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BMU, BfN und Wanderverband setzen mit digitaler Wanderwegeverwaltung neue Standards

01.06.2011

Nutzer loben neues System insbesondere wegen interner Kommunikationsmöglichkeiten - Neue Technik erlaubt frühe Einbeziehung des Naturschutzes in Planungen.

Der Deutsche Wanderverband (DWV) hat mit Unterstützung des Bundesumweltministeriums und des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) eine bundesweit einheitliche digitale Wanderwegeverwaltung entwickelt. Mit diesem System können Wanderwege erfasst, online verwaltet und unter Berücksichtigung von Naturschutzbelangen geplant werden.

Ziele des Projekts

  • Naturschutzaspekte stärker in die Auswahl und Planung von Wanderwegen einbeziehen,
  • Besucher gezielt lenken und sensible Lebensräume schützen,
  • Planung neuer Wege so gestalten, dass Erleben der Natur und Schutz der Artenvielfalt im Einklang stehen.

Schulungen und Qualifizierung

Regionale Wegewarte und Wegebetreuer wurden zu Themen wie:

  • Schutzgebietskategorien und Zuständigkeiten,
  • Kartenkunde und digitale Kartographie,
  • GPS-Nutzung,
  • digitale Wegeverwaltung

geschult und praxisnah vorbereitet.

Nutzen der Digitalen Wegeverwaltung

„Das Programm macht potenzielle Interessenkonflikte sichtbar und hilft, Konflikte zwischen Wandertourismus und Naturschutz frühzeitig zu entschärfen.“ – Prof. Beate Jessel, Präsidentin des BfN

Die digitale Verwaltung bietet u.a.:

  • Darstellung von Natur-, Landschafts- und Vogelschutzgebieten,
  • einheitliche Standards zur Kommunikation zwischen Regionen,
  • ortsbezogene Meldungen (z. B. defekte Wegweiser) inkl. Foto-Upload,
  • Zeichnen von Wegeverläufen, Berechnung von Streckenlängen, Kartierung von Wegweisern, Verwaltung weiterer Wegebegleitdaten.

Erfahrungen und Kosten

Seit März nutzen elf Regionen das System erfolgreich – vom Schwäbischen Albverein bis zum Wanderverband Norddeutschland. Weitere Naturparks und Landkreise zeigen großes Interesse.

Die Kosten sind vergleichsweise gering:

  • jährliche Gebühren ab 100 €,
  • dreitägige Schulung (für DWV-Mitglieder 249 €).

Nach der Schulung gilt das System als „kinderleicht“ nutzbar. Bestehende Daten können integriert werden.

Fazit

Die Entwicklung dauerte rund ein Jahr, wird heute aber von Anwendern hoch gelobt. Die nächste DWV-Schulung findet vom 14. bis 16. Juli statt.

Hintergrund: Das Projekt digitale Wanderwegeverwaltung wurde vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums gefördert. Es verfolgt im wesentlichen drei Ziele:

  1. Sensibilisierung der Wegewarte für Naturschutzbelange: Durch die Integration und Visualisierung von Natur- und Großschutzgebieten im Wegekataster werden die Wegewarte für schützenswerte Landschaftsbereiche sensibilisiert.
  2. Stärkung des Ehrenamtes: Die Projektziele „digitale Wegeverwaltung zur Sicherung von Datenmaterialien", „Schaffung transparenter und dauerhafter Strukturen" und „Qualifizierung der ehrenamtlichen Wegebetreuer" bilden einen Beitrag zum ehrenamtlichen Natur- und Umweltschutz. Durch die dafür benötigte Qualifizierung der ehrenamtlichen Wegebetreuer wird die Betreuung bzw. das Management von Wanderwegenetzen attraktiver und kann auch junge, engagierte Natur- und Wanderfreunde zum ehrenamtlichen Einsatz motivieren.
  3. Erleichterung der Besucherlenkung mit einem zentralen Wegemanagement. Der Trend zu qualitativ hochwertigen Wanderwegen wird damit unterstützt. Doppelte Wegeführungen können aufgedeckt werden und z.B. Wanderwege in sensiblen Bereichen rückgebaut werden. Bei der Planung neuer Wege sind potenzielle Interessenkonflikte sofort sichtbar. Die Zusammenarbeit zwischen Tourismus, Wanderverband, Schutzgebieten, lokalen Verkehrsverbünden und Tourismusverbänden wird gefördert.
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