Ergebnisse der Bürgerdialoge zur Klimaanpassung
Bürgerinnen und Bürger erwarten von der Bundesregierung entschlossenes Handeln gegen die Folgen des Klimawandels. Dies ist das zentrale Ergebnis von fünf regionalen Dialogveranstaltungen zur Klimaanpassung, deren Ergebnisse der Staatssekretärin Christiane Rohleder im Bundesumweltministerium übergeben wurden.
Die Teilnehmenden fordern verstärkt innerstädtisches Grün zur Hitzeminderung und die Entsiegelung von Flächen, um das Eindringen von Regenwasser in den Boden zu ermöglichen. Zudem soll die Entnahme von Grundwasser zum Schutz der Ressourcen klar geregelt werden. Ein weiteres Anliegen ist der Schutz vor Wetterextremen, um die Leistungsfähigkeit und Gesundheit bei Arbeit, Bildung und Wirtschaft zu erhalten.
Die Verkehrsinfrastruktur, insbesondere der öffentliche Personennahverkehr und die Bahn, sollen auch bei Extremwetterereignissen und Hitze zuverlässig funktionieren.
Die Klimakrise wird in Deutschland immer stärker spürbar. Das belegen die in den letzten Jahren zunehmenden Wetterextreme wie Dürren, Hitzewellen und Starkregen. Wie sich in Zukunft Klimafolgen mindern und Lebensqualität erhalten lässt, zeigen uns Bürgerinnen und Bürger mit ihren Zukunftsbildern und machen konkrete Vorschläge für die Politik. Die Ergebnisse helfen bei der weiteren Entwicklung der neuen Klimaanpassungsstrategie, in der wir die Perspektiven und Vorschläge aus der Bevölkerung berücksichtigen.
Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamtes, bestätigt, dass sich die Menschen von den Folgen des Klimawandels betroffen fühlen und zu Lösungen beitragen wollen.
So legen die beteiligten Bürgerinnen und Bürger Wert darauf, dass Menschen im Klimawandel gesund bleiben und sich und andere besser schützen können. Dafür wollen sie beispielsweise gekühlte öffentliche Räume bei Hitze, aber auch eine bessere Aufklärung über Risiken. Im Zusammenhang mit der Forderung nach einem grünen, lebendigen Wohnumfeld und klimaangepassten Gebäuden ist ebenfalls die Bereitschaft zu gemeinschaftlichem Engagement erkennbar. Das ist eine große Chance, um Klimaanpassung auch vor Ort umzusetzen.
Im Bereich der Versorgung mit Wasser, Energie und Rohstoffen wird eine klare Regelung der Grundwasserentnahme sowie eine Dezentralisierung der Energieversorgung gefordert. Der Zugang zu klimaangepassten öffentlichen Räumen soll für alle Bevölkerungsgruppen, insbesondere für hitzegefährdete, ohne lange Wege ermöglicht werden.
Die Bürger wünschen sich zudem eine stärkere Bekanntheit des Themas Klimaanpassung in der Bevölkerung und eine höhere Akzeptanz notwendiger Maßnahmen. Daher sollen Bildung, Kommunikation und Beteiligung in diesem Bereich verstärkt werden.
Im Herbst des vergangenen Jahres trafen sich auf Einladung des Bundesumweltministeriums und des Umweltbundesamtes zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger zu fünf Dialogveranstaltungen. Diese fanden in den Regionen Ostseeküste (Wismar), Mittelelbe (Dessau-Roßlau), Rhein-Ruhr (Duisburg), Rhein-Main (Worms) und Bayerischer Wald (Zwiesel) statt, die unterschiedlich vom Klimawandel betroffen sind.
Insgesamt 331 Personen erarbeiteten an jeweils zwei Tagen Ideen und Empfehlungen zur Gestaltung einer lebenswerten Zukunft im Klimawandel. Bürgerdelegierte aus den Regionen haben die Empfehlungen dem Bundesumweltministerium übergeben.
Die Bundesregierung überarbeitet derzeit die Deutsche Anpassungsstrategie aus dem Jahr 2008 und plant, bis Ende 2024 eine neue, vorsorgende Anpassungsstrategie an den Klimawandel vorzulegen. Diese Strategie ist im Klimaanpassungsgesetz verankert, das im November 2023 vom Bundestag verabschiedet wurde. Die Ergebnisse des Beteiligungsprozesses mit Bürgern und Fachwelt fließen in die Arbeiten zur neuen Klimaanpassungsstrategie der Bundesregierung ein.
