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Bioraffinerie-Konzepte stärken regionale Stoffkreisläufe

29.04.2021

Bioraffinerien nutzen pflanzliche Reststoffe effizient: Sie erzeugen Chemikalien, Materialien und Energie, schließen Stoffkreisläufe und stärken regionale Wertschöpfung mit Potenzial für nachhaltige Anwendungen im GaLaBau.

Dezentrale Anlagen schaffen neue Wertschöpfung aus pflanzlichen Reststoffen

Die Landwirtschaft der Zukunft setzt zunehmend auf geschlossene Stoffkreisläufe und die Nutzung von Reststoffen. Im Zentrum steht dabei die Idee, pflanzliche Biomasse nicht nur für Nahrungs- und Futtermittel, sondern auch für Baustoffe, Chemikalien und Energieträger zu nutzen.

Für den Garten- und Landschaftsbau ergeben sich daraus langfristig neue Materialquellen und nachhaltige Alternativen, etwa bei biobasierten Werkstoffen oder energieeffizienten Produktionsprozessen.

Biomasse als vielseitiger Rohstoff

Im Konzept der Bioraffinerie werden pflanzliche Reststoffe wie Holz, Stroh oder Gräser vollständig verwertet. Durch die Kombination verschiedener Verfahren entstehen neben Energie auch sogenannte Plattformchemikalien, die als Ausgangsstoffe für Kunststoffe und andere Materialien dienen.

Ein entscheidender Vorteil liegt in der Kaskadennutzung: Reststoffe werden mehrfach genutzt und am Ende energetisch verwertet. Nährstoffe gelangen anschließend wieder als Dünger zurück in den landwirtschaftlichen Kreislauf.

„Werden verschiedene Prozesse effizient hintereinandergeschaltet, lässt sich Biomasse entlang der ganzen Wertschöpfungskette zu Lebensmitteln, Futtermitteln, Werkstoffen, Materialien, Chemikalien und Energie veredeln“

Technologie verbindet Forschung und Praxis

Im Fokus aktueller Forschungsprojekte steht die Weiterentwicklung von Verfahren zur Aufspaltung von Lignocellulose. Dabei werden die Bestandteile Cellulose, Hemicellulose und Lignin getrennt und gezielt weiterverarbeitet.

So entstehen unter anderem Ausgangsstoffe für biobasierte Produkte wie Spanplatten oder Verpackungsmaterialien. Parallel werden Verfahren entwickelt, die aus Biomasse synthetische Kraftstoffe und chemische Grundstoffe erzeugen.

Regionale Anlagen als Schlüssel zur Nachhaltigkeit

Ein wesentliches Ziel ist der Aufbau dezentraler Anlagen, die direkt an landwirtschaftliche Betriebe angebunden sind. Diese sogenannten On-Farm-Bioraffinerien erzeugen Zwischenprodukte, die anschließend zentral weiterverarbeitet werden.

Durch diese Struktur lassen sich Transportwege reduzieren und regionale Wertschöpfungsketten stärken. Gleichzeitig bleibt die Wirtschaftlichkeit auch bei kleineren Anlagen erhalten.

Potenziale für nachhaltige Materialien

Die Entwicklung biobasierter Materialien eröffnet neue Perspektiven für unterschiedliche Branchen. Dazu zählen unter anderem Kunststoffe für Verpackungen, Fasern oder weitere technische Anwendungen.

Auch für den Garten- und Landschaftsbau könnten solche Materialien künftig an Bedeutung gewinnen, etwa bei nachhaltigen Bau- und Ausstattungsprodukten. Gleichzeitig leisten Bioraffinerien einen Beitrag zur Reduzierung fossiler Rohstoffe und zur Senkung von CO₂-Emissionen.

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