Bundesingenieurkammer fordert Umdenken in der Stadtplanung

Die Grüne Stadt

Die Bundesingenieurkammer begrüßt das Bundesprogramm zur Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel. Sie fordert jedoch ein radikales Umdenken in der Stadtplanung, um Städte und Gemeinden besser auf Hitzeperioden und Starkregen vorzubereiten.

Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel – Notwendigkeit und Forderungen

Angesichts zunehmender Hitzeperioden und Starkregenfälle begrüßt die Bundesingenieurkammer das Bundesprogramm „Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“. Dieses Programm wurde von Bundesbauministerin Klara Geywitz vorgestellt. Gleichzeitig fordert die Bundesingenieurkammer, neue Wege bei der Planung von Städten und Gemeinden einzuschlagen.

Auch wenn sich viele Städte und Gemeinden bereits auf den Weg gemacht haben, sind wir noch weit davon entfernt, auf langanhaltende hohe Temperaturen und starke Regenfälle vorbereitet zu sein. Hier muss ganz dringend ein Umdenken erfolgen, bei dem wir Ingenieurinnen und Ingenieure mit unserem Wissen helfen können. Wichtig ist nun seitens der Politik, die Städte und Kommunen schnell in dem Prozess zu unterstützen – finanziell, aber auch personell. Es gilt jetzt zügig und vorausschauend zu handeln, damit wir für die Zukunft besser aufgestellt sind.

Dies betonte Christoph F. J. Schröder, Mitglied des Vorstands der Bundesingenieurkammer.

Vorschläge für klimaresilientere Städte und Gemeinden

Die Bundesingenieurkammer unterbreitet konkrete Vorschläge für klimaresilientere Städte und Gemeinden. Dazu gehören:

  • Bessere Durchlüftung von Städten durch mehr Freiluftschneisen
  • Beschattung von Straßen und Plätzen
  • Begrünung von Frei- und Verkehrsflächen
  • Entsiegelung von Flächen
  • Gemeinsame Betrachtung von Stadt-, Verkehrs- und Entwässerungsplanung
  • Rückhaltung und Retention durch offene Entwässerungssysteme und Dachbegrünung als Ergänzung der klassischen Stadtentwässerung
  • Mehrfachnutzung von Parks oder Sport- und Spielplätzen, beispielsweise als Notüberlauf
  • Verkürzung von Abstimmungsprozessen

Das Bundesprogramm „Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“ läuft seit 2020. Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat es kürzlich um 176 Millionen Euro aufgestockt. Städte und Gemeinden können bis zum 15. Oktober 2022 geeignete Projekte einreichen.

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