Erste Ergebnisse aus „Stadtgrün 21“ zeigen deutliche Standortunterschiede
Die ersten Ergebnisse des Projekts „Stadtgrün 21“ zeigen, dass sich die getesteten Klimabäume am Standort Hof und Münchberg derzeit am besten entwickeln. Zu diesem Fazit kamen Wissenschaftler der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau beim jüngsten Netzwerktreffen „Klimabäume“ in Veitshöchheim.
Besonders gut wachsen dort bislang die Baummagnolie sowie der Dreizahnahorn. In Würzburg wiederum entwickelt sich der Französische Ahorn besonders positiv, während in Kempten der Eisenholzbaum durch starke Wuchsleistung auffällt.
460 Versuchsbäume an vier Standorten
Vor vier Jahren hatten Mitarbeiter der Gartenämter gemeinsam mit der LWG insgesamt 460 Bäume an den Standorten Kempten, Hof, Münchberg und Würzburg gepflanzt. Ziel des Großversuchs ist es, Baumarten und Sorten zu identifizieren, die den Herausforderungen des Klimawandels standhalten und künftig das Straßenbaum-Sortiment in Städten und Gemeinden erweitern können.
Die bisherigen Beobachtungen zeigen deutliche Unterschiede in der Entwicklung der einzelnen Baumarten abhängig von den regionalen Klimabedingungen. Die Versuchsflächen reichen vom trockenen Weinbauklima in Würzburg über das regenreiche Kempten bis zum kontinental geprägten Klima in Hof.
Unterschiedliche Reaktionen auf regionale Klimabedingungen
LWG-Präsident Sebastian Peisl betonte beim Netzwerktreffen, dass es voraussichtlich keinen universellen „Allrounder“ geben werde, der unter allen Standortbedingungen gleichermaßen gut gedeiht. Die bisherigen Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung standortangepasster Baumartenwahl für Städte und Kommunen.
Die für den Versuch verantwortliche Biologin Dr. Susanne Böll zeigte sich von den bisherigen Entwicklungen überrascht.
„Ich hätte erwartet, dass die Bäume in Kempten und nicht in Hof/Münchberg am besten wachsen würden.“
Der Versuch läuft weiterhin. Erst im Jahr 2021 soll abschließend bewertet werden, welche Stadtbaumarten langfristig als klimawandeltauglich gelten können.
Mehr als 20 Kommunen im Netzwerk beteiligt
Am Bayerischen Netzwerk „Klimabäume“ beteiligen sich mehr als 20 Städte und Gemeinden. Sie bringen ihre Erfahrungen mit den im Projekt „Stadtgrün 21“ getesteten Baumarten an unterschiedlichen Standorten ein.
Vor mehr als 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmern präsentierte Dr. Susanne Böll die ersten Versuchsergebnisse der LWG. Im Mittelpunkt der anschließenden Diskussion standen insbesondere die Frosttoleranz und die Standortentwicklung der verschiedenen Baumarten.
