Naturnahe Gartengestaltung für überwinternde Insekten
Nach einem Sommer voller Insektenaktivität kehrt im Naturgarten allmählich Ruhe ein. Um Schmetterlingen und anderen Insektenarten ein erfolgreiches Überwintern zu ermöglichen, ist eine naturnahe Gartengestaltung von Bedeutung. Viele Schmetterlingsarten verbringen den Winter in unterschiedlichen Entwicklungsstadien in Gärten.
Einige Schmetterlingsarten, wie der Zitronenfalter oder das Tagpfauenauge, überdauern die kalte Jahreszeit als ausgewachsene Falter. Die Mehrheit der Arten überwintert jedoch gut versteckt und ungestört als Ei, Raupe oder Puppe, beispielsweise in Blumenwiesen. Katja Batakovic, fachliche Leiterin der Bewegung „Natur im Garten“, erläutert die Überwinterungsstrategie des Zitronenfalters:
Der Zitronenfalter überwintert frei im Efeu, im unteren Bereich von Sträuchern oder an Staudenstängeln, getarnt wie ein Laubblatt. Bis zu -20 °C übersteht er so und braucht auch kalte Winter. Milde Winter, wie sie zunehmend auftreten, bedingen einen erhöhten Energieverbrauch. Umso wichtiger werden für ihn nektarreiche Winterblüher wie Winter-Jasmin, Winter-Heckenkirsche und Winter-Schneeball.
Blumenwiesen als Überwinterungsort
Der Aurorafalter überwintert als Puppe direkt an seinen Raupenfutterpflanzen, wie dem Schaumkraut oder dem Echten Barbarakraut. Auch der Schwalbenschwanz, dessen Raupen sich gelegentlich an Karottengrün ernähren, kann im Puppenstadium die Kälte überstehen. Bei der Pflege bestehender Blumenwiesen ist es daher wichtig, bei der ein- bis zweimaligen Mahd im Jahr nicht die gesamte Fläche auf einmal zu mähen, sondern Teilbereiche ungeschnitten zu belassen.
Dies kann durch breite Streifen auf großen Flächen, ungemähte Randbereiche oder Inseln geschehen, um eine mosaikartige Struktur zu schaffen. Die ungemähten Flächen werden erst beim nächsten Mähgang bearbeitet, während andere Bereiche erneut stehen bleiben. Diese Methode erfordert keine zusätzliche Arbeit und fördert eine vielfältigere Wiese, die Schmetterlingen und anderen Tierarten ganzjährig Lebensraum bietet. Unabhängig vom Überwinterungsstadium – ob Ei, Raupe, Puppe oder Falter – sind die meisten Arten auf strukturreiche und nicht zu stark aufgeräumte Gärten angewiesen.
Der Verzicht auf chemisch-synthetische Pestizide und eine naturnahe Gartengestaltung tragen dazu bei, dass der Zitronenfalter als einer der ersten Frühlingsboten erscheint. Es wird empfohlen, Palmkätzchen nur sparsam zu schneiden, da Weiden, Seidelbast oder Schneerosen dem Zitronenfalter nach dem Winter erste Nahrungsquellen bieten. Blütenreiche Naturgärten sind ein Beitrag zum Artenschutz.
