Duft- und Aromapflanzen: Eine Unterscheidung
Im Garten- und Landschaftsbau wird zwischen Duftpflanzen und Aromapflanzen unterschieden. Pia Präger vom Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) e.V. erläutert:
Duftpflanzen verströmen ihre ätherischen Öle fortwährend und ohne, dass wir etwas dafür tun müssen, wie zum Beispiel Rosen oder Jasmin. Aromapflanzen wollen dagegen explizit berührt, ihre Blätter zerrieben werden, dazu zählen unter anderem Rosmarin und Pfefferminze.
Landschaftsgärtner empfehlen, Aromapflanzen in gut erreichbarer Nähe zu platzieren, beispielsweise neben Terrassen, entlang von Wegen oder am Beetrand. Dies ermöglicht es, ihre Blätter im Vorbeigehen zu berühren und bei Bedarf für kulinarische Zwecke zu ernten. Einige flachwachsende Stauden wie verschiedene Thymianarten und die römische Kamille eignen sich sogar als Rasenersatz oder zur Begrünung von Fugen in Steinwegen, wo sie beim Betreten Duft freisetzen.
Intensität und optimale Platzierung
Duftpflanzen können, im Gegensatz zu Aromapflanzen, auch weiter hinten im Beet positioniert werden. Die Wahl des Standortes hängt von der Intensität ihrer ätherischen Öle ab. Hyazinthen beispielsweise verströmen bereits im frühen Frühjahr einen markanten, schweren Duft und eignen sich daher für hintere Gartenbereiche. Ihre auffälligen Blüten in Pink, Blau, Gelb und Weiß sind auch aus der Entfernung gut sichtbar.
Dezent duftende Pflanzen wie bestimmte Tulpen- und Narzissensorten, darunter die weißblühende Narcissus recurvus oder die rosafarbene Miniaturtulpe ‘Norah‘, sollten hingegen im Vordergrund gepflanzt werden, um ihre Aromen nicht verfliegen zu lassen.
Harmonische Duftkompositionen im Garten
Bei der Auswahl von Duftpflanzen ist es wichtig, die Gesamtkomposition der Düfte im Garten zu berücksichtigen. Pia Präger vom BGL betont:
Wichtig ist, die Pflanzen nicht einzeln, sondern im Zusammenspiel mit den anderen Düften im Garten auszuwählen. Manche Kombinationen machen sich wirklich gut, andere passen dagegen gar nicht – natürlich immer auch abhängig vom persönlichen Geschmack!
Als bewährte Pflanzpartner gelten Lavendel und Rosen, deren Düfte und Blütezeiten gut harmonieren. Fruchtige Gerüche, etwa von zitroniger Bergminze oder der Orangenblume, ergänzen Rosendüfte ebenfalls. Die Orangenblume ist ein immergrüner Strauch, dessen Blüten und Blätter duften.
Sollten bestimmte Duftpflanzen nicht direkt nebeneinander passen, raten Experten für Garten- und Landschaftsbau zur Gestaltung separater Duftecken. So kann ein Bereich nahe des Grills würzig gestaltet werden, während eine Liegefläche im hinteren Garten von süßen Düften dominiert wird.
Berücksichtigung von Duftzeiträumen
Bei der Gartengestaltung sollten auch die unterschiedlichen Duftzeiträume der Pflanzen beachtet werden. Präger erklärt:
Einige Pflanzen verbreiten ihr Aroma am Tag, andere in den Abendstunden. Es gibt Sommerblüher und solche, die im Winter mit ihrem Duft verwöhnen. Idealerweise beachtet man auch diese verschiedenen Duftzeiträume bei der Gestaltung eines Gartens.
Für die Randbepflanzung von Pools eignen sich Pflanzen, die in den sonnigen Monaten duften. In Terrassennähe können spät duftende Pflanzen nach einem Arbeitstag zur Entspannung beitragen. Im Vorgarten oder in Fensternähe kommen Winterblüher gut zur Geltung. Ein Landschaftsgärtner kann hier beratend zur Seite stehen, um das Grundstück so zu gestalten, dass es über das gesamte Jahr hinweg sensorische Erlebnisse bietet.


