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Nationaler Emissionshandel für Brennstoffe startet

Deutschland führt zum 1. Januar 2021 ein nationales Emissionshandelssystem (nEHS) für Brennstoffe ein. Ziel ist die Reduzierung des CO2-Ausstoßes in den Sektoren Wärme und Verkehr. Das System startet mit einem festen CO2-Preis, der schrittweise ansteigen wird.

Start des nationalen Emissionshandels für Brennstoffe

Zum 1. Januar 2021 wird in Deutschland das nationale Emissionshandelssystem (nEHS) für Brennstoffe eingeführt. Ziel ist es, den CO2-Ausstoß in den Sektoren Wärme und Verkehr zu reduzieren. Zunächst umfasst das nEHS Benzin, Diesel, Heizöl, Flüssiggas und Erdgas. Eine schrittweise Erweiterung auf weitere Brennstoffe ist vorgesehen.

Deutschland muss bis 2050 weitgehend treibhausgasneutral werden. Das klappt nur, wenn alle Sektoren dazu beitragen. Der nationale Emissionshandel für Brennstoffe in den Sektoren Verkehr und Wärme ist ein wichtiger Schritt, denn so bekommen auch dort die CO2-Emissionen einen Preis.

Diese Einschätzung teilt Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamtes (UBA). Die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) im UBA ist für die Umsetzung des nEHS zuständig. Sie verantwortet bereits seit 2005 den EU-Emissionshandel, der die Treibhausgasemissionen von Kraftwerken, Industrieanlagen und des innereuropäischen Luftverkehrs reguliert.

Funktionsweise des nEHS

Endverbraucher, die fossile Brennstoffe zum Heizen oder für den Verkehr nutzen, nehmen nicht direkt am nationalen Emissionshandel teil. Die Verpflichtung zur Teilnahme liegt bei den sogenannten Inverkehrbringern. Dazu zählen beispielsweise Großhändler von Brennstoffen, Gaslieferanten oder Unternehmen der Mineralölwirtschaft, die energiesteuerpflichtig sind.

Für jede Tonne CO2, die durch die Verbrennung der von ihnen in den steuerrechtlichen Wirtschaftsverkehr gebrachten Brennstoffe entsteht, müssen diese Inverkehrbringer ein entsprechendes Emissionszertifikat erwerben und bei der DEHSt abgeben.

Preisentwicklung und Auswirkungen

Das nationale Emissionshandelssystem startet im Jahr 2021 mit einem festen Preis von 25 Euro pro Tonne CO2. Dies bedeutet eine Preiserhöhung von rund 7 Cent pro Liter Benzin, 8 Cent pro Liter Diesel, 8 Cent pro Liter Heizöl und 0,6 Cent pro Kilowattstunde Erdgas (jeweils inklusive Mehrwertsteuer).

Der Festpreis für die Zertifikate wird bis 2025 schrittweise auf 55 Euro ansteigen. Ab dem Jahr 2026 erfolgt die Ermittlung des CO2-Preises durch Versteigerungen, wobei für 2026 ein Preiskorridor von 55 bis 65 Euro festgelegt ist.

Die Inverkehrbringer werden die Kosten für den Kauf der Zertifikate in der Regel an die Verbraucherinnen und Verbraucher weitergeben, fossile Brennstoffe werden teurer. Energiesparen bei Heizung und Warmwasser, ein sparsameres Auto oder der Umstieg auf Rad, Bus oder Bahn lohnen sich dann auch finanziell noch mehr.

Dirk Messner weist darauf hin, dass die Einnahmen aus dem nEHS in den staatlichen „Energie- und Klimafonds“ (EKF) fließen. Aus diesem Fonds werden Maßnahmen für Klimaschutz, Energieeffizienz und Erneuerbare Energien finanziert. Ein wesentlicher Teil der Einnahmen wird zur Reduzierung der EEG-Umlage eingesetzt, was die Stromkosten für Verbraucher dämpfen soll.

Jürgen Landgrebe, Leiter des Fachbereichs Klimaschutz, Energie, Deutsche Emissionshandelsstelle im Umweltbundesamt, betont die Wirksamkeit eines CO2-Preises: „Ein CO2-Preis kann sehr wirkungsvoll dazu beitragen, Emissionen zu senken. Das sehen wir am Europäischen Emissionshandel. Im Jahr 2019 haben die deutschen Anlagen ihre Emissionen um rund 14 Prozent gemindert. Das liegt auch an den guten Preissignalen, die wir der jüngsten Reform des europäischen Systems verdanken.“

29.12.2020

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