Naturschutz, Verbände

Flächenversiegelung verschärft Hochwasserrisiken

29.05.2014

Starkregen trifft auf versiegelte Flächen: Der BGL warnt vor überlasteten Kanälen und wachsender Überschwemmungsgefahr. Mehr Entsiegelung und grüne Infrastruktur sollen den natürlichen Wasserkreislauf in Städten wieder stärken.

BGL fordert mehr Entsiegelung und grüne Infrastruktur gegen Starkregenfolgen

Starkregen und schwere Gewitter führen in vielen Kommunen zu überlasteten Entwässerungssystemen und steigender Überschwemmungsgefahr. Besonders betroffen sind dicht bebaute Siedlungsräume, in denen Niederschlagswasser nicht mehr ausreichend versickern kann. Der Bundesverband für den Garten- und Landschaftsbau e.V. sieht in der zunehmenden Flächenversiegelung eine zentrale Ursache für die wachsenden Probleme.

Versiegelte Böden verhindern die natürliche Versickerung und Verdunstung von Regenwasser. Stattdessen fließt das Wasser mit hoher Geschwindigkeit in Kanalisation, Kläranlagen und Vorfluter ab. Die Systeme geraten dadurch schneller an ihre Kapazitätsgrenzen, Bäche schwellen abrupt an, und das Risiko lokaler Überflutungen steigt deutlich.

„Verstärkt werden die zunehmenden Überschwemmungen und Überlastungen der Kanalisation, der Kläranlagen und Bäche, in die das Oberflächenwasser zu schnell abfließt, vielerorts durch die Flächenversiegelung“, mahnt BGL-Präsident August Forster an.

Nach Einschätzung des Verbandes haben zahlreiche städtebauliche Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte den Anteil an „grüner Infrastruktur“ mit lebendigem Grün deutlich reduziert. Damit gehen nicht nur ökologische Funktionen verloren, sondern auch wichtige Puffer gegen Extremwetterereignisse. Versiegelte Flächen zerstören Lebensräume für Tiere und Pflanzen und unterbrechen den natürlichen Wasserkreislauf.

Mehr Grün und weniger Versiegelung

Für den Garten- und Landschaftsbau ergibt sich daraus ein klarer Handlungsauftrag: Entsiegelung und Begrünung müssen stärker in den Fokus rücken. Kommunen, private Hauseigentümer und gewerbliche Grundstücksbesitzer sind aufgefordert, versiegelte Flächen zu reduzieren und Regenwasser wieder vor Ort zu bewirtschaften.

Ein zentrales Instrument ist die Förderung von Grünflächen sowie von Dach- und Fassadenbegrünungen. Diese Maßnahmen erhöhen die Verdunstungsleistung, verzögern den Abfluss und tragen zur Kühlung urbaner Räume bei. Gleichzeitig stärken sie Biodiversität und Aufenthaltsqualität.

„Die Verantwortlichen in den Kommunen aber auch Hausbesitzer und gewerbliche Grundstücksbesitzer sollten dazu übergehen und versiegelte Flächen wieder entsiegeln.

In der „Charta Zukunft Stadt und Grün“ fordert der Verband im Handlungsfeld „Schutz des Bodens, Wasser und der Luft“, die Flächeninanspruchnahme entsprechend der Empfehlung des Rates für Nachhaltige Entwicklung auf 30 Hektar pro Tag zu begrenzen. Langfristig wird ein Netto-Null-Ziel angestrebt.

Planung und Bau konsequent anpassen

Bereits in der Planungs- und Bauphase lassen sich unnötige Versiegelungen vermeiden. Durchlässige Baustoffe & Materialien wie Schotterrasen oder Rasengittersteine ermöglichen befestigte Flächen mit Versickerungsfunktion. Auch begrünte Dächer tragen dazu bei, den Regenabfluss deutlich zu reduzieren.

Bei bestehenden, vollständig versiegelten Flächen bestehen ebenfalls Handlungsmöglichkeiten. Oberflächenwasser kann auf angrenzenden Flächen versickert oder in Regenwasserspeichern gesammelt und für Garten- und Hausnutzung eingesetzt werden.

„Wo dies zum Beispiel aus Platzgründen nicht möglich ist, müssen Flächen gegebenenfalls gezielt aufgebrochen werden“, so August Forster.

Durch gezielte Entsiegelung wird der oberflächliche Wasserabfluss verringert und die Aufnahmefähigkeit des Bodens wiederhergestellt. Grundsätzlich gilt es bei der Planung von Baugebieten und Verkehrsanlagen, möglichst wenig Niederschlagswasser in die Kanalisation einzuleiten. Über die Gestaltung der Abwassergebühren können zusätzliche Anreize geschaffen werden, Regenwasser auf den Grundstücken zu nutzen oder versickern zu lassen.

Weitere Informationen erhalten Sie hier:

Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V. (BGL)

Alexander-von-Humboldt-Str. 4
53604Bad Honnef
Deutschland

Tel.:+49 2224 7707-0
Fax:+49 2224 7707-77

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