Kritik an der geplanten Kürzung der Dachbegrünungsförderung
Es ist ein komplett falsches Signal der rot-grünen Koalition für die Zukunft des Bauens in Zeiten des Klimawandels.
Dies äußert ein Sprecher des Bündnisses "grünes bremen". Angesichts der zunehmenden Innenverdichtung komme Grünanteilen am Bau eine wichtige Ausgleichsfunktion zu. Der Koalitionsvertrag sah ursprünglich die Fortsetzung und erweiterte Förderung der Dachbegrünung vor, da "Grünflächen wichtig für die Lebensqualität in der Stadt und zur Anpassung an den Klimawandel" seien.
Das bisherige Förderprogramm wird als erfolgreich bewertet. In Bremen wurden jährlich etwa 30 Gründachprojekte gefördert, die von kleinen Garagen bis zu großen Firmendächern reichten. Aktuell liegen Anträge für über 2000 Quadratmeter begrünte Dachflächen vor. Das Bündnis "grünes Bremen" bezeichnet das Programm als "bestens eingeführt" und "hervorragend für die Entwicklung einer grünen, klimaangepassten Stadt geeignet".
Auswirkungen der Förderkürzung auf die Stadtentwicklung
Mit dem Ausschluss privater Eigentümer und gewerblicher Immobilien wird die Dachbegrünung in Bremen nach Einschätzung des Bündnisses "grünes Bremen" zum Erliegen kommen. Die geplante "Pseudoförderung" für Großwohnanlagen wird von Fachleuten als unrealistisch und unwirksam eingeschätzt.
Wohnungsunternehmen müssten demnach rund 50.000 Euro oder mehr investieren, um eine 25-prozentige Förderung zu erhalten. Es gäbe keine direkten Vorteile für Eigentümer, Mieter oder Wohnungsbaugesellschaften. Um Bremen trotz zunehmender Bebauung für den Klimawandel zu rüsten, fordert das Bündnis "grünes bremen" eine verstärkte Förderung von Dachbegrünungen und grünen Fassaden. Grüne Dächer sollten für alle Gebäudetypen, insbesondere in sensiblen Innenstadtbereichen, weiterhin und verstärkt gefördert werden.
Mindestens die bisherige Fördersumme von 165.000 Euro sollte eingesetzt werden. Bauwerksbegrünungen sind ein zentrales Instrument, um einen Ausgleich zwischen städtischer Verdichtung und der Notwendigkeit, wichtige Grünstrukturen für die Klimaanpassung zu erhalten und neu zu schaffen, zu erreichen. Das Bündnis strebt an, dass alle Neubauten mit geeigneten Flachdächern ein grünes Dach erhalten. Solche Regelungen existieren in vielen deutschen Städten, jedoch nicht in Bremen.
