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BdB lehnt Neuregelung zur Mehrgefahrenversicherung ab

12.07.2012

Der Bund deutscher Baumschulen kritisiert die geplante Besteuerung von Mehrgefahrenversicherungen mit 19 Prozent. Angesichts zunehmender Wetterextreme befürchtet die Branche höhere Risiken und Wettbewerbsnachteile im europäischen Vergleich.

Baumschulbetriebe befürchten Wettbewerbsnachteile durch 19 Prozent Steuersatz

Der Bund deutscher Baumschulen (BdB) e.V. lehnt die geplante steuerliche Neuregelung für Mehrgefahrenversicherungen in der Agrarwirtschaft entschieden ab. Nach den aktuellen politischen Plänen soll künftig der reguläre Versicherungssteuersatz von 19 Prozent gelten. Der Verband fordert das Bundeskabinett auf, den Entwurf des Verkehrssteueränderungsgesetzes, der auch das Versicherungsteuergesetz umfasst, erneut zu überarbeiten.

Die Baumschulbranche ist als Teil des Gartenbau besonders stark von Witterungsrisiken betroffen. Extreme Trockenheit, orkanartige Stürme und Starkregenereignisse führen regional zu erheblichen Ertragseinbußen. Derzeit werden jedoch lediglich Hagelschäden weiterhin mit einem ermäßigten Steuersatz von 0,02 Prozent berücksichtigt.

19 Prozent für kombinierte Elementarschäden

Für Versicherungen gegen andere Elementarschäden – etwa Sturm- oder Starkregenschäden – sowie für kombinierte Mehrgefahrenversicherungen bleibt es beim allgemeinen Steuersatz von 19 Prozent. Aus Sicht des BdB bedeutet dies eine deutliche Benachteiligung der betroffenen Betriebe.

Ein Beschluss, der unsere Unternehmen eindeutig benachteiligt

Mit dieser Bewertung unterstreicht Karl-Heinz Plum, Präsident des Bundes deutscher Baumschulen, die Brisanz der geplanten Regelung. Gerade in Zeiten zunehmender Wetterextreme gewinne ein umfassendes Risikomanagement an Bedeutung.

Wettbewerbsnachteile im europäischen Vergleich

Hinzu kommt nach Angaben des Verbandes ein verschärfter Wettbewerbsdruck im internationalen Vergleich. In Nachbarländern wie den Niederlanden, Frankreich oder Spanien werden Hagel- und Mehrgefahrenversicherungen vielfach deutlich niedriger besteuert oder sind sogar steuerbefreit.

Für deutsche Baumschulbetriebe bedeutet die Neuregelung daher eine zusätzliche Kostenbelastung. Versicherungen gegen klimabedingte Schadensereignisse würden weiter verteuert, obwohl das Schadensrisiko durch zunehmende Extremwetterlagen steigt.

Für die deutsche Baumschulwirtschaft wird das Risikomanagement bzgl. des Schadensausfalls bei Starkwetterereignissen immer schwieriger. Wir hätten es sehr begrüßt, hätte sich die Politik dieser Situation angenommen. Nun aber müssen sich die Baumschuler zusätzlich der künstlichen Verteuerung des ohnehin schon hohen finanziellen Risikos durch Naturgewalten stellen

Mit diesem Appell fordert der BdB eine Anpassung der steuerlichen Rahmenbedingungen. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Baumschulbetriebe zu sichern und den Umgang mit klimabedingten Risiken wirtschaftlich tragfähig zu gestalten.

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