Umsatzentwicklung und Kostensteigerungen im Detail
Im vierten Quartal 2022 zeigte sich die Branchenkonjunktur für die rund 6.000 Land- und Baumaschinen- sowie Motorgeräte-Fachbetriebe in Deutschland auf den ersten Blick positiv. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um 5,4 Prozent. Dem gegenüber standen jedoch deutliche Kostensteigerungen: Die Personalkosten erhöhten sich um 7,9 Prozent und die Betriebskosten um 8,4 Prozent.
Diese Entwicklung, bei der steigende Kosten durch unterproportional wachsende Umsätze überkompensiert werden, ist bereits das dritte Quartal in Folge zu beobachten, wenngleich zuletzt leicht abgeschwächt. Der Maschinenhandel, als größter Umsatzträger, verzeichnete ein Plus von 6,2 Prozent. Hierbei trugen Neumaschinen mit einem Zuwachs von 6,8 Prozent den größten Anteil bei, während der Gebrauchtmaschinenhandel eine Steigerung von 4,8 Prozent erreichte. Der Umsatz im Werkstattbereich stieg um 5,6 Prozent und der Ersatzteilumsatz um 4,7 Prozent.
Erwartungen für die Zukunft
Die Aussichten für die nahe Zukunft sind gemischt. Lediglich fünf Prozent der Unternehmen erwarten ein Umsatzplus, während 33 Prozent von einem gleichbleibenden Umsatz ausgehen. Eine negative Umsatzentwicklung wird von 62 Prozent der Unternehmen prognostiziert. Im Servicebereich, einem Kernsegment der Fachhändler, sind die Umsatzerwartungen für Werkstatt und Ersatzteile am besten. Hier erwarten nur drei beziehungsweise ein Prozent eine negative Entwicklung, während 39 Prozent beziehungsweise 37 Prozent weiteres Wachstum erwarten.
So erfreulich und irgendwo auch unerwartet die Umsatzentwicklung im gesamten Jahr 2022 auch war, über allem schwebt ein gefühltes Damokles-Schwert: Irgendwann könnte der Umsatz einbrechen. Was das in Zeiten hoher Inflation, steigender Löhne und Zinsen bedeutet – bei zudem auf einmal wieder vollen Lagern, das kann sich jeder selbst ausrechnen.
Dies kommentiert Ulrich Beckschulte, Geschäftsführer im Bundesverband. Er fügt hinzu: „Hoffen wir alle gemeinsam, dass genau das nicht eintrifft.“
Der Beschäftigtenstand zeigte entgegen den Erwartungen einen leichten Anstieg von zwei Prozent in den Fachbetrieben. Auch die Investitionsneigung war im letzten Quartal spürbar: 62 Prozent der Fachbetriebe konnten mehr als im Vorjahr investieren.


