Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Am 22. November 2023 fanden erneut die traditionellen Höchstädter Fachvorträge am Staatlichen Beruflichen Schulzentrum in Höchstädt a.d. Donau statt. Auszubildende im Garten- und Landschaftsbau und im Bereich Baumschule erhielten umfassende Einblicke in aktuelle Themen rund um die beiden gärtnerischen Fachrichtungen.

v.l.: Benedikt Herian, Frank Danicek, Oliver Staffner, Christoph Ruby und Alexander Ebert bei den Höchstädter Fachvorträgen 2023. (Foto: Silke Keller, GaLaBau-Lehrerin an der Berufsschule Höchstädt)

Thomas Fichter führte im Praxisteil in das Ornamentpflastern ein. (Foto: Oliver Staffner, GaLaBau-Lehrer an der Berufsschule Höchstädt)

Mit Hilfe von Thomas Fichter (2. v. rechts) übten sich die Auszubildenden in der Technik des portugiesischen Ornamentpflasterns. Foto (Silke Keller, GaLaBau-Lehrerin an der Berufsschule Höchstädt)

Schon seit geraumer Zeit veranstalten der Landesverband Bayerischer Junggärtner e. V., der Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Bayern e. V. sowie die Berufsschule in Höchstädt am Buß- und Bettag die Höchstädter Fachvorträge. Auch dieses Jahr hatte das Organisationsteam um Studiendirektor Oliver Staffner, Fachbetreuer Garten- und Landschaftsbau (GaLaBau) an der Berufsschule, wieder ein interessantes Programm zusammengestellt. Namhafte Praktiker aus der grünen Branche referierten zu vier Schwerpunktthemen. In einem zusätzlichen Praxisteil konnten die angehenden Gärtnerinnen und Gärtner selbst zum Hammer greifen.

Alexander Ebert, Fachberater der ökohum GmbH, erklärte die besonderen Merkmale von geeigneten Substraten für Baumpflanzungen im städtischen Bereich. Dazu orientierte er sich an den Vorgaben der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e. V. und wies auf die Funktionen einzelner Substratbestandteile hin, die er als Anschauungsmaterial mitgebracht hatte.

Den Baumschutz auf Baustellen beleuchtete Frank Danicek, Geschäftsführer und Gründer von dein Naturwerker. Der Sachverständige präsentierte einige Beispiele von Baumschäden, die auf physikalische, chemische, thermische oder mechanische Ursachen zurückzuführen waren. In der Folge starben die Gehölze oftmals kurz- oder langfristig ab. Anschließend stellte Danicek den fachgerechten Baumschutz vor, wie er auf der Baustelle umgesetzt werden sollte.

Christoph Ruby, Gärtnermeister im Botanischen Garten Hof, erläuterte in seinem Vortrag das Anlegen eines Felsspaltengartens. Parallel geschichtet und hochkant eingebaut ergeben Natursteinscheiben eine organisch wirkende Felsstruktur. In den Fugen lassen sich dauerhaft blühende Stauden pflanzen. Anhand anschaulicher Fotos verdeutlichte der Gärtnermeister unterschiedliche Möglichkeiten der Begrünung. So lassen sich selbst kleinste „Poren“ mit nur wenigen Pflanzensamen begrünen. Eine Bauweise, die aus Tschechien stammend, von mehreren botanischen Gärten bereits übernommen wurde und nun zunehmend in Privatgärten Einzug findet.

Obstbäume, beispielsweise auf Streuobstwiesen, sind inzwischen eher rar. Benedikt Herian, Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege am Landratsamt Dillingen, warb deshalb für mehr Obstbäume im Privatgarten und in der freien Landschaft. Er gab einen Überblick über den Obstanbau verschiedener Regionen und die Weiterverarbeitung der Früchte. Zudem zeigte er auf, wie ein fachgerechter Schnitt von Obstbäumen vorzunehmen ist.

Im Praxisteil führte Thomas Fichter, Knittel Gartengestalter GmbH, in die Tradition und Technik des portugiesischen Ornamentpflasterns ein. Die Auszubildenden erhielten darüber hinaus die Möglichkeit, die Pflasterkunst selbst auszuprobieren. Unter seiner Aufsicht wurde ein Ornament in Anlehnung an Keith Haring erstellt. Das Ergebnis soll später einen besonderen Platz im Außenbereich des Neubaus für den Agrarwirtschaftsbereich der Schule bekommen.

Insgesamt war die Rückmeldung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer durchweg positiv. Außerdem ermöglichte die Veranstaltung es den Auszubildenden, den schulfreien Buß- und Bettag vor Ort sinnvoll zu nutzen. Des Weiteren brachten die Veranstalter mit der Fortbildung eine willkommene Abwechslung in den Berufsschulalltag. Man darf gespannt sein, welche Themen die Auszubildenden im nächsten Jahr bei den Höchstädter Fachvorträgen bereichern werden.

 

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