ifo Institut prognostiziert deutlichen Rückgang im Wohnungsbau bis 2025

Allgemeines

Das ifo Institut erwartet einen erheblichen Rückgang der Fertigstellungen von Wohnungen in Deutschland in den kommenden Jahren. Die Prognosen zeigen, dass die Zahl der neuen Wohnungen deutlich unter dem Ziel der Bundesregierung liegen wird, hauptsächlich aufgrund gestiegener Finanzierungs- und Baukosten.

Drastische Reduzierung der Wohnungsfertigstellungen erwartet

Das ifo Institut erwartet einen erheblichen Rückgang der Fertigstellungen von Wohnungen in Deutschland in den kommenden Jahren. Die Prognosen zeigen, dass die Zahl der neuen Wohnungen deutlich unter dem Ziel der Bundesregierung liegen wird.

Für das Jahr 2023 rechnet das Institut mit rund 245.000 fertiggestellten Wohnungen in neuen Wohngebäuden. Diese Zahl soll im Jahr 2024 auf etwa 210.000 sinken und im Jahr 2025 sogar nur noch bei rund 175.000 liegen. Unter Berücksichtigung aller Fertigstellungen werden im Jahr 2025 voraussichtlich lediglich etwa 200.000 Wohneinheiten entstehen.

Das von der Bundesregierung angestrebte Ziel von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr wird damit voraussichtlich weit verfehlt. Als Hauptursachen für diese Entwicklung identifiziert das ifo Institut die gestiegenen Finanzierungs- und Baukosten.

Der wichtigste Grund für den Rückgang ist die erhebliche Verteuerung der Finanzierung und der Bauleistungen. Gleichzeitig hat der Bund die Neubauförderung drastisch zurückgefahren und die Standards für den Neubau Anfang 2023 abermals verschärft.

Dies erklärt ifo-Bauexperte Ludwig Dorffmeister. Er ergänzt, dass die Mehrheit der Bauträger bereits seit vielen Monaten keine neuen Projekte mehr startet. Die aktuell noch bearbeiteten Aufträge stammen aus Vorhaben, die bereits zu weit fortgeschritten sind, um sie abzubrechen.

Trotz der allgemeinen Zurückhaltung werden weiterhin Bauvorhaben im hochpreisigen Segment realisiert. Für die Kunden dieser Projekte spielen die gestiegenen Kosten eine geringere Rolle. Die Auswirkungen von Änderungen der Rahmenbedingungen auf Landes- und Gemeindeebene bleiben abzuwarten.

Die Abarbeitung bestehender Projekte nimmt einige Zeit in Anspruch, weshalb die Projektpipeline nicht sofort leer ist. Dennoch wird erwartet, dass die Auftragspolster im Laufe des Jahres deutlich schrumpfen. Dies ist auf die erheblich schwächere Nachfrage im Neubau und die weiterhin hohe Rate von Auftragsstornierungen zurückzuführen.

Im Mai stieg der Anteil der Stornierungen unter den Wohnungsbauunternehmen auf 17,8 Prozent, nach 14,7 Prozent im April. Von einem Auftragsmangel waren im Mai 33,9 Prozent der Unternehmen betroffen, im Vergleich zu 31,7 Prozent im April.

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