Hintergrund und Bedeutung von Transparenz im Blumenhandel
Der moderne Konsument erwartet umfassende Informationen zu den Produkten, die er erwirbt. Dies betrifft Herkunft, Produktionsweise und Inhaltsstoffe. Um diese Auskünfte im Einzelhandel bereitstellen zu können, müssen entsprechende Informationen bereits von Produktion und Großhandel zur Verfügung gestellt werden.
Der deutsche Blumen- und Pflanzensektor, ein Wirtschaftsfaktor mit einem jährlichen Umsatzvolumen von rund acht Milliarden Euro, sieht sich ebenfalls mit der Forderung nach Transparenz konfrontiert. Der Verband des Deutschen Blumen-Groß- und Importhandels e. V. (BGI) hat daher in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen eine Informations- und Diskussionsveranstaltung zum Thema „Erfolgsfaktor Transparenz: Blumenhandel mit offenen Karten“ durchgeführt.
Ministerialrat Martin Hannen vom NRW-Ministerium begrüßte die Teilnehmer und hob hervor, dass der NRW-Pavillon auf der Floriade, deren Leitthemen Nachhaltigkeit und Transparenz sind, einen geeigneten Rahmen für die Veranstaltung bot. Er betonte zudem die gute Zusammenarbeit mit dem BGI.
Spätestens seit der BSE-Krise ist Transparenz ein wichtiges Thema für das Vertrauen der Konsumenten. Umso wichtiger ist es, dass – so wie hier heute – innovative Lösungen für mehr Transparenz in Produktion und Handel vorgestellt und diskutiert werden.
Die Referenten deckten ein breites Spektrum ab, von Organisationen wie dem BUND und FairTrade bis hin zu QS Qualität und Sicherheit. Auch junge Initiativen und Unternehmen wie WeGreen oder Phenospex präsentierten innovative Transparenzlösungen. Das Publikum setzte sich aus Groß- und Einzelhändlern sowie Vertretern von Kammern, Verbänden und Zertifizierungsorganisationen zusammen. Auch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) entsandte Ministerialrat Dr. Ingo Braune.
BGI-Präsident Jan Roelofs zog ein Fazit, das die Überzeugung des Blumen- und Pflanzenhandels von der Notwendigkeit größerer Transparenz unterstrich:
Dass sich der Handel in Sachen Transparenz in der Vergangenheit eher bedeckt gehalten hat, heißt keineswegs, dass wir etwas zu verbergen haben. Aber jetzt haben wir veränderte Rahmenbedingungen, unter denen die Kunden transparente Strukturen einfordern. Dieser Forderung wollen und werden wir gerecht werden.
Auch BGI-Geschäftsführer Frank Zeiler zeigte sich zufrieden mit dem Verlauf der Veranstaltung.
Unsere Mitglieder erwarten von uns als Verband die Reflektion aktueller branchenrelevanter Themen, und mit dieser Veranstaltung sind wir in der Branche auf sehr starkes Interesse gestoßen. Offensichtlich besteht großer Bedarf, über Transparenz im Blumenhandel zu diskutieren.