Auswirkungen der Richtlinie auf die Gehölzproduktion
Hinrichs stellte klar, dass die Baumschulen nachhaltigeren Produktionsmethoden nicht grundsätzlich ablehnend gegenüberstünden. Jedoch hätten die pauschalen Reduktionsziele und das geplante Totalverbot behördlich zugelassener Pflanzenschutzmittel in sogenannten sensiblen Gebieten der europäischen Gehölzproduktion erheblichen Schaden zugefügt.
Besonders die Pflanzengesundheit wäre gefährdet gewesen. Die europäische Pflanzengesundheitsverordnung schreibt vor, dass Baumschulen ausschließlich Gehölze vermarkten dürfen, die frei von Schädlingen und Krankheiten sind. Nur diese Pflanzen erhalten den EU-Pflanzenpass, der für die Vermarktung zwingend erforderlich ist. Ohne einen ausreichenden Pflanzenschutz wäre es den Baumschulen nicht mehr möglich gewesen, viele Gehölze gesund zu erhalten und zu verkaufen. Dies hätte im Widerspruch zum steigenden Bedarf an Gehölzen in der Europäischen Union gestanden.
Bedeutung des Pflanzenschutzes und zukünftige Zusammenarbeit
Hinrichs wies darauf hin, dass sich verschärfende Umweltbedingungen zu einer zunehmenden Ausbreitung von Krankheiten und Schädlingen führen. Dies mache einen umfassenden Instrumentenkasten an Pflanzenschutzmitteln unerlässlich.
„Auch die sich verschärfenden Umweltbedingungen, die zu einer immer stärkeren Ausbreitung von Krankheiten und Schädlingen führen, machen einen ausreichenden Instrumentenkasten an Pflanzenschutzmitteln unumgänglich.“
Der Berufsstand arbeite bereits verantwortungsbewusst und zielgerichtet mit Pflanzenschutzmitteln. Auch zukünftig sei eine weitere Reduzierung der verwendeten Mengen, ähnlich wie in der Vergangenheit, realisierbar. Der BdB sieht sich als nachhaltige Branche, die gemeinsam mit Forschungseinrichtungen und Pflanzenschutzmittelherstellern zukunftsfähige Lösungen für eine noch nachhaltigere Produktion erarbeiten wird.
Für den Fall eines neuen Richtlinienvorstoßes sei eine frühzeitige Einbindung der Produzentenbetriebe, insbesondere der Sonderkultur Baumschule, unerlässlich. Die Baumschulen hätten spezifische Produktionsbedingungen und gesetzliche Anforderungen, die sich von der konventionellen Landwirtschaft unterscheiden. Daher sei ein engerer Dialog zwischen der EU und dem Baumschulverband notwendig.
