Destatis meldet stärksten Rückgang der Wohnungsbaugenehmigungen seit 2007
Im April 2023 wurden in Deutschland rund 21.200 Wohnungen genehmigt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) entspricht das einem Rückgang von 31,9 Prozent beziehungsweise 9.900 Wohnungen gegenüber dem Vorjahresmonat.
Damit verzeichnete die Statistik erneut den stärksten Rückgang gegenüber einem Vorjahresmonat seit März 2007. Bereits im März 2023 war die Zahl der genehmigten Wohnungen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 29,6 Prozent gesunken.
Rückgänge seit Mai 2022
Seit Mai 2022 liegt die Zahl der neu genehmigten Wohnungen kontinuierlich unter dem jeweiligen Vorjahresniveau. Seit Januar 2023 beträgt der Rückgang jeweils mehr als 20 Prozent.
Von Januar bis April 2023 wurden insgesamt 89.900 Wohnungen genehmigt. Das waren 27,3 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.
Als wesentliche Ursachen für die rückläufige Entwicklung gelten weiterhin hohe Kosten für Baumaterialien sowie verschlechterte Finanzierungsbedingungen.
Weniger Genehmigungen in allen Gebäudearten
In neu zu errichtenden Wohngebäuden wurden in den ersten vier Monaten des Jahres insgesamt 74.900 Wohnungen genehmigt. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht dies einem Rückgang von 30,3 Prozent beziehungsweise 32.600 Wohnungen.
Besonders deutlich fiel der Rückgang bei Zweifamilienhäusern aus:
- Einfamilienhäuser: -33,5 Prozent auf 18.300 Wohnungen
- Zweifamilienhäuser: -52,1 Prozent auf 5.300 Wohnungen
- Mehrfamilienhäuser: -27,1 Prozent auf 48.200 Wohnungen
Auch bei Mehrfamilienhäusern, der zahlenmäßig stärksten Gebäudeart, ging die Zahl der genehmigten Wohnungen deutlich zurück.
Auswirkungen auf Bau- und Freiraumbranche
Die rückläufigen Genehmigungszahlen wirken sich nicht nur auf die Bauwirtschaft aus, sondern beeinflussen mittelbar auch Aufträge in angrenzenden Bereichen wie Außenanlagenbau und Freiraumgestaltung.
Für Unternehmen im Garten- und Landschaftsbau bleibt die Entwicklung im Wohnungsbau daher ein wichtiger Indikator für die künftige Auftragslage.
