Leistungsschau und Wettbewerb der Friedhofsgärtner
Mustergräber und Besucherpavillons sind seit Jahrzehnten fester Bestandteil von Bundes- und Landesgartenschauen. In Havelberg zeigten die Friedhofsgärtner auf 70 Grabstätten, wie eine gepflegte Grabgestaltung zu jeder Jahreszeit aussehen kann. Eine fünfköpfige Jury bewertete nach jeder Saisonbepflanzung (Frühjahr, Sommer, Herbst) das handwerkliche Können und die Kreativität der Aussteller.
Der Leistungswettbewerb zeichnete am Ende drei Aussteller aus, die vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft mit dem Staatsehrenpreis in Gold, Silber und Bronze prämiert wurden. Ziel der Friedhofsgärtner auf Gartenschauen ist es, Besuchern das Leistungsspektrum und die eigene Fachkompetenz zu vermitteln sowie die Wahrnehmung ihrer Arbeit zu stärken.
Umfang der Arbeiten und Erfolge auf der BUGA
Die Arbeiten der Friedhofsgärtner während der sechsmonatigen Bundesgartenschau umfassten:
- Verarbeitung von über einer Million Stauden, Bodendeckern und Gehölzen.
- Bepflanzung von 20 Einzelwahlgräbern, 22 zweistelligen Wahlgräbern, 18 Urnengräbern und erstmals 10 Gräbern in fließender Form.
- Beteiligung von 40 Einzelausstellern und 9 Ausstellergemeinschaften aus ganz Deutschland.
- Zehn Bepflanzungstage für Frühjahrs-, Sommer- und Herbstbepflanzung.
- Einsatz von durchschnittlich 160 Gärtnern pro Bepflanzungstag.
- Bewertung der Gräber durch fünf unabhängige Preisrichter an drei Terminen nach jeder Bepflanzung.
- Verleihung von 80 Gold-, 59 Silber- und 65 Bronzemedaillen, 30 Ehrenpreisen und 3 Staatsehrenpreisen.
- Verteilung von 125.000 kostenfreien Informationsschriften.
Der Ausstellungsteil erhielt zudem mediale Aufmerksamkeit durch Auftritte in mindestens vier TV-Sendungen sowie zahlreiche Radio- und Printveröffentlichungen. Der Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt, Dr. Reiner Haseloff, besuchte die Ausstellung dreimal, der Ministerpräsident des Landes Brandenburg, Dr. Dietmar Woidke, zweimal. Drei frisch getraute Hochzeitspaare besuchten ebenfalls den Bereich.
Vierzig junge Friedhofsgärtner wohnten und arbeiteten für jeweils rund zehn Tage auf der BUGA. Sie pflegten die Mustergräber und das Rahmengrün, was insgesamt 400 Arbeitstage der Nachwuchskräfte umfasste.
Die aktiven Friedhofsgärtner und der Bund deutscher Friedhofsgärtner im Zentralverband Gartenbau e.V. blicken auf die Internationale Gartenschau (IGA) Berlin 2017.
