Naturschutz

Viele Finken, wenig Schwalben

Die 19. „Stunde der Gartenvögel“ zeigt deutliche Rückgänge bei gebäudebrütenden Insektenfressern wie Mauerseglern und Mehlschwalben. Hausbesitzer können durch Nistmöglichkeiten helfen. Im Gegensatz dazu wurden Meisen- und Finkenarten häufiger gesichtet.

Rückgänge bei Mauerseglern und Mehlschwalben – Hausbesitzer können helfen

Die 19. „Stunde der Gartenvögel“ zeigt deutliche Rückgänge bei gebäudebrütenden Insektenfressern. Insbesondere Mauersegler und Mehlschwalben sind betroffen. Die Auswertung der Daten untermauert die bereits im Zwischenergebnis festgestellten Trends.

Wir sehen jetzt sehr deutlich, dass der starke Abwärtstrend bei den gebäudebrütenden Insektenfressern ungebremst weitergeht. Mauersegler wurden um 37 Prozent weniger gemeldet als im Vorjahr, Mehlschwalben haben ein Minus von 22 Prozent. Diese Arten brauchen dringend Hilfe, zum Beispiel in Form von Brutmöglichkeiten durch vogelfreundliche Sanierung von Gebäuden. Denn bei den Gebäudebrütern herrscht große Wohnungsnot.

Hausbesitzer können durch das Anbieten von Nistmöglichkeiten unterstützen. Der NABU zeichnet solche Bemühungen mit der Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“ aus.

Meisen und Finken häufiger gesichtet

Im Gegensatz dazu wurden Meisen- und Finkenarten häufiger gesichtet als im Vorjahr. Ein möglicher Grund hierfür ist das vergangene Mastjahr, das zu einem reichlichen Angebot an Baumfrüchten im Winter führte. Dies könnte die Überlebensrate dieser Arten erhöht haben. Dennoch zeigt sich bei einigen Finkenarten, wie dem Grünfink, ein leichter Abwärtstrend im mehrjährigen Vergleich.

Das Zählwochenende fiel in die Brut- und Jungenaufzuchtzeit. Neben den adulten Vögeln wurden auch Jungvögel beobachtet. Häufig sitzen diese scheinbar hilflos im Geäst oder am Boden. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass diese Jungvögel meist nicht aus dem Nest gefallen sind und in der Regel keine menschliche Hilfe benötigen.

Sie sind allerdings meistens nicht aus dem Nest gefallen, wie häufig fälschlich angenommen wird. Der flügge Nachwuchs braucht unsere Hilfe oft gar nicht. Daher gilt in den meisten Fällen: auf Abstand bleiben und nur beobachten.

Informationen zum richtigen Verhalten bei der Begegnung mit Jungvögeln sind im NABU-Vogelpodcast „Reingezwitschert“ verfügbar.

Teilnahme und Ausblick

An der „Stunde der Gartenvögel“ beteiligten sich deutschlandweit fast 59.000 Menschen. Sie meldeten rund 1,3 Millionen Vögel aus über 40.000 Gärten und Parks. Die nächste Zählkation des NABU ist der Insektensommer, der vom 2. bis 11. Juni stattfindet. Hierbei sind alle aufgerufen, Schmetterlinge, Käfer, Ameisen und Bienen zu melden.

28.05.2023

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