Elektromobilität

Förderprogramm für Schnellladeinfrastruktur gestartet

28.09.2023

Das BMDV fördert Schnellladepunkte für Pkw und Lkw mit bis zu 400 Mio. Euro. Unternehmen erhalten Zuschüsse für Ladeinfrastruktur, Netzanschluss und Technik – ein wichtiger Impuls für die Elektrifizierung gewerblicher Flotten.

Neues Förderprogramm unterstützt Betriebe beim Aufbau eigener Ladeinfrastruktur

Das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) unterstützt Unternehmen beim Aufbau von Schnellladeinfrastruktur für Pkw und Lkw. Gefördert werden gewerblich genutzte Ladepunkte mit einer Leistung ab 50 kW sowie der dafür notwendige Netzanschluss.

Das Programm richtet sich insbesondere an Handwerks- und Gewerbebetriebe sowie Betreiber größerer Fahrzeugflotten. Erstmals werden auch Schnellladepunkte für Lkw umfassend gefördert, unabhängig von der Anschaffung entsprechender Fahrzeuge.

Hohe Fördermittel für Unternehmen

Für das Programm steht ein Gesamtvolumen von bis zu 400 Millionen Euro zur Verfügung. Die Förderung erfolgt als Anteilsfinanzierung und ist nach Unternehmensgröße gestaffelt.

  • Bis zu 40 % Förderung für kleine und mittlere Unternehmen
  • Bis zu 20 % Förderung für Großunternehmen
  • Maximal 5 Millionen Euro Förderbetrag pro Antrag
  • Gesamtobergrenze von 30 Millionen Euro bei verbundenen Unternehmen

Gefördert werden neben den Ladepunkten auch technische Ausrüstung wie Stromspeicher sowie Kosten für Netzanschluss, Leitungen und Tiefbauarbeiten.

Konkrete Zuschüsse pro Ladepunkt

Die Höhe der Förderung pro Ladepunkt hängt von der Ladeleistung ab. Für kleinere Schnellladepunkte und leistungsstärkere Anlagen gelten unterschiedliche Höchstbeträge:

  • 50–149 kW: bis zu 14.000 Euro (KMU) bzw. 7.000 Euro (Großunternehmen)
  • Ab 150 kW: bis zu 30.000 Euro (KMU) bzw. 15.000 Euro (Großunternehmen)

Voraussetzung ist, dass die Ladeinfrastruktur in Deutschland errichtet wird und der genutzte Strom aus erneuerbaren Energien stammt. Zudem müssen die Anlagen mindestens zwei Jahre im Eigentum des Unternehmens verbleiben.

Wichtiger Schritt für die Elektrifizierung von Flotten

Gewerblich genutzte Fahrzeuge haben im Vergleich zu Privatfahrzeugen eine deutlich höhere Laufleistung. Damit spielen sie für die Elektrifizierung des Verkehrs eine große Rolle und sind gleichzeitig wichtiger Hebel, um die Klimaschutzziele zu erreichen.

Die Umstellung auf Elektromobilität erfordert für viele Betriebe hohe Investitionen in die eigene Ladeinfrastruktur. Das Förderprogramm soll diesen Schritt erleichtern und die Transformation hin zu klimafreundlicher Mobilität beschleunigen.

Die Elektrifizierung gewerblicher Flotten ist entscheidend für den Hochlauf der Elektromobilität. Einfach schnellladen am Depot, Betriebshof oder Firmenflottenparkplatz wird so zur Realität.

Antragstellung und Umsetzung

Anträge können über den Projektträger Jülich gestellt werden. Pro Unternehmen ist ein Antrag möglich, wobei verbundene Unternehmen separate Anträge einreichen können. Die Umsetzung der Maßnahmen muss innerhalb von 18 Monaten nach Bewilligung erfolgen.

Nicht förderfähig sind unter anderem Planungsleistungen Dritter sowie Leasing- oder Mietkosten für Ladeinfrastruktur. Eine Kombination mit anderen Fördermitteln ist ebenfalls ausgeschlossen.

Mit dem Programm erweitert das BMDV die bestehende Förderlandschaft und setzt gezielt Impulse für den Ausbau der Ladeinfrastruktur im gewerblichen Bereich.

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