Ziele und Funktionsweise der digitalen Wanderwegeverwaltung
Das Projekt verfolgt mehrere Ziele. Es soll Naturschutzaspekte stärker in die Auswahl und Planung von Wanderwegen integrieren und Besucher gezielt lenken, um sensible Lebensräume zu schützen. Die Planung neuer Wege soll so gestaltet werden, dass das Naturerleben und der Schutz der Artenvielfalt in Einklang stehen. Durch die Integration und Visualisierung von Natur- und Großschutzgebieten im Wegekataster werden Wegewarte für schützenswerte Landschaftsbereiche sensibilisiert.
Die digitale Verwaltung bietet eine Darstellung von Natur-, Landschafts- und Vogelschutzgebieten. Sie ermöglicht einheitliche Standards für die Kommunikation zwischen Regionen und die Meldung ortsbezogener Probleme, wie defekte Wegweiser, inklusive Foto-Upload. Zudem können Wegeverläufe gezeichnet, Streckenlängen berechnet, Wegweiser kartiert und weitere Wegebegleitdaten verwaltet werden.
Qualifizierung und Nutzen für Wegewarte
Regionale Wegewarte und Wegebetreuer wurden umfassend geschult. Die Schulungsinhalte umfassten Schutzgebietskategorien und Zuständigkeiten, Kartenkunde und digitale Kartographie, GPS-Nutzung sowie die digitale Wegeverwaltung. Diese Qualifizierung soll das Ehrenamt stärken und das Management von Wanderwegenetzen attraktiver machen, um auch junge Natur- und Wanderfreunde für den ehrenamtlichen Einsatz zu motivieren.
„Das Programm macht potenzielle Interessenkonflikte sichtbar und hilft, Konflikte zwischen Wandertourismus und Naturschutz frühzeitig zu entschärfen.“
Die digitale Wegeverwaltung erleichtert die Besucherlenkung durch ein zentrales Wegemanagement und unterstützt den Trend zu qualitativ hochwertigen Wanderwegen. Doppelte Wegeführungen können aufgedeckt und Wanderwege in sensiblen Bereichen zurückgebaut werden. Bei der Planung neuer Wege werden potenzielle Interessenkonflikte sofort sichtbar, was die Zusammenarbeit zwischen Tourismus, Wanderverband, Schutzgebieten, lokalen Verkehrsverbünden und Tourismusverbänden fördert.
Praxiserfahrungen und Kosten des Systems
Seit März nutzen elf Regionen, darunter der Schwäbische Albverein und der Wanderverband Norddeutschland, das System erfolgreich. Weitere Naturparks und Landkreise haben Interesse bekundet. Die Entwicklung des Systems dauerte rund ein Jahr.
Die Kosten für die Nutzung sind vergleichsweise gering. Es fallen jährliche Gebühren ab 100 Euro an. Eine dreitägige Schulung kostet für DWV-Mitglieder 249 Euro. Nach der Schulung wird das System als einfach nutzbar beschrieben. Bestehende Daten können integriert werden. Die nächste DWV-Schulung ist vom 14. bis 16. Juli geplant.