Die Faszination alpiner Gärten
Gärten bieten vielfältige Möglichkeiten zur individuellen Gestaltung. Eine Option ist die thematische Ausrichtung, beispielsweise auf eine bestimmte Farbe oder Pflanzengattung. Auch die Nachbildung ferner Landschaften oder Regionen lässt sich durch die Anordnung spezifischer Pflanzen realisieren.
Große Steine, immergrüne Pflanzen und ein Pavillon können eine asiatische Atmosphäre schaffen. Ein Meer aus Heidearten erinnert an nordische Landschaften, während duftende mediterrane Kräuter und Zypressen südliches Flair vermitteln. Für Liebhaber der Bergflora bietet sich der alpine Garten an. Einer der ersten Gärten dieser Art entstand bereits im 16. Jahrhundert in Wien, angelegt vom Hofbotaniker Carolus Clusius im Auftrag von Kaiser Maximilian II.
Clusius führte wissenschaftliche Exkursionen in die österreichischen Alpen durch und weckte das Interesse des Kaisers für die Alpenflora. Heute sind sogenannte „Alpina“ fester Bestandteil vieler Botanischer Gärten, unter anderem in Kiel, Bremen, Berlin und Düsseldorf.
Findlinge für eine felsige Optik
Ein Alpengarten ist eine Miniaturdarstellung einer Berglandschaft. Charakteristisch sind unregelmäßig und unsymmetrisch angeordnete Steine, insbesondere Findlinge unterschiedlicher Größe. Eine gruppierte Anordnung verstärkt die natürliche Optik.
Wichtig ist, für ein solides Fundament zu sorgen. Vor allem in Hanglage, die für alpine Gärten gut geeignet ist, können Findlinge absacken oder sogar wegrutschen. Dieses Risiko lässt sich vermeiden, wenn für ausreichend Standsicherheit gesorgt wird.
Der Transport und das Setzen der Steine erfordern schweres Gerät und sollten aus Sicherheitsgründen professionell erfolgen. Teilweise müssen die Findlinge hängend positioniert werden. Qualifizierte Landschaftsgärtner sind hierfür die geeigneten Ansprechpartner. Mit ihrem Fachwissen und ihrer Erfahrung können sie eine realistische Alpenlandschaft gestalten.
Auch die Integration weiterer typischer Elemente wie Bachläufe, die sich zwischen den Steinen hindurchschlängeln, oder bepflanzte Trockenmauern zur Schaffung ebenerdiger Terrassen am Hang ist für Fachleute umsetzbar.
Langanhaltende Blütenpracht
Alpine Vegetation ist an extreme Bedingungen wie wenig Wasser, pralle Sonne, trockenen, steinigen Boden, Hanglagen, Windböen und kalte Schneedecken angepasst. Ein humusreicher Boden, Dünger oder regelmäßiges Gießen wären für diese Pflanzen sogar schädlich. Lediglich nach dem Einsetzen und bei längerer Trockenheit benötigen sie geringe Wassermengen. Genügsamkeit und Pflegeleichtigkeit zeichnen einen alpinen Steingarten aus, ohne dass er eintönig wirkt.
Zwischen Findlingen und Natursteinen sorgen abwechslungsreiche Blüten für Farbe, die bei richtiger Anordnung und Pflanzung vom Frühling bis weit in den Herbst reichen kann. Im April blühen beispielsweise Schleifenblume, Blaukissen und Gänsekresse. Später im Frühjahr folgen Goldstern, Pfingst-Nelke oder Polster-Phlox, abgelöst von Sonnenröschen, Heidenelke oder Dalmatiner-Glockenblume. Zum Ende des Sommers blühen Herbst-Enzian und Krötenlilie, bevor Hauswurze mit ihren frischen, saftigen Blättern in Grün, Blau-Grau oder Rot den Winter überdauern.
Für eine kontinuierliche Blütenpracht müssen Standortansprüche beachtet und die Pflanzen nach Blühzeiträumen und Farben verteilt werden. Hierbei empfiehlt es sich, die Expertise von Garten- und Landschaftsbauern in Anspruch zu nehmen. Diese kennen das Spektrum alpiner Pflanzen und können die passenden Arten auswählen und so anordnen, dass ganzjährig ein farbenfrohes, alpines Bild entsteht.

