Allgemeines, Gehölzpflege

Chancen der Holzenergie für die Energiewende nutzen

Der Bundesverband BioEnergie e.V. (BBE) fordert die Politik auf, das Potenzial der Holzenergie im Strom- und Wärmemarkt für die Energiewende zu nutzen. Dies wurde auf dem 14. Internationalen BBE-Fachkongress in Augsburg thematisiert, wo Anpassungen im EEG und bei den energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen gefordert wurden.

Appell des BBE zur Stärkung der Holzenergie

Der Bundesverband BioEnergie e.V. (BBE) appelliert an die Politik, die energiewirtschaftlichen Möglichkeiten der Holzenergie im Strom- und Wärmemarkt für die Energiewende zu nutzen. Dies wurde im Rahmen des 14. Internationalen BBE-Fachkongresses für Holzenergie in Augsburg thematisiert. Nach der EEG-Novelle 2014 sind nur noch wenige neue Projekte im Bereich Holzheizkraftwerke und Holzvergasungsanlagen zu erwarten.

Es ist notwendig, das Flexibilisierungspotenzial bestehender Holzenergieanlagen für eine bedarfsgerechte Stromerzeugung zu aktivieren. Hierfür sind Anpassungen im EEG und bei den energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen erforderlich, so Helmut Lamp, Vorsitzender des BBE-Vorstandes. In Deutschland sind derzeit etwa 350 Biomasse-Heizkraftwerke mit einer installierten elektrischen Leistung von 1,5 GW in Betrieb, die bis zu 3 % des deutschen Strombedarfs decken können. Ein flexibler, an den Strombedarf angepasster Betrieb dieser Anlagen ist für die Marktintegration erneuerbarer Energien wichtig.

Eine Branchenbefragung des BBE in Zusammenarbeit mit verschiedenen Verbänden ergab, dass rund 50 % der befragten Anlagenbetreiber technisch zu einer flexiblen Fahrweise in der Lage wären. Dieses Potenzial soll durch Aufklärung und entsprechende Marktanreize genutzt werden, so Dr. Jan Grundmann, Generalbevollmächtigter der Vattenfall Europe New Energy GmbH und BBE-Mitgliedsunternehmen.

Eine Beschleunigung des Austauschs älterer ineffizienter Bestandsheizungen ist daher eine der wichtigsten Maßnahmen, um Treibhausgas-Einsparungen im Wärmesektor zu realisieren. Eine Förderung über steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten wäre ein wichtiger Beitrag, unsere Klimaschutzziele doch noch zu erreichen.

Dies fordert Helmut Lamp als neue politische Initiative. Die Diskussion um die FSC-Zertifizierung von Staatswäldern in einigen Bundesländern und die Ausgestaltung der FSC-Richtlinien zur Entnahme von Waldrestholz führen dazu, dass geplante Holzenergie-Projekte zurückgehalten werden und die Brennstoffversorgung bestehender Anlagen gefährdet ist.

Sinnvoll ist hier jedoch immer eine lokale Standort- und Potentialprüfung, die anschließend zur Festlegung der zu entnehmenden Holzmengen führt und keine grundsätzlichen, überzogenen Nutzungseinschränkungen.

Dies betont Dr. Rainer Schrägle, Vorsitzender des BBE-Arbeitskreises Biomasseheizkraftwerksbetreiber. Neben dem Strommarkt muss der Wärmemarkt integraler Bestandteil der Energiewende werden. Eine sichere Brennstoffversorgung gewinnt für Holzenergieanlagen an Bedeutung.

Im Bereich des Waldrestholzes besteht in der Branche Unsicherheit bezüglich des verfügbaren Potenzials. Kurzumtriebs-Anpflanzungen auf landwirtschaftlichen Flächen bieten perspektivisch Potenzial zur Erweiterung der Holzverfügbarkeit, jedoch findet derzeit kein nennenswerter Anstieg der Anbaufläche statt. Der BBE fordert daher, dass der Bundesrat in seiner Sitzung am 10. Oktober 2014 mit Nachbesserungen in der Direktzahlungsverordnung reale Marktperspektiven für Kurzumtriebs-Anpflanzungen auf landwirtschaftlichen ökologischen Vorrangflächen ermöglicht.

12.10.2014

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