und der Sierra Nevada, und ist sowohl frost- als auch trockenheitstolerant.
Hintergrundinformationen
Die AGDW – Die Waldeigentümer
Der 1948 gegründete Bundesverband der Waldeigentümer übergibt seit 20 Jahren jährlich gemeinsam mit einem seiner 13 Landesverbände einen Weihnachtsbaum an das Bundeskanzleramt. Der Verband vertritt die Interessen von kommunalen, körperschaftlichen und rund zwei Millionen privaten Waldeigentümern. Diese bewirtschaften mit ihrer nachhaltigen Forstwirtschaft etwa zwei Drittel der deutschen Waldfläche. Von den 11,4 Millionen Hektar Wald in Deutschland sind 67 Prozent Privat-, Kommunal- und Körperschaftswald. Private Waldeigentümer besitzen 48 Prozent des Waldes, Körperschaften und Kommunen 19 Prozent, während Bund und Länder 33 Prozent halten.
Der Thüringer Waldbesitzerverband
Der 1990 gegründete Waldbesitzerverband Thüringen vertritt die Interessen von Privatwaldbesitzern, Kirchen- und Gemeinschaftswäldern. Seine Mitglieder bewirtschaften rund 125.000 Hektar Wald. Dazu gehören etwa 300 Forstbetriebsgemeinschaften, Waldgemeinschaften und -genossenschaften, rund 100 größere Forstbetriebe sowie 300 Einzelwaldbesitzer und Kirchenwälder.
Die Coloradotanne (Abies Concolor)
Die Coloradotanne, auch als Grautanne bekannt, ist ein schnell wachsender Baum, der sowohl Frost als auch Trockenheit gut verträgt. Sie ist neben der Nordmanntanne ein beliebter Weihnachtsbaum und gilt als äußerst unempfindlich gegenüber langen Wintern. Sie übersteht Temperaturen von −39 °C bis +38 °C und ist unter den Tannenarten die trockenheitstoleranteste. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet liegt im Westen der USA, in den Höhenlagen der Rocky Mountains und in der Sierra Nevada. In gemäßigten Klimazonen ist sie auch in Parks und Gärten verbreitet.

