Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Zum nunmehr 31. Mal wurde im Zoologischen Garten in Berlin der neue Baum des Jahres, die Flatter-Ulme (Ulmus laevis), in Anwesenheit der Schirmherrin Bundesministerin Julia Klöckner ausgerufen und gepflanzt. Auf der Vorschlagsliste des Kuratoriums Baum des Jahres (KBJ) standen außerdem die Kornelkirsche (Corgus mas) und die Douglas-Tanne (Pseudotsuga menziesii).

v.l.n.r.: Markus Guhl, BdB-Hauptgeschäftsführer, Julia Klöckner, Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Caroline Hensel, Deutsche Baumkönigin 2019 (Foto: BdB)

Nachdem 2018 die Ess-Kastanie ausgewählt wurde, fällt mit der Flatter-Ulme zum Baum des Jahres 2019 die Wahl auf einen Laubbaum, der insbesondere in der Nähe von Flussauen und feuchten Standorten auftritt, teilweise aber auch als Straßen- und Parkbaum.

Der Bund deutscher Baumschulen (BdB) e.V. ist Mitglied im KBJ und begrüßt die Entscheidung des Kuratoriums. „Durch die Wahl zum Baum des Jahres rückt die Flatter-Ulme nun endlich stärker in den Vordergrund. Von den drei in Mitteleuropa heimischen Ulmenarten ist sie nämlich am unbekanntesten. Sie wird häufig völlig zu Unrecht mit der Feld- und Bergulme in einen Topf geworfen, obwohl sich die drei morphologisch und ökologisch stark unterscheiden. Dabei ist die Flatter-Ulme weit weniger anspruchsvoll und leistet aufgrund ihrer Eigenschaften einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität“, so Markus Guhl, BdB-Hauptgeschäftsführer.

Die Flatter-Ulme, auch Flatter-Rüster genannt, ist ein sommergrüner, bis zu 35 m hoher Baum mit einer graubraunen, zunächst glatten und später längsrissigen Rinde. Ihre etwa 9 cm langen, eiförmigen Blätter haben einen asymmetrischen Blattgrund, sind doppelt gesägt und kurz gestielt. Die Flatter-Ulme gehört zu den Tiefwurzlern und bevorzugt sandige bis lehmige Böden sowie schwach saure bis alkalische Böden. Ihre Blüten sind grün-violett bis violett. Sie bilden rundlich geflügelte Nüsschen aus. Dank ihrer sehr hohen Überflutungstoleranz, die deutlich 100 Tage pro Jahr übersteigt, ist sie perfekt geeignet für Pflanzungen oder Verjüngungsmaßnahmen in Auwäldern, Bach- oder Flussauen. Sie kann ein Alter von bis zu 250 Jahren erreichen

Initiator der Aktion ist Dr. Silvius Wodarz (Dr. Silvius Wodarz Stiftung), der seit 29 Jahren den Baum des Jahres ausruft.

 

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