Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Von Pflanzenvielfalt bis Therapie: beim Kongress - Zukunft Garten - von BMELV und DGG - 350 Mitwirkenden an 3 Tagen. Ein aufschlussreiches und erfolgreiches Wochenende können das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) und die Deutsche Gartenbau-Gesellschaft 1822 (DGG) für sich verbuchen.

Auf der Bundesgartenschau 2011, die unter dem Motto "Koblenz verwandelt" steht, haben beide Veranstalter durch die Bearbeitung vieler Themen aus Freizeitgartenbau und Gartenkultur beim Kongress "Zukunft Garten" am 17./18. Juni und am "Tag des Gartens" 19. Juni sehr viel bewegt.

Das Ziel, in Politik und Gesellschaft vermehrt wahrgenommen und unterstützt zu werden, wurde erreicht. Dies bescheinigte bei der Abschlussveranstaltung auch der Parlamentarische Staatssekretär im BMELV, Peter Bleser. Mit acht Fachvorträgen am Freitag, fünf Workshops am Samstag und einem bunten "Tag des Gartens" am Sonntag auf der Festung Ehrenbreitstein erzielten die rund 350 Mitwirkenden an allen drei Tagen eine hervorragende Resonanz.

"Wer die Zukunft gestalten will, braucht Visionen, muss die Gegenwart vorwärts leben und die Weichen für morgen heute stellen!" DGG-Präsident Karl Zwermann hat beim ersten Kongress "Zukunft Garten" die Begeisterung gespürt, mit der alle Akteure an diesen drei Tagen bei der Sache waren. Die Vielfalt des Freizeitgartenbaus und der Gartenkultur sei spürbar und sichtbar geworden. Viele Brücken wurden an diesem Wochenende gebaut. Jetzt gelte es, die Botschaften der zahlreichen Verbände und Organisationen, die insgesamt 6,5 Millionen Menschen in Deutschland vertreten, zu bündeln, fortzuschreiben und insbesondere die Politiker davon zu überzeugen, dass der Garten eine herausragende und wachsende Bedeutung im Leben und in der Lebensgestaltung der Menschen hat.

Die Deutsche Gartenbau- Gesellschaft als Dachorganisation bündelt in mehreren Projekten die Interessen der Natur und macht sich unter dem Motto "Gärtnern um des Menschen und der Natur willen" zu ihrem leidenschaftlichen Fürsprecher. In einer motivierenden Videobotschaft sagte Bundesministerin Ilse Aigner als Schirmherrin den Verbänden und Organisationen unter dem Dach der DGG Unterstützung in allen Aktivitäten zu, die den Freizeitgartenbau und die Gartenkultur in Deutschland voranbringen. Ganz in diesem Sinne war auch der erste Kongress "Zukunft Garten" - inhaltlich gespickt mit hochkarätigen Informationen und zukunftsweisenden Aussagen in acht Fachvorträgen und moderiert von Heike Boomgaarden.

Den Status des Freizeitgartenbaus in Politik und Gesellschaft manifestierte Dr. Hans- Hermann Bentrup, Staatssekretär a.D.. Seine Bedeutung in der Wirtschaft untermauerte Hans-Jürgen Herr als Vorsitzender des Industrieverbandes Garten (IVG). Im Garten als gesellschaftliche Institution bewegt sich der Mensch seit eh und je "zwischen Lust und Last", so Professor Dr. Wulf Tessin von der Uni Hannover. Auch im Sektor Gesundheit und Genesung spielt der Garten eine zentrale Rolle, wie Dr. Roger Schmidt von den Kliniken Schmieder und der Universität Konstanz verdeutlichte.

Dass Pflanzenschutz keinesfalls wider die Natur gerichtet ist, belegte Professor Dr. Georg F. Backhaus, Präsident des Julius-Kühn-Instituts (JKI) für Pflanzenforschung, an prägnanten Beispielen. Wer einen naturnahen Garten liebt, so Werner Ollig von der Gartenakademie Rheinland-Pfalz, der ist beim Projekt "Natur sucht Garten" gut aufgehoben.
Und äußerst interessant für die Ausrichtung künftiger Beratungsangebote war die Präsentation von Elisabeth Fleuchaus von der Bayerischen Gartenakademie, die die Ergebnisse einer Umfrage dokumentierte.

Heiß diskutiert wurde in den fünf Workshops am Samstag mit teils mehr als 60 Teilnehmern: Bürgerschaftliches Engagement, Pflanzenschutzkonzepte für den Freizeitgartenbau, Bildung/ Erziehung/Nachwuchsarbeit im Garten, Biodiversität und Schutz von Pflanzensammlungen sowie der Garten als soziale Drehscheibe. Die Ergebnisse und Thesen werden ebenfalls auf der DGG-Homepage veröffentlicht.

Mit einem informativen und spritzigen Bühnenprogramm unterhielt Heike Boomgaarden am "Tag des Gartens" die Zuhörer an der Rheinland-Pfalz-Bühne, die Oberbürgermeister Dr. Hofmann-Göttig im roten BUGA-Dress begrüßt hatte. Er freute sich über den gewaltigen Zustrom zur BUGA 2011 mit inzwischen über 2,1 Millionen Besucher. Und der Stadt Koblenz widerfuhr an diesem "Tag des Gartens", eröffnet durch den Präsidenten des Bundesverbandes Deutscher Gartenfreunde (BDG), Dr. Achim Friedrich, noch eine besondere Ehre: Die Taufe einer neuen Taglilienzüchtung von Harald Juhr von der Gesellschaft der Staudenfreunde auf den Namen "Koblenz".

Peter Bleser, Parlamentarischer Staatssekretär bei Bundeslandwirtschaftsministerin, fühlte sich als gelernter Landwirt auch bei den Freizeitgärtnern zuhause. Im Interview mit Heike Boomgaarden bescheinigte er den etwa 6,5 Millionen Menschen im Freizeitgarten einen wichtigen Beitrag zur Pflege der Landschaft. "Die Gartenarbeit gehört zu den zehn beliebtesten Freizeitaktivitäten der Deutschen", sagte Peter Bleser. Damit sei der Freizeitgartenbau ein bedeutender Wirtschaftsfaktor geworden und entfalte eine beachtliche Umweltwirkung. "Wenn die Gesamtfläche der Freizeitgärten in Deutschland bei etwa einer Million Hektar liegt oder bei 2,6 Prozent der Gesamtfläche Deutschlands, tragen Freizeitgärten einen wichtigen Anteil zu den Grünflächen in Deutschland bei. Sie sind darüber hinaus ein wichtiger Faktor für die Erhaltung und Förderung der Biodiversität, gerade in urbanen Gebieten", so Bleser.

Im Freigelände auf der Festung und im i-Punkt Grün holten sich die Besucher am "Tag des Gartens", einer Initiative des Bundesverbandes Deutscher Gartenfreunde und 2011 erstmals in Kooperation mit der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft veranstaltet, zahlreiche Informationen für den privaten Gebrauch. Zudem werden künftig eine Reihe von Pflanzenraritäten private Gärten bereichern: Die BundesArbeitsgemeinschaft PflanzenSammler (BAPS) der DGG hatte in ihrer Raritätenbörse 16 Sammler mit teils ausgefallenen Züchtungen aufgeboten.

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