Internationale Zusammenarbeit für den Artenschutz der Spix-Aras
Die Initiative ist ein Ergebnis der partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen dem brasilianischen Chico Mendes Institut für den Schutz der Biodiversität (ICMBio) und dem Bundesamt für Naturschutz (BfN). Im Gegenzug für die beiden nach Brasilien überführten Vögel soll ein weiblicher Spix-Ara aus Brasilien nach Deutschland gebracht werden.
Der Austausch ist Teil eines langfristig angelegten Wiederansiedlungsprojekts und dabei ein schönes Beispiel für Naturschutz über Grenzen und Kontinente hinweg.
Dies erklärte BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel. Das BfN hatte bereits vor zehn Jahren die Einfuhr von drei Spix-Aras genehmigt und damit die Kooperation mit den brasilianischen Behörden in diesem Projekt begonnen. Das BfN stellt sicher, dass die Vögel ausschließlich im brasilianisch geleiteten Zuchtprogramm eingesetzt werden.
Die „Association for the Conservation of Threatened Parrots e.V.“ (ACTP) übergibt mit dieser Aktion zum zweiten Mal nach 2013 in Berlin gezüchtete Jungtiere an die brasilianische Regierung, um den dortigen Zuchtbestand zu stärken.
Wir sind froh, dass die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit im Projekt erfolgreich war und hoffen auf weitere gemeinsame Nachzuchterfolge, damit das Ziel, diese Art wieder in ihrem Lebensraum anzusiedeln, bald erreicht wird.
Dies betonte die BfN-Präsidentin.
Carla und Tiago: Hoffnungsträger für die Artenerhaltung
Die beiden Jungtiere, die Geschwister Carla und Tiago, sollen einen wichtigen Beitrag zur Arterhaltung leisten. Sie wurden im April 2014 geboren und sind Nachkommen von Bonita und Ferdinand. Bonita, im Besitz der brasilianischen Regierung, wurde 2013 zur Verpaarung mit Ferdinand nach Deutschland gebracht. Ferdinand gehört der ACTP.
Während Carla der brasilianischen Regierung gehört, wird Tiago von der ACTP als Zeichen der Verbundenheit mit dem Arterhaltungsprogramm übereignet. Nach ihrer Ankunft am 3. März auf dem Guarulhos Flughafen in Sao Paulo wurden die Vögel in die Quarantäne des Ministeriums für Landwirtschaft, Viehzucht und Ernährung (MAPA) in Cananeia gebracht. Dort werden sie 15 Tage lang tierärztlich überwacht. Ihr nächstes Ziel ist das Zuchtzentrum „NEST‘“ in Sao Paulo.
Die knapp elf Monate alten Papageien ernähren sich hauptsächlich von Samen, Blumen und Früchten. Spix-Aras gelten erst mit vier Jahren als erwachsen und erreichen eine Körperlänge von etwa 55 bis 60 Zentimetern. Weibliche und männliche Tiere unterscheiden sich optisch kaum und besitzen ein matt-blaues Gefieder. Das Brutgeschäft beginnt ebenfalls erst im Alter von vier Jahren. Die aktuelle Wachstumsrate der Population liegt bei fünf Prozent pro Jahr, was etwa fünf Nachzuchten in zwölf Monaten bedeutet.
Ziele des Wiederansiedlungsprojekts für den Spix-Ara
Experten erwarten, dass die Vögel nach der Zusammenstellung geeigneter Paare erfolgreich Nachzuchten erbringen, sodass im Jahr 2021 mit der Wiederansiedlung in der Wildnis begonnen werden kann. Für diesen Prozess ist ein Zuchtbestand von mindestens 150 Vögeln erforderlich, wovon 50 Prozent in Brasilien leben sollen. Mit Carla und Tiago leben dort aktuell 13 Tiere.
Das Wiederansiedlungsprojekt für den Spix-Ara hat das vorrangige Ziel, die Art in ihrem angestammten Lebensraum, dem Ökosystem der „Caatinga“, einer Trockensavanne im nordöstlichen Brasilien, wieder heimisch zu machen. Die Kernregion ist um die Stadt Curacá im Bundesstaat Bahia angesiedelt, wo die Art historisch vorkam.
Alle im Nationalen Aktionsplan zum Schutz des Spix-Aras festgeschriebenen Maßnahmen werden von den Nichtregierungsorganisationen Vale, Funbio und Save Brazil unterstützt. Die Aktivitäten umfassen Politikberatung, wissenschaftliche Forschung und Umwelterziehung.
Der Lebenslauf eines Spix-Aras wird symbolisch mit dem Leben der Menschen im brasilianischen Trockenbuschland gleichgesetzt, die täglich um ihr Überleben kämpfen. Über den Spix-Ara als „Flagschiff-Art“ soll der Schutz des gesamten Caatinga-Ökosystems erreicht werden. Zudem soll die Rückkehr des Spix-Aras direkte und indirekte Vorteile für die lokale Bevölkerung mit sich bringen.
Der „World Wildlife Day“ – Tag des Artenschutzes und seine Bedeutung
Der „World Wildlife Day“ wird jährlich am 3. März begangen und würdigt das Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES). Ein Ziel dieses Tages ist es, die internationale Zusammenarbeit zum Schutz gefährdeter Arten hervorzuheben. Die Ankunft der Spix-Aras in Brasilien am 3. März ist daher ein wichtiges Symbol und steht im Einklang mit den Zielen des Abkommens.
Dieses Ereignis dokumentiert den Beitrag wildlebender Tiere und Pflanzen zur nachhaltigen Entwicklung und zum Wohlergehen der Menschheit, unter Berücksichtigung ökologischer, genetischer, sozialer, wirtschaftlicher, wissenschaftlicher und kultureller Aspekte.
