Hohe Ausbildungsvergütung als Ergebnis tariflicher Regelungen
Auszubildende in Bauberufen zählen zu den Topverdienern unter den Lehrlingen in Deutschland. Dies geht aus dem aktuellen Ausbildungsbericht des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) hervor. Carsten Burckhardt vom Bundesvorstand der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) hebt hervor, dass dieser Umstand auf ein etabliertes tarifliches System zurückzuführen ist.
Angehende Zimmerleute, Maurer und Straßenbauer verdienen demnach monatlich zwischen 300 und 400 Euro mehr als der durchschnittliche Auszubildende. Diese überdurchschnittliche Vergütung ist ein Ergebnis der gemeinsamen Nachwuchsgewinnung, die von Gewerkschaft und Arbeitgebern über die Sozialkassen der Bauwirtschaft (SOKA-BAU) organisiert wird. Eine spezielle Ausbildungsumlage trägt dazu bei, dass auch kleinere Betriebe Anreize erhalten, Auszubildende einzustellen.
Fachkräftemangel trotz attraktiver Konditionen
Trotz dieser positiven Entwicklung bei den Ausbildungsvergütungen bleibt der Fachkräftebedarf in der Baubranche weiterhin hoch. Ein wesentlicher Grund hierfür ist, dass viele Gesellen die Branche bereits nach wenigen Jahren wieder verlassen. Angesichts dessen besteht die Notwendigkeit, die Arbeitsbedingungen weiter zu verbessern und attraktiver zu gestalten. Hier sind die Unternehmen gefordert, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.
Die Baubranche steht vor großen Aufgaben, insbesondere im Bereich des Wohnungsneubaus, der klimagerechten Gebäudesanierungen und des Ausbaus der Infrastruktur. Eine weitere Abwanderung von Fachkräften kann sich die Branche unter diesen Umständen nicht leisten.
