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Wirtschaftsleistung im 4. Quartal 2020: Bauinvestitionen stützen das Bruttoinlandsprodukt

Trotz der zweiten Corona-Welle und des Lockdowns zum Jahresende verzeichnete das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Deutschland im 4. Quartal 2020 einen Anstieg von 0,3 Prozent. Besonders die Bauinvestitionen trugen maßgeblich zur Stabilisierung bei, während der inländische Konsum rückläufig war.

Wirtschaftliche Entwicklung im Detail: Konsum, Investitionen und Außenhandel

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Deutschland verzeichnete im 4. Quartal 2020 einen Anstieg von 0,3 Prozent gegenüber dem 3. Quartal 2020, bereinigt um Preis-, Saison- und Kalendereffekte. Dies geht aus den detaillierten Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) hervor. Für das Gesamtjahr 2020 ergab sich ein Rückgang von 4,9 Prozent (kalenderbereinigt: -5,3 Prozent), was eine leicht positivere Entwicklung darstellt als ursprünglich prognostiziert.

Nach einem historischen Einbruch des BIP um 9,7 Prozent im 2. Quartal 2020 und einer anschließenden Erholung um 8,5 Prozent im 3. Quartal, bremste die zweite Corona-Welle und der erneute Lockdown zum Jahresende die wirtschaftliche Dynamik. Trotz dieser Bremsung fielen die Ergebnisse für das 4. Quartal und das Gesamtjahr 2020 besser aus als in der Schnellmeldung vom 29. Januar 2021 berichtet.

Inländischer Konsum rückläufig, Bauinvestitionen und Exporte stabilisieren

Die ab November 2020 geltenden Einschränkungen des zweiten Lockdowns führten zu einem Rückgang der privaten Konsumausgaben um 3,3 Prozent im 4. Quartal 2020 gegenüber dem Vorquartal (preis-, saison- und kalenderbereinigt). Dieser Rückgang war jedoch weniger stark als im 2. Quartal 2020 (-11,0 Prozent). Auch die staatlichen Konsumausgaben sanken im 4. Quartal 2020 um 0,5 Prozent, nachdem sie in den ersten drei Quartalen des Jahres gestiegen waren.

Positive Impulse für das BIP kamen im 4. Quartal 2020 von den Bauinvestitionen, die preis-, saison- und kalenderbereinigt um 1,8 Prozent gegenüber dem 3. Quartal 2020 zunahmen. Die Investitionen in Ausrüstungen, wie Maschinen, Geräte und Fahrzeuge, blieben mit einem leichten Rückgang von 0,1 Prozent nahezu auf dem Niveau des Vorquartals. Der Außenhandel trug ebenfalls zur Stabilisierung bei: Die Exporte von Waren und Dienstleistungen stiegen im 4. Quartal 2020 um 4,5 Prozent, während die Importe um 3,7 Prozent zunahmen, was auf einen geringeren Import von Dienstleistungen zurückzuführen ist.

Bruttowertschöpfung: Industrie im Plus, Dienstleistungsbereiche im Minus

Die preis-, saison- und kalenderbereinigte Bruttowertschöpfung sank im 4. Quartal 2020 insgesamt um 0,2 Prozent. Dabei zeigte sich ein heterogenes Bild: Während das Verarbeitende Gewerbe (+6,7 Prozent) und das Baugewerbe (+5,2 Prozent) deutliche Zuwächse verzeichneten, wurde die Erholung in den meisten Dienstleistungsbereichen durch den Lockdown gestoppt. So sank die Bruttowertschöpfung im Bereich Handel, Verkehr, Gastgewerbe um 4,4 Prozent und im Bereich Öffentliche Dienstleister, Erziehung, Gesundheit um 3,2 Prozent.

BIP im Vorjahresvergleich weiterhin deutlich im Minus

Im Vergleich zum 4. Quartal 2019, dem Quartal vor Beginn der Corona-Krise, lag das preisbereinigte BIP im 4. Quartal 2020 um 2,7 Prozent niedriger. Preis- und kalenderbereinigt betrug der Rückgang 3,7 Prozent, bedingt durch mehr Arbeitstage im Vergleichszeitraum. Die inländische Nachfrage war im Vorjahresvergleich weiterhin deutlich geringer. Die privaten Konsumausgaben sanken um 6,5 Prozent und die Investitionen in Ausrüstungen um 6,0 Prozent.

Stützend wirkten im Vorjahresvergleich die Bauinvestitionen mit einem Anstieg von 3,0 Prozent und die Konsumausgaben des Staates, die um 2,6 Prozent zulegten. Der internationale Warenhandel stabilisierte sich zum Jahresende, während Exporte und Importe von Dienstleistungen zweistellig zurückgingen. Insgesamt sanken die Exporte von Waren und Dienstleistungen um 2,9 Prozent und die Importe um 5,1 Prozent im Vergleich zum 4. Quartal 2019.

Auf der Entstehungsseite des BIP war die preisbereinigte Bruttowertschöpfung in fast allen Wirtschaftsbereichen geringer als ein Jahr zuvor. Die größten Rückgänge verzeichneten die Sonstigen Dienstleister (-18,2 Prozent) und die Unternehmensdienstleister (-9,1 Prozent). Im Handel, Verkehr, Gastgewerbe sank die Bruttowertschöpfung um 6,3 Prozent. Lediglich das Baugewerbe konnte im Vergleich zum Vorjahr zulegen (+5,3 Prozent). Die Bruttowertschöpfung insgesamt ging um 3,6 Prozent zurück, was auf einen starken Anstieg der Nettogütersteuern um 5,3 Prozent zurückzuführen ist.

Arbeitsmarkt und Sparquote

Die Corona-Krise beeinflusste weiterhin den Arbeitsmarkt. Im 4. Quartal 2020 waren rund 44,8 Millionen Erwerbstätige in Deutschland beschäftigt, was einem Rückgang von 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Ähnliche Rückgänge gab es bereits in den beiden vorangegangenen Quartalen. Die Kurzarbeit, die sich nicht auf die Erwerbstätigenzahlen auswirkt, führte jedoch zu einem deutlichen Rückgang der durchschnittlich geleisteten Arbeitsstunden je Erwerbstätigen um 2,7 Prozent. Das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen sank um 4,3 Prozent.

Die gesamtwirtschaftliche Arbeitsproduktivität, gemessen als preisbereinigtes BIP je Erwerbstätigenstunde, stieg um 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Je Erwerbstätigen war sie jedoch um 1,1 Prozent niedriger. Stabile Einkommen und eine Konsumzurückhaltung führten zu einem Anstieg der Sparquote. Das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte war im 4. Quartal 2020 um 0,3 Prozent höher als vor einem Jahr, während die privaten Konsumausgaben um 6,3 Prozent zurückgingen. Dies führte zu einer Sparquote von 15,7 Prozent im 4. Quartal 2020.

24.02.2021

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