Naturschutz

Jugend-Naturbewusstseinsstudie: Natur hat hohe Bedeutung für junge Menschen

Eine neue Studie des Bundesamtes für Naturschutz zeigt: Natur ist für Jugendliche essenziell. Sie engagieren sich für den Schutz und sehen ihn als Pflicht an. Die Corona-Krise verstärkte das Naturerleben.

Naturverbundenheit und Engagement junger Menschen

Für einen Großteil der Jugendlichen besitzt die Natur eine starke persönliche Bedeutung. Sie sehen Natur als essenziellen Bestandteil eines guten Lebens an und sind mehrheitlich der Auffassung, dass der Schutz der Natur eine menschliche Pflicht darstellt.

Die Corona-Krise hat das Leben junger Menschen verändert. Über die Hälfte der Befragten gibt an, sich häufiger in der Natur aufzuhalten, um Ablenkung zu finden oder sich zu bewegen. Dies sind zentrale Erkenntnisse der ersten Jugend-Naturbewusstseinsstudie, die vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) vorgestellt wurde.

Jugendlichen liegt unsere Natur am Herzen. Bereits ein Drittel aller Jugendlichen hat an einer Demonstration für den Umwelt- und Naturschutz teilgenommen; ein Großteil könnte sich eine Teilnahme vorstellen. Jugendliche sind also engagiert und unterstützen Ziele des Naturschutzes - und eben diese Unterstützung brauchen wir, um den Naturschutz noch stärker und auf lange Sicht in unserer Gesellschaft zu verankern und die Naturschutzarbeit voranzubringen.

Die Studie zeigt weiterhin, dass Jugendliche ihr Wissen über Tiere und Pflanzen erweitern möchten, insbesondere über Säugetiere, Bäume und Vögel. Sie erachten Schutzgebiete als wichtig für die Sicherung der Artenvielfalt und zur Bekämpfung des Klimawandels. Auch die Energiewende wird von einem Großteil der jungen Menschen befürwortet; lediglich zwei Prozent der Heranwachsenden lehnen sie ab.

Die Digitalisierung wird von Jugendlichen im Allgemeinen eher als Chance denn als Risiko wahrgenommen. Im Bereich des Naturschutzes sehen sie das Thema jedoch ambivalent.

Skeptische Haltung gegenüber Gentechnik und Forderung nach politischer Verantwortung

Gegenüber Gentechnik in der Landwirtschaft zeigen sich junge Menschen mehrheitlich skeptisch. 83 Prozent wünschen sich eine eindeutige Kennzeichnung von gentechnisch veränderten Lebensmitteln. Bezüglich der biologischen Vielfalt sind fast drei Viertel der Befragten überzeugt, dass diese weltweit schwindet. Gleichzeitig sehen sie es als Pflicht der Politik an, dieser Entwicklung entgegenzuwirken.

Die Jugend-Naturbewusstseinsstudie 2020 wurde im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) und des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) erstellt. Sie knüpft an die zweijährlichen Umfragen zum Erwachsenen-Naturbewusstsein an. Für die erste repräsentative Jugend-Umfrage wurden im Frühsommer 2020 über 1.000 Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren befragt.

Im Herbst wurde die Befragung um das Thema „Natur und Corona“ erweitert und um weitere 1.000 Jugendliche im Alter von 14 bis 24 Jahren ergänzt. Die Studie ist in ihrer Aussagekraft für ganz Deutschland repräsentativ.

27.04.2021

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