Pflanzliche Erzeugnisse als Preistreiber
Besonders die Preise für pflanzliche Erzeugnisse trugen zu dieser Entwicklung bei. Sie lagen im November 2021 um 29,4 % über dem Niveau von November 2020. Ein wesentlicher Faktor hierfür waren die seit Juli 2020 kontinuierlich steigenden Getreidepreise, die im November 2021 um 44,5 % höher ausfielen als im Vorjahr. Im Oktober 2021 betrug die Steigerung gegenüber dem Vorjahresmonat bereits 36,9 %.
Die Preisentwicklung bei Getreide ist auf eine hohe Nachfrage im In- und Ausland bei gleichzeitig geringeren Erntemengen im Jahr 2021 zurückzuführen. Währenddessen sanken die Preise für Gemüse im November 2021 um 4,2 % im Vergleich zum Vorjahr. Den stärksten Rückgang verzeichnete hierbei Eisbergsalat mit -18,7 %, gefolgt von Kohlgemüse mit -1,2 %.
Raps und Kartoffeln mit starken Preissteigerungen
Eine deutliche Verteuerung gab es bei Raps, dessen Preise im November 2021 um 66,4 % über denen des Vorjahresmonats lagen. Dies übertraf die Steigerung vom Oktober 2021 (+62 %) und markiert die höchste Preissteigerung gegenüber dem Vorjahresmonat seit Juli 2008. Ursächlich hierfür ist ein weltweit sinkendes Angebot bei anhaltend hoher Nachfrage, unter anderem für die Energiegewinnung.
Auch Speisekartoffeln verteuerten sich erheblich. Im November 2021 stiegen die Preise um 58,5 % im Vergleich zum November 2020. Im Oktober 2021 lag die Veränderung gegenüber dem Vorjahresmonat bereits bei +43,5 %. Eine vergleichbare Preissteigerung wurde zuletzt im August 2019 beobachtet. Der aktuelle Preisanstieg ist hauptsächlich auf witterungsbedingt geringe Erntemengen zurückzuführen.
Pflanzen und Blumen verzeichneten im November 2021 ebenfalls einen Preisanstieg von 15,6 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Dies ist insbesondere auf steigende Preise bei Schnittblumen (+21,1 %) zurückzuführen, die sich durch eine hohe Nachfrage bei gleichzeitig knappem Angebot erklären.
Tierische Erzeugnisse: Milchpreise steigen, Schweinepreise stabilisieren sich
Die Preise für tierische Erzeugnisse lagen im November 2021 um 14,9 % über dem Niveau von November 2020. Im Vormonat Oktober 2021 betrug der Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat 10,8 %.
Der Milchpreis erhöhte sich im November 2021 um 18,2 % im Vergleich zum Vorjahresniveau. Im Oktober 2021 lag dieser Wert noch bei +14,2 % gegenüber Oktober 2020. Bei Schlachtschweinen setzte sich der Trend fallender Preise in abgeschwächter Form fort. Im November 2021 lagen die Preise mit einem Rückgang von 0,8 % annähernd auf Vorjahresniveau. Dieser leichte Preisrückgang ist primär auf eine geringere Nachfrage im Handel und Export infolge eines allgemein sinkenden Konsums von Schweinefleisch zurückzuführen.
Die Preise für Rinder stiegen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 32,7 %, womit sich der Trend der vergangenen Monate fortsetzte. Dieser Preisanstieg ist im Wesentlichen auf eine gesunkene Produktion bei gleichzeitig gestiegener Nachfrage der Verbraucher zurückzuführen. Auch bei Schafen und Ziegen wurden weiterhin steigende Preise beobachtet (+18,2 %).
