Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Besonders auf Frauen müsse im Garten- und Landschaftsbau das Augenmerk gerichtet werden, betont Ulrich Schäfer vom Verband für den Garten- und Landschaftsbau in seiner Ansprache zur Eröffnung der 46. Veitshöchheimer Landespflegetage der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG).

Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau

"Es kann nicht sein, das nur acht Prozent aller Auszubildenden in unserer Branche weiblich sind", betonte er vor rund 700 Landschaftsgärtner und fast 50 Ausstellern. Die europaweit größte Veranstaltung ihrer Art fand dieses Jahr wegen des Umbaus der Mainfrankensäle im Würzburger Vogel Convention Center statt.

Erfahrungen mit Energiepflanzen, grünen Schönheiten für problematische Standorte, mit Naturstein und südafrikanischen Exoten prägten die Themenliste. Aber eben auch Nachwuchssorgen: Generell müsse sich der Berufstand um gute Nachwuchskräfte bemühen, wenn man dem demografischen Wandel und dem drohenden Fachkräftemangel trotzen wolle, betonte Verbandspräsident Schäfer. Ein Instrument dazu seien künftig bessere Rahmenbedingungen. Mit dem Tarifabschluss 2013 habe man einen ersten Schritt in diese Richtung für die Landschaftsgärtner bereits vollzogen, sagte Schäfer.

Günter Knüppel, Leiter des Referats Gartenbau und Weinbau im Bayerische Staatsministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten stieß ins gleiche Horn: Im vergangenen Jahr sei die Zahl der Auszubildenden im Garten- und Landschaftsbau bundesweit um 400 und in Bayern um 80 zurückgegangen. Diesem Trend müsse man mit optimalen Bildungsvoraussetzungen entgegentreten. Der Freistaat habe bereits in der Vergangenheit viel Geld in Forschung und Lehre in der LWG in Veitshöchheim investiert und werde das auch in Zukunft tun: So sei ein neues Gebäude für die Verwaltung des Gartenbaues geplant. Und auch im Versuchsgelände Stutel entstünde bald ein neues Mehrzweckgebäude. Knüppel betonte, dass die Landespfleger angesichts des Klimawandels vor immer neuen Herausforderungen stünden.

Wie Innovativ sie seien, hätte die Vergangenheit gelehrt: Begrünte Dächer, Lösungen zur Versickerung und in Zukunft wohl auch grüne Wände trügen dazu bei, mit den Folgen der Erderwärmung besser leben zu können.

Dass Frauen eine Bereicherung auch für den Garten- und Landschaftsbau seien, machten die Teilnehmer einer Praxisrunde mit ehemaligen Veitshöchheimern deutlich. Martin Gaissmaier von Gaissmaier Landschaftsbau in Freising bescheinigte ihnen Kreativität. Die Gartengestalterin Piä Präger findet, dass Frauen in Gartenbauteams das Arbeitsklima verbessern, eher bereits sind, Verantwortung zu übernehmen und geborene Organisationstalente seien. Aber auch Menschen mit Behinderungen fänden einen Platz im Gartenbau, zeigte Miachel Volland von noris inklusion in Nürnberg auf.

 

Empfohlen für Sie: