Familienbetrieb Dietewich überzeugt mit Struktur und Engagement
Der Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau NRW e. V. (VGL NRW) zeichnet seit 2011 jährlich Mitgliedsbetriebe aus, die sich in besonderer Weise für die Ausbildung im Garten- & Landschaftsbau engagieren. 2021 ging der „Ausbildungspreis der Landschaftsgärtner NRW“ an den Familienbetrieb Dietewich aus Burbach im Kreis Siegen-Wittgenstein. Die offizielle Urkundenverleihung erfolgte Anfang März 2022 im Bürogarten des Unternehmens – coronabedingt mit zeitlicher Verschiebung – durch NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann.
Seit 1989 besteht der Betrieb, kontinuierlich werden dort seit 1993 Praktika und Ausbildungsplätze angeboten. Ein strukturierter Ausbildungsplan, vielfältige Einsatzgebiete und zusätzliche Förderangebote gaben für die fünfköpfige Fachjury des VGL NRW den Ausschlag für die Auszeichnung. Ziel ist es, Nachwuchskräfte frühzeitig praxisnah zu qualifizieren und langfristig an das Unternehmen zu binden.
Breite Ausbildung als Erfolgsfaktor
Beim Besuch vor Ort zeigte sich Landesarbeitsminister Karl-Josef Laumann beeindruckt vom Engagement der Unternehmerfamilie. Gemeinsam mit Ehefrau Beate Flender-Dietewich und Tochter Johanna, die als Betriebsnachfolgerin eingebunden ist, gelingt es Volker Dietewich, junge Menschen für den Beruf des Landschaftsgärtners zu begeistern und die Ausbildung in familiärer Atmosphäre zukunftsorientiert zu gestalten.
„Die gärtnerische Leidenschaft, die innerhalb der Familie weitergetragen wird, wirkt auch nach außen auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – hier sind alle mit höchster Motivation im Einsatz.“
„Je früher Auszubildende in verschiedene Bereiche hineinschnuppern dürfen, desto facettenreicher sind sie später aufgestellt, können sich nach ihren Interessen orientieren und sind im Betrieb vielseitig einsetzbar.“
Gerade kleinere Betriebe profitieren von dieser Vielseitigkeit. Unterschiedliche Tätigkeitsfelder fördern Flexibilität und vermitteln umfassende Kenntnisse – ein klarer Vorteil im betrieblichen Alltag.
Strukturiertes Konzept von Anfang an
Um angehende Auszubildende optimal vorzubereiten, beteiligt sich das Unternehmen am Kurs „Vorbereitet in die Ausbildung“ der DEULA Rheinland und Westfalen-Lippe. In einer dreitägigen Schulung werden künftige Nachwuchskräfte auf die Anforderungen im Garten- & Landschaftsbau vorbereitet. Der erleichterte Einstieg in den Arbeitsalltag soll zugleich die Abbrecherquote senken.
Während der Ausbildung übernehmen die erfahrenen Ausbilder Ralf Schiller und Jens Schäfer die fachliche Begleitung.
„Wir freuen uns sehr und sind auch stolz darauf, eine 100 %-ige Übernahmequote sowie ein Notendurchschnitt von „sehr gut“ unter unseren Auszubildenden zu verzeichnen. Das zeigt uns, dass wir doch einiges richtigmachen.“
Ein zentrales Element des Konzepts sind regelmäßige innerbetriebliche Schulungen. Mehrmals im Jahr finden sogenannte „Azubi-Samstage“ statt. Dort werden theoretische Inhalte vertieft und praktische Übungen für Prüfungen durchgeführt, um Themen abzudecken, die im Baustellenalltag zu kurz kommen können.
Kommunikation und Entwicklung im Fokus
Auch die Ausbilder selbst nehmen regelmäßig an Weiterbildungen in Fach- und Sozialkompetenz teil. Ergänzend führt der Betrieb strukturierte Feedback- und Entwicklungsgespräche, um die Qualität der Ausbildung dauerhaft zu sichern.
„Wir möchten unseren Auszubildenden vermitteln, dass sie bei uns gesehen und gehört werden. Das gelingt nur mit einer offenen Kommunikation, die beidseitig funktioniert. Dadurch fördern wir die fachlichen Talente, sorgen für Zufriedenheit im Job und gleichzeitig dafür, dass sie sich mit ihrem Beruf und uns als Betrieb identifizieren.“
Dass dieses Konzept greift, zeigt sich nicht nur in der Übernahmequote. Die Auszubildenden vertreten den Betrieb regelmäßig auf Berufemessen und werben dort aktiv für den Beruf des Landschaftsgärtners. So entsteht ein Kreislauf aus qualifizierter Ausbildung, hoher Identifikation und erfolgreicher Nachwuchsgewinnung – ein Modell, das auch für andere GaLaBau-Betriebe richtungsweisend sein kann.

