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Deutsche Tomaten: Aroma, Frische und nachhaltiger Anbau

Deutsche Tomaten erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Auf fast 400 Hektar Anbaufläche werden jährlich über 100.000 Tonnen geerntet. Kurze Transportwege garantieren Frische und intensives Aroma. Die Saison reicht bis Mitte November.

Qualität statt Quantität: Der Ansatz des Tomatenhofs Stemann in Werl

Ein Beispiel für den heimischen Anbau ist der Tomatenhof Stemann in Werl, Nordrhein-Westfalen. Samuel Stemann, Gärtnermeister und Inhaber des Familienbetriebs, verantwortet eine Gewächshausfläche von 13.500 Quadratmetern und beschäftigt bis zu 14 Mitarbeitende.

Hier in Nordrhein-Westfalen produzieren wir mit Abstand die aromatischsten Tomaten.

Als „Aromagärtner“ kultiviert Stemann 13 verschiedene Tomatensorten sowie Paprika und Gurken. Die Pflanzen wachsen seit Anfang Januar unter kontrollierten Bedingungen im Gewächshaus heran. Der Fokus liegt hierbei auf dem Geschmack und nicht auf maximalem Ertrag, weshalb weniger Früchte pro Pflanze erzielt werden als bei Hochleistungssorten.

Frische und Saisonalität heimischer Tomaten

Ein wesentlicher Vorteil der heimischen Produktion ist die Frische. Die Tomaten werden morgens geerntet, nachmittags verpackt und bereits am Folgetag verkauft. Diese kurzen Wege ermöglichen eine schnelle Verfügbarkeit.

Deutsche Gewächshaus-Tomaten ergänzen das Angebot importierter Ware, da ihre Hauptsaison beginnt, wenn die Ernte in südlichen Ländern wie Spanien und Marokko aufgrund hoher Temperaturen endet. Dies gewährleistet eine ganzjährige Versorgung mit frischen Tomaten.

Verbrauchern wird empfohlen, auf die Herkunft der Tomaten zu achten, insbesondere wenn sie nicht direkt beim Erzeuger, auf Wochenmärkten oder als Regionalprodukt im Supermarkt erworben werden.

Ich empfehle für den guten Geschmack, gezielt zu heimischer Ware zu greifen.

Die Wahl der Sorte ist eine Frage des persönlichen Geschmacks. Cherrytomaten sind bekannt für ihre Süße, Cocktailtomaten für ihr intensives Aroma und Strauchtomaten bieten ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis durch ihren höheren Ertrag pro Pflanze.

Der Anbau im Gewächshaus beeinträchtigt den Geschmack nicht. Im Gegenteil, die kontrollierten Klimabedingungen tragen zur Pflanzengesundheit bei. Moderne Technik sichert zudem eine optimale Versorgung mit Wasser und Nährstoffen.

Naturnahe Anbaumethoden und Produktsicherheit bei Tomaten

Trotz moderner Technik setzt der Tomatenanbau auch auf natürliche Prozesse. Hummeln übernehmen die Bestäubung in den Gewächshäusern, während Raubwanzen zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt werden. Auch Bachstelzen tragen zur Reduzierung von Raupen bei.

Wir sind zwar kein Bio-Betrieb, doch die Natur liegt uns als Gemüsegärtner selbstverständlich am Herzen.

Die Produktsicherheit wird durch jährliche Kontrollen der Lebensmittelüberwachung und des Verbraucherschutzes gewährleistet. Diese Maßnahmen tragen dazu bei, dass Tomaten aus heimischem Anbau ein hochwertiges Produkt darstellen.

Lagerung und Reifung von Tomaten

Tomaten sollten nicht im Kühlschrank gelagert werden, da Kälte ihr Aroma und ihre Haltbarkeit negativ beeinflusst. Bei Zimmertemperatur bleiben sie bis zu zwei Wochen frisch.

Es ist ratsam, Tomaten getrennt von anderem Obst und Gemüse aufzubewahren. Sie verströmen das Hormon Ethylen, welches die Reifung beschleunigt und somit die Haltbarkeit anderer Produkte verkürzen kann.

Die Einführung der Rispentomate Mitte der 1990er-Jahre trug maßgeblich zum Erfolg der Tomate als beliebtes Gemüse bei. Der Vorteil der Rispentomate liegt darin, dass die Früchte gut am Kelch haften und länger an der Pflanze reifen können, ohne abzufallen. Dies ermöglicht eine maximale Nährstoffaufnahme und kommt dem Geschmack zugute.

28.05.2023

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