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Bambus im Garten- und Landschaftsbau: Vielfalt der Fargesia-Arten

Horstbildende Fargesia-Bambusarten bieten vielfältige Einsatzmöglichkeiten im Garten- und Landschaftsbau, ohne unkontrolliert zu wuchern. Sie sind winterhart und eignen sich als Solitärpflanzen, Hecken oder Kübelpflanzen.

Fargesia-Arten: Die ideale Wahl für den Garten

Bambus erfreut sich aufgrund seiner Optik großer Beliebtheit. Dabei ist es wichtig, zwischen wuchernden und horstbildenden Arten zu unterscheiden. Insbesondere die horstbildenden Fargesia-Arten bieten vielfältige Einsatzmöglichkeiten im Garten- und Landschaftsbau, ohne die Problematik der unkontrollierten Ausbreitung.

Die meisten Gartenbesitzer wissen leider nicht, dass es zwei grundverschiedene Bambusgruppen gibt. Sie kennen nur die stark wuchernden Arten, die sich extrem im Garten verbreiten können - bis hinüber zu den Nachbarn.

Egon Karl Egenolf, Inhaber von Bambuswald, weist darauf hin, dass wuchernde Bambusarten ohne eine Rhizomsperre bis zu zehn Meter weit kriechen können. Fargesia-Arten hingegen bilden keine Ausläufer, da neue Sprosse direkt aus dem Wurzelballen wachsen. Ihre Herkunft aus den Bergregionen Chinas und Vietnams macht Fargesien zudem sehr winterhart und somit für mitteleuropäische Klimazonen geeignet. Als immergrüne Pflanzen setzen sie auch in der kalten Jahreszeit Akzente.

Vom Solitär bis zur Hecke: Vielseitige Einsatzmöglichkeiten

Fargesia-Arten sind für nahezu jede Gartensituation geeignet, sei es als Einzelpflanze, in Gruppen oder als Hecke, an sonnigen oder schattigen Standorten. Egenolf empfiehlt die Sorte 'Wolong', eine Unterart von Fargesia robusta. Diese kann bis zu fünf Meter hoch werden und besitzt große Blätter. Sie eignet sich als Solitärpflanze und bildet daumendicke Halme, ähnlich den Phyllostachys-Arten, jedoch ohne Rhizombildung.

Hecken für schnellen Sichtschutz

Bambus wird zunehmend als Heckenpflanze und Sichtschutz eingesetzt, da er zu den am schnellsten wachsenden Pflanzen gehört. Fargesien eignen sich aufgrund ihres kompakten Wuchses und ihrer Schnittverträglichkeit besonders gut für Hecken. Fargesia rufa erreicht eine Höhe von etwa 2,5 Metern, benötigt aber aufgrund ihres überhängenden Wuchses mehr Platz. Für schmalere Bereiche ist Fargesia robusta 'Cambell' ideal, da sie mit einer Breite von unter einem Meter auskommt.

Die platzsparende Fargesia jiuzhaigou zeichnet sich durch ihre rötlichen Halme aus, die besonders im Frühjahr bei Sonneneinstrahlung sichtbar werden. Bambus ist auch ein beliebtes Gestaltungselement in Gärten mit asiatischem Flair. Sein zartes Blattwerk und die biegsamen Stiele erzeugen bereits beim leisesten Windhauch ein Rascheln und tragen zu einer besinnlichen Atmosphäre bei. Der lockere Wuchs wirkt leicht und heiter. Auch als Uferbepflanzung an Teichen oder Wasserläufen kann Bambus eingesetzt werden, insbesondere wenn er sich im Wasser spiegelt.

Fargesia als Kübelpflanze

Auch ohne Garten lässt sich Bambus als Kübelpflanze kultivieren. Die horstbildende Wuchsform der Fargesien ist hierbei vorteilhaft. Es ist wichtig, einen ausreichend großen Pflanztopf zu wählen, um ein Durchfrieren des Wurzelballens im Winter zu verhindern. Für die Containerpflanzung empfiehlt Egenolf insbesondere die Sorten F. rufa und F. robusta, da diese sonnige und trockene Standorte, wie sie auf Terrassen und Balkonen häufig vorkommen, besser tolerieren.

Andere Arten rollen bei diesen Bedingungen nämlich leicht ihre Blätter ein - viele glauben bei diesen Anzeichen, dass die Pflanzen zu trocken sind und gießen dann zu viel.

Staunässe ist für Bambus, wie für viele andere Pflanzen, schädlich.

Pflegehinweise für Bambus

Bambus gilt als robust und anspruchslos. Er bevorzugt einen humusreichen, gut durchlässigen Boden. Für verschiedene Lichtverhältnisse gibt es passende Arten. Schädlinge und Krankheiten sind in unseren Breiten kaum bekannt. Als Containerware kann Bambus das ganze Jahr über gepflanzt werden, solange der Boden frostfrei ist. Bei einer späten Pflanzung ist ein Winterschutz notwendig. Im Sommer muss auf eine ausreichende Wasserversorgung geachtet werden, um ein Austrocknen des Ballens zu vermeiden.

Eine Düngergabe bei der Pflanzung und während der Wachstumsperiode ist empfehlenswert, da Bambus als vitaler Wachser viele Nährstoffe benötigt. Das Wachstum von Bambus ist einzigartig: Von April bis Juli sprießen die Halme mit ihrer endgültigen Dicke aus dem Boden. Erst nach Abschluss des Höhenwachstums entfalten sich die Blätter. Danach wächst der Halm nicht weiter, stattdessen bildet die Pflanze im Folgejahr neue Halme aus. Die Kraft für dieses schnelle Wachstum stammt aus den unterirdischen Rhizomen, in denen Nährstoffe gespeichert werden. Das regelmäßige Entfernen alter, dünner und abgestorbener Halme fördert das Wachstum und sorgt für mehr Licht im unteren Bereich der Pflanze. Ein einzelner Halm stirbt nach etwa sieben bis neun Jahren ab, die gesamte Bambuspflanze lebt jedoch durch das ständige Nachwachsen aus dem Rhizomgeflecht im Grunde ewig.

In China gibt es Bambushaine die über 1000 Jahre alt sind.

27.01.2010

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