Stärkung der Agrarpartnerschaft zwischen Deutschland und der Türkei
Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt besuchte am 16. Oktober die Gartenbau-EXPO in Antalya und nahm gemeinsam mit dem türkischen Landwirtschaftsminister Faruk Çelik am Nationentag Deutschlands teil. Der Besuch unterstreicht die Bedeutung der bilateralen Agrarbeziehungen zwischen Deutschland und der Türkei.
Die Türkei ist mit ihrer großen und dynamischen Volkswirtschaft für Deutschland ein wichtiger und langjähriger Handelspartner. Auch im Bereich der Agrargüter sind unsere Beziehungen seit Jahren von zahlreichen erfolgreichen bilateralen Kooperationsprojekten geprägt. Es ist wichtig, dass wir die enge Partnerschaft im Agrarbereich mit der Türkei fortsetzen. Zur Intensivierung unseres Austausches wollen wir die Tradition des gemeinsamen Lenkungsausschusses für Ernährungs- und Agrarpolitik aufrechterhalten.
Schmidt hob die bestehenden Kooperationen hervor, darunter das Projekt zur deutsch-türkischen Zusammenarbeit in der ökologischen Landwirtschaft und ein neues Verbandskooperationsprojekt. Letzteres zielt darauf ab, das landwirtschaftliche Genossenschaftswesen in der Türkei zu stärken und die Struktur landwirtschaftlicher Familienbetriebe zu erhalten, um die ländliche Strukturentwicklung in einer globalisierten Welt gemeinsam zu gestalten. Zudem lud der Minister seinen türkischen Amtskollegen zum Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) im Januar 2017 nach Berlin ein.
Nachwachsende Rohstoffe im Fokus der deutschen Präsentation
Die deutsche Teilnahme an der Gartenbau-EXPO dient als weiterer Baustein der bilateralen Beziehungen. Deutschland positioniert sich als Vorreiter beim Einsatz nachwachsender Rohstoffe. Die Bundesregierung fördert mit ihrer Politikstrategie Bioökonomie den Wandel zu einer rohstoffeffizienten Wirtschaft, die verstärkt auf nachwachsenden Ressourcen basiert. Auf der EXPO wird das Thema nachhaltige Bioökonomie einem breiten Publikum nähergebracht und international beworben.
Der Deutsche Garten auf der EXPO präsentiert unter dem Motto „ZUKUNFT PFLANZEN – Innovationspotential Nachwachsender Rohstoffe“ die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten. Vier Ausstellungssegmente – Kräuter und Extrakte, Das nachwachsende Büro, Gartenbau, Bauen mit nachwachsenden Rohstoffen – zeigen Produkte und Anwendungen. Der Beitrag soll Bioökonomie erlebbar und begreifbar machen.
Handelsbeziehungen und EXPO-Beteiligung im Detail
Die Türkei ist ein bedeutender Handelspartner für Deutschland im Bereich Agrargüter und pflanzliche Erzeugnisse. Im Jahr 2015 exportierte Deutschland Agrar- und Ernährungsgüter im Wert von 462 Mio. € in die Türkei, während die Türkei Waren im Wert von 1.693 Mio. € nach Deutschland lieferte. Davon entfielen 228 Mio. € auf pflanzliche Nahrungsmittel, die nach Deutschland geliefert wurden, und 2,4 Mio. € auf lebende Pflanzen und Blumenhandelsprodukte, die aus Deutschland in die Türkei exportiert wurden.
Deutschland importierte pflanzliche Erzeugnisse im Wert von 1.518 Mio. € aus der Türkei, wovon 14,4 Mio. € auf lebende Pflanzen und Blumenhandelsprodukte entfielen. Die internationale Gartenbauausstellung, die vom 23. April bis 30. Oktober 2016 stattfand, verzeichnete über 3,2 Millionen Besucher. Neben 56 nationalen Gärten türkischer Provinzen beteiligten sich 54 Länder mit eigenen Pavillons. Der Deutsche Beitrag umfasste eine Fläche von knapp 1.500 m² und trug zur Internationalisierung der EXPO bei, was sich in der hohen Zahl der VIP-Gäste im Deutschen Garten widerspiegelt.
