EMI-Anstieg und positive Entwicklung
Die deutsche Industrie hat im August das stärkste Wachstum seit 16 Monaten erzielt. Dies geht aus dem finalen saisonbereinigten Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI) hervor, der um 1,5 Punkte auf 53,3 gestiegen ist. Der EMI fasst die Umfrageergebnisse von über 500 Unternehmen zur Entwicklung des Verarbeitenden Gewerbes in Deutschland zusammen.
Das Industriebarometer liegt damit den neunten Monat in Folge über der neutralen Marke von 50, die Wachstum anzeigt.
Der aktuelle EMI-Wert belegt, dass die produzierenden Unternehmen bis jetzt den zahlreichen Krisenherden rund um den Globus erfolgreich trotzen. Erfreulich für unsere Mitgliedsfirmen ist, dass ihre Kostenbelastung wegen der anhaltend moderaten Rohstoffpreise im August gesunken ist.
Dies betonte Dr. Christoph Feldmann, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME).
Widerstandsfähigkeit gegenüber globalen Einflüssen
Die Stimmung in der deutschen Industrie wird laut EMI als gut bewertet. Die Abwärtsentwicklung der Aktienmärkte, die im April begann und sich im August beschleunigte, hat bisher keine Auswirkungen gezeigt.
Dies liege zum einen daran, dass die Effekte einer Abkühlung in China auf deutsche Unternehmen geringer sind als landläufig angenommen. Darüber hinaus wirkten die deutlich gefallenen Rohstoffpreise wie ein Konjunkturprogramm. Und das nicht nur für die Konsumenten, sondern auch für alle rohstoffintensiven Branchen in Deutschland.
So Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Helaba Landesbank Hessen-Thüringen.
Auch Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, sieht die Stimmung in der Wirtschaft weiterhin positiv.
Es wird in den kommenden Wochen zwar noch einen China-Dämpfer geben, aber auch der geht vorüber.
China sei zwar ein wichtiger Teil der Weltwirtschaft, die globale Konjunktur sei jedoch heute breiter aufgestellt als noch vor einigen Jahren.
Die deutschen Exporteure sind breit aufgestellt und flexibel genug, um sich den wechselnden Wachstumsregionen der Welt zuzuwenden. Darüber hinaus verspüren sie wachsende Nachfrage aus Europa und den USA.
Der Binnenkonsum bleibt eine Stütze der Konjunktur, und die starke Exportnachfrage im August unterstreicht die gute Positionierung der deutschen Industrie auf den Weltmärkten. Trotz der Turbulenzen in China und der Wachstumsschwäche anderer Schwellenländer helfen neue Aufträge aus den USA dem Exportsektor.
Hintergrund des EMI
Der Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI) bietet einen Überblick über die konjunkturelle Lage in der deutschen Industrie. Er wird seit 1996 unter der Schirmherrschaft des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME) veröffentlicht.
Die Erstellung erfolgt durch die britische Forschungsgruppe Markit Economics. Der Index basiert auf der Befragung von 500 Einkaufsleitern und Geschäftsführern der verarbeitenden Industrie in Deutschland, die repräsentativ nach Branche, Größe und Region ausgewählt werden. Der EMI orientiert sich am Vorbild des US-Purchasing Manager´s Index (Markit U.S.-PMI).